Der Region geht es noch gut

Bei der Vorstellung der IHK-Konjunkturumfrage plädierte Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp für mehr interkommunale und interregionale Zusammenarbeit bei Hochwasserschutz und Schulentwicklung.

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IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp warnt vor konjunktureller Panikmache, fordert die Politik aber auf, Fehlentscheidungen zu korrigieren.  Foto: 

Eine "Insel der Glückseligen" sei die Region Neckar-Alb nicht, aber dennoch bleibe die wirtschaftliche Lage in den drei Landkreisen gegen den Trend gut, wie Epp sagte. Zwar ist der Konjunkturklimaindex um neun auf 129 Punkte gesunken, liegt aber immer noch deutlich über dem Wert von 100.

Nach wie vor verzeichnen - über alle Branchen hinweg - mehr als 46 Prozent der befragten Unternehmen gute Geschäfte - ein Minus von fünf Prozent gegenüber der Frühsommerumfrage. Fast 49 Prozent sprechen von einer befriedigenden Lage (+fünf Prozent), etwas über fünf Prozent der befragten Betriebe sind unzufrieden. Vor allem das Bau- und Gastgewerbe sind sehr zufrieden. Eher skeptischer sind die Unternehmen, was die Zukunft angeht. 28,5 Prozent (7,3 Prozent weniger als im Frühsommer) erwarten gute Geschäfte, immerhin über 60 Prozent (+fünf Prozent) rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Rund elf Prozent erwarten einen Umsatzrückgang. Die Gründe hierfür liegen zum einen in einer stabilen Binnenkonjunktur, zum anderen warten die Unternehmen der Region Neckar-Alb mit einem Exportrekord. Waren im Wert von rund 3,3 Milliarden Euro wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres ausgeführt.

Trotz zahlreicher Krisenherde gibt es aus Epps Sicht keinen Grund für "konjunkturelle Panik". Er plädierte dafür, abzuwarten und nicht unnötig zu dramatisieren. Um die gute Lage zu halten, forderte er Investitionen in Fachkräfte, Innovationen und Infrastruktur. Nur so ließen sich die Wettbewerbsfähigkeit und damit auch der zukünftige Wohlstand sichern. Aus Sicht der Wirtschaftsverbände müsse die Politik Fehlentscheidungen wie den Mindestlohn, die Rente mit 63 und die Mütterente korrigieren.

Auch in einer globalisierten Welt lassen sich laut Epp fünf der zehn wichtigsten Standortfaktoren kommunal und regional beeinflussen. Dazu gehörten die Höhe der kommunalen Steuern und Abgaben, eine wirtschaftsfreundliche Verwaltung sowie die örtliche Verkehrs- und Infrastruktur. Interesse müsse sein, alles zu tun, damit die Standortbedingungen stimmten. Folglich plädierte Epp für mehr Zusammenarbeit zwischen den territorialen Einheiten. "Unser Ziel muss sein, dass die Region Neckar-Alb zur Modellregion für interkommunale und Landkreis übergreifende Kooperation wird." Nur so könne sie schlagkräftig und international wettbewerbsfähig bleiben.

Info An der Konjunkturumfrage beteiligten sich 409 Unternehmen aus Industrie und Bau (174), Groß- und Einzelhandel (99) sowie dem Dienstleistungssektor (136), darunter auch das Hotel- und Gaststättengewerbe.

"Sorgenkind" Reutlingen - Zieht Advanced Unibyte weg?

Aus Sicht von Dr. Wolfgang Epp hat sich Reutlingen, was Verschuldung und Gewerbesteuer angeht, zum "Sorgenkind" in der Region entwickelt. Eine Ursache hierfür sieht der IHK-Hauptgeschäftsführer in der immer weiter abnehmenden Zahl inhabergeführter Unternehmen. Zudem werde ein Betrieb mit rund 150 Arbeitsplätzen die Achalmstadt in Richtung Metzingen verlassen. Ob es sich dabei um Advanced Unibyte handelt? Der IT-Dienstleister ist jedenfalls, wie der Geschäftsführende Gesellschafter Sandro Walker bestätigte, in Gesprächen mit Metzingen und Reutlingen. Unterschrieben sei aber noch nichts.

Aus Sicht der IHK sollte Reutlingen Gespräche mit Metzingen und Pfullingen führen, um interkommunale Gewerbegebiete auszuweisen - hier gebe es, so Epp, auch eine "gewisse Nachfrage" von Firmen.

Als positives Signal bewertet der IHK-Hauptgeschäftsführer, dass Bosch sich beim Bau der neuen Waferfabrik für die Achalmstadt entschieden hat: "Ohne Bosch kann Reutlingen zumachen."

RAB

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