Der Mäzen

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Wir haben relativ Glück gehabt im Leben, die Kinder sind wohlgeraten, es geht uns gut“, sagt Hans-Joachim Neveling. Seine Familie ist seit dem 16. Jahrhundert in Reutlingen verwurzelt, der 73-Jährige blickt stolz auf 120 Jahre Familiengeschichte zurück. 1892 gründete sein Großvater Albert in der Seestraße eine Bäckerei. Die wurde zum Café Ernst und später zum Hotel Ernst, das Hans-Joachim Neveling 1964 von seinem Vater Otto übernahm. Inzwischen ist er Geschäftsführer und Eigentümer von vier Fortuna Hotels in Reutlingen, Betzingen, Riederich und Schwäbisch Gmünd und zwei weiteren Hotels und Boardinghouses in Reutlingen und Sonthofen/Gunzesried. Und möchte der Gesellschaft einen Teil dessen zurückgeben, was sie ihm Gutes tat. Dabei hält er nichts davon, sich „mit einem 1000-Euro-Scheck für die Zeitung ablichten zu lassen“. Neveling und seine Frau Anne tun dies eher insgeheim. So sponsern sie die Tonne, indem sie deren Akteure bei sich wohnen lassen – unentgeltlich. In Afrika finanzieren sie Kinderheime und ein Krankenhaus.

Auch angesichts der ins Land strömenden Flüchtlinge wollten sie nicht untätig bleiben. Neveling kennt als im Weltkrieg Geborener die Flüchtlingsströme, weiß aus eigener Anschauung, was Flucht bedeutet: „Auch wir mussten unser Haus verlassen und beengt unterm Dach wohnen“, sagte er gestern im ersten Integrationszentrum des Kreises. Er hat vor vier Monaten kurzerhand das leerstehende dreistöckige Fabrikgebäude mit Büros, Aufenthaltsräumen, großer Produktionshalle und 3500 Quadratmeter Grund an der Täleswiesenstraße 2 gekauft und es dem Landkreis unentgeltlich für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Und weil „Sie in der Hotellerie alle zehn Jahre das Mobiliar austauschen müssen - sonst sind Sie weg vom Fenster“, lieferte er die ausrangierten, aber hochwertigen Möbel auch gleich noch weitgehend mit. „Unsere Gesellschaft braucht nicht nur Sprücheklopfer, sondern Leute, die etwas tun“, sagte er gestern in der großen Runde der Bündnispartner des Integrationszentrums. Er und seine Frau jedenfalls waren schon mal mit gutem Beispiel vorangegangen.

Der Hotelier sieht in dem Projekt Integrationszentrum aber auch echte Chancen: „Im Hotelgewerbe sind 50 Prozent integrierte nichtdeutsche Mitarbeiter und wir brauchen weitere Mitarbeiter.“

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