Der Holzbau war sein Metier

Gestern feierte der gebürtige Schlesier Herbert Rabe im Beisein von Bürgermeister Rudolf Heß seinen 100. Geburtstag. Ob Tischler- oder Schreinerarbeiten: Der Stellmacher liebte alles, was mit Holz zu tun hatte.

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Pfullingens Bürgermeister Rudolf Heß gratuliert Herbert Rabe zu dessen 100. Geburtstag. Foto: Jürgen Herdin

Vor zweieinhalb Jahren, gleich nach der Gnadenhochzeit (70 Jahre) mit seiner Ehefrau Erna (94) hat ihn die Volkskrankheit Demenz heimgesucht - und so konnte er auch an seinem 100. Geburtstag am gestrigen Montag nichts mehr selbst über seinen bisherigen Lebensweg erzählen.

Dafür erinnern sich seine beiden Söhne Siegmund (69) und Dieter (59) noch sehr gut an gemeinsam Erlebtes. Voll war die gute Stube in der Achalmstraße gestern, als nach und nach die Gratulanten kamen, um dem einst so agilen Herbert Rabe zu gratulieren. Bis zu seinem 90. Lebensjahr fuhr er mit dem Mofa durch Pfullingen.

Er hat in seinem schlesischen Heimatort Peisterwitz (Kreis Ohlau) den damals sehr gefragten Beruf des Stellmachers gelernt. Das sind Handwerkers, die Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellen. Sein Vater war Tischler, er brachte dem jüngsten von fünf Kindern diesen Beruf nahe. Und seitdem hat der kunstvolle Umgang mit diesem Material das Leben von Herbert Rabe maßgeblich bestimmt. Nach der Heirat mit Erna im Jahr 1939 musste er in den Krieg ziehen, kam erst 1948 aus der Gefangenschaft.

In Niederbayern traf Rabe bei Vilshofen wieder auf seine Familie, die 1945 aus Schlesien geflüchtet war. Der Arbeitskräftemangel in Württemberg führte die Familie 1949 nach Pfullingen, wo die Familie zunächst in der Kleinen Ziegelstraße wohnte. 1952 kam dort Sohn Dieter auf die Welt.

Gearbeitet hatte Herbert Rabe beim Baugeschäft Preusch, als Einschaler und als Maurer. Mit 63 Jahren ging er in Rente. Fortan stand vor allem sein selbst gebautes Gartenhaus am Georgenberg im Mittelpunkt - und später seine drei Enkel, die er oft dort zum Spielen mit hinauf nahm. Ein Puppenhaus und einen Kaufmannsladen hat er für sie auf kunstvolle Weise und mit viel Liebe zum Detail gebaut - auch eine Schaukel gab es für die Kinder.

Bürgermeister Rudolf Heß, der eigentlich im Urlaub ist, ließ es sich gestern Vormittag nicht nehmen, den Jubilar zu besuchen und ihm neben den besten Wünschen der Stadt auch eine Flasche Sekt mitzubringen. Hinzu kam eine Urkunde und eine Tageszeitungs-Kopie von vor genau 100 Jahren.

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