Der erste Meilenstein ist gelegt

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Wo wollen die Pfullinger in den nächsten Jahren hin? Eine Frage, die der ISEK-Prozess beantworten soll.  Foto: 

ISEK: Die Abkürzung wird die Pfullinger in den nächsten Jahren auf Schritt und Tritt verfolgen. Denn das Integrierte Stadtentwicklungskonzept wird nicht nur kurz-, sondern auch mittel- und langfristig definieren, was sich in der Kommune tun soll. Oder wie es Bürgermeister Michael Schrenk am Dienstag im Gemeinderat formulierte: Wohin geht die Reise? Wo werden wir 2035 landen?

Diejenigen, die die Pfullinger bei diesem Prozess begleiten, haben sich in den vergangenen Monaten bereits intensiv in der Stadt umgeschaut. Schließlich gilt’s die Ausgangslage zu bestimmen, zu der die Vertreter des Stuttgarter Büros Reschl drei Ebenen zählen. Zum einen wäre da die Struktur der Stadt, kombiniert mit der Frage: Wie stellt sich Pfullingen dar? Zum anderen musste aber auch erforscht werden, welche Flächen noch zur Verfügung stehen und welche bereits wofür vergeben sind. Auf der dritten Ebene geht es darum, was sich städtebaulich machen lässt. Die Bestandsaufnahme ist ein wichtiger Baustein für den gesamten Prozess. „Analysephase 1a“ nennen das die Stuttgarter Stadtentwickler, die die Pfullinger mit der ISEK-Betreuung beauftragt haben. Während zu „1a“ auch die Bevölkerungsvorausberechnung und der Infrastrukturbedarf zählen, folgt in „Analysephase 1b“ eine repräsentative Bürgerbefragung, die Ende Oktober und Anfang November laufen soll. „Die Fragebogen gehen an 2750 Personen, die durch Zufall ausgewählt wurden“, so Philipp König vom Büro Reschl, der das ISEK am Dienstag noch einmal zusammen mit seinem Kollegen Adrian Schwake vorgestellt hat. Per Post werden die Fragen den Leuten zugestellt, die Antworten indes werden anonym ausgewertet.  Warum 2750 Teilnehmer? Das ist für die Stadtentwickler eine „vernünftige Größenordnung, um gleich zu Beginn des Prozesses die Bürger stichprobenartig einzubinden.“

Um  den zweiten Baustein ging es am Dienstag ebenfalls: die Klausurtagung des Gemeinderates, die am 9. und 10. März im Kloster Obermarchtal sein soll. Eineinhalb Tage werden dort  Verwaltungsvertreter, Stadträte und das Büro Reschl in Arbeitskreisen, aber auch im kompletten Plenum darüber sprechen, wo Pfullingen hin soll. „Es ist die Weichenstellung schlechthin“, so Philipp König, der aber am Dienstag Entwarnung für alle diejenigen gab, denen ISEK suspekt ist. „Was man hier nicht macht, ist die Welt neu zu erfinden“. Vielmehr wolle man sich Ziele setzen und gemeinsam in eine Richtung gehen. Zu diesen Zielen gehört ein Handlungsprogramm mit abarbeitbaren Projekten.  „Auch solche, mit denen man schnell anfangen kann“, so König und Schwake.

Bevor der eigentliche Prozess in etwa einem Jahr beginnt, gilt’s denn allerdings gleich mehrere Fragen zu beantworten. Zum Beispiel: Wie soll die Altersstruktur der Stadt aussehen? Und wie ist es um die Identität der Kommune bestellt? Alles wird sich nicht nur um Hauptthemen wie Wohnen, Arbeiten, Soziales und Infrastruktur sowie Mobilität drehen, sondern auch um Querschnitts-Themen, zu denen die demografischen und ökologischen Anforderungen, aber auch die Digitalisierung und der kommunale Haushalt gehören. Wobei es bei Letzterem vor allem darum geht, was an Wünschenswertem überhaupt finanzierbar ist.

Der erste ganz konkrete Schritt, den die Pfullinger am Dienstag getan haben, war die Benennung von jeweils zwei Fraktionsmitgliedern, die mit in der Lenkungsgruppe sitzen werden, die am 16. Oktober zu ersten Mal tagt. Mit dabei sind für die UWV Martin Fink und Sven Hagmaier, für die FWV Christine Böhmler und Klaus-Jürgen Michalik, für die CDU Felix Mayer und Carolin Abele, für die GAL Traude Koch und Malin-Sophie Hagel und für die SPD Thomas Mürdter und Walter Fromm.

Der Informationsteil in der Sitzung war indes so ausführlich, dass die Stadträte kaum Fragen hatten. Martin Fink (UWV) wollte wissen, wann der Jugendgemeinderat ins Geschehen mit eingebunden wird. Das, so König, werde im Rahmen der zweiten, der großen Bürgerbeteiligung, bei der man sich auch direkt an Migranten wenden werde, passieren. Und die Bedenken von Walter Fromm konnten die Vertreter des Büros Reschl auch zerstreuen. Der SPD-Stadtrat hatte befürchtet, dass sich das ISEK auf aktuelle Baugesuche auswirken könnte. „Verzögert sich da was?“, wollte Fromm wissen. Doch König versicherte, „dass die normale Gremiumsarbeit weiter gehen kann. Der ISEK-Prozess soll nicht als Alibi dienen, Dinge zu blockieren“. Im Gegenteil. Der Prozess sei „spannend und lebensweltlich“. Und der erste Meilenstein, so Bürgermeister Schrenk, „ist nun gelegt.“

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