Depressive Menschen in den Blick nehmen Kirchengemeinde nimmt an EKD-Projekt teil

Die Evangelische Kirchengemeinde Eningen will Menschen mit Depressionen sowie deren Angehörige jetzt bewusster in den Blick nehmen.

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Die Kirchengemeinde nimmt 2015 an einem Projekt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) teil, das die Seelsorge stärken will. Sie geht dabei "Innovative Wege der Seelsorge für Menschen mit depressiven Störungen". Die Eninger werden hier vom Deutschen Institut für Ärztliche Mission (Difäm) Tübingen sowie von Annette Haußmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Theologieprofessorin Dr. Birgit Weyel, unterstützt. Enge Verbindungen bestehen auch zum "Bündnis gegen Depression Neckar-Alb e.V.".

Beim konstituierenden Treffen eines Arbeitskreises wurde deutlich, dass Depression nach wie vor ein Tabuthema ist. Dr. Beate Jakob, Ärztin und Theologin beim Difäm, sagte, "tragende Werte" und das soziale Netz einer Kirchengemeinde seien "wichtige Ressourcen" beim Umgang mit Menschen mit depressiven Störungen. Als Orte der Gottesbegegnung könnten Kirchengemeinden für depressive Menschen wichtig und heilsam sein. Und dies, obwohl die Kranken oft darunter leiden, nicht mehr beten zu können. Manche erlebten sich fern von Gott und - meist unbegründet - mit Schuld beladen. Im Gespräch wurde deutlich, dass es für Betroffene und ihre Angehörigen wichtig ist, nicht ausgegrenzt oder ignoriert zu werden.

Dr. Barbara Dürr begrüßte die Initiative der Kirchengemeinde als weiteren Puzzlestein für die Zertifizierung von Eningen als "Gesunde Gemeinde im Landkreis Reutlingen".

Als ersten Schritt haben Pfarrerin Regina Lück und Pfarrer Johannes Eißler eine Seelsorge-Sprechstunde jeweils donnerstags von 18 bis 19 Uhr eingerichtet. In der Regel sind Pfarrerin Lück dabei im Pfarrhaus West, Hölderlinstraße 18, und Pfarrer Eißler im Pfarrhaus Ost, Schwanenstraße 9, erreichbar.

Neben geplanten Info-Veranstaltungen und einer Predigtreihe wurde angeregt, sich auf kreative Weise - etwa mit therapeutischem Malen - mit der Krankheit auseinander zu setzen. Ein nächstes Treffen des Arbeitskreises ist für Montag, 9. Februar, vorgesehen. Interessierte sind willkommen.

Neben Eningen beteiligen sich auch die evangelischen Kirchengemeinden Münsingen und Holzgerlingen am EKD-Projekt. Ein besonderes Anliegen des Projekts ist die Vernetzung gemeindlicher Ressourcen mit säkularen Hilfsangeboten: "So können die Gemeinden einen wichtigen und spezifischen Beitrag zur Förderung psychischer Gesundheit leisten", schreibt das Difäm.

Weitere Infos zum Thema finden sich unter www.geistreich.de/experience_reports/1934.

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