Den Weg in eine bessere Zukunft ebnen

Kinder aus Suchtfamilien will der Verein helfen. Große Freude bei den Verantwortlichen herrschte, als Bischof Eberhard Koch von der Neuapostolischen Kirche mit einem ganz großen Spendenscheck kam.

|
Eine Spende von 10 000 Euro überreichten Vertreter der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland dieser Tage an die Verantwortlichen des Vereins "Vergessene Kinder", die sich um den Nachwuchs aus Suchtfamilien kümmern.  Foto: 

10 000 Euro für die Arbeit des Vereins der "Vergessenen Kinder": In ganz Süddeutschland, also in Baden-Württemberg und in Bayern, hat die Neuapostolische Kirche gesammelt und diesen Betrag nun der Reutlinger Initiative zur Verfügung gestellt, um Kindern aus Suchtfamilien möglichst den Weg in eine bessere Zukunft zu ebnen.

Wie das geschieht? Zum einen bietet der Reutlinger Verein ein Gruppenangebot für betroffene Kinder an, "wo wir ihnen ungeteilte Aufmerksamkeit geben", betonte Rolf Dittert als Mann der Praxis. Zusammen mit Angelika Löhr kümmern sich die beiden Sozialpädagogen einmal die Woche um die Kinder, "wobei es eigentlich keine Rolle spielt, ob wir mit ihnen Mensch-ärgere-dich-nicht spielen oder Pudding kochen", so Dittert.

"Die Kinder haben in den Suchtfamilien meist niemanden, der ihnen zuhört, weil sich dort alles um den Abhängigen dreht", sagte Hartmuth Funk, der über und für den Verein Seminare an Fachschulen für die Erzieherinnen-Ausbildung in Tübingen und Reutlingen hält. Damit trägt er dazu bei, dass das Alkoholproblem bei Eltern und Auffälligkeiten bei Kindern schon in den Kindergärten erkannt und entsprechende Reaktionen vorgestellt werden können.

Ein Grundproblem ist nach den Worten von Wolfgang Schwilk, dem ehrenamtlichen Suchthelfer der Neuapostolischen Kirche, "dass Kinder fast immer die Schuld bei sich selbst sehen, wenn es Streit in der Familie gibt". Dittert stimmt zu: "Schuld und Scham sind immer ein riesiges Thema bei den Kindern wie bei den Eltern."

Warum der Verein denn "Vergessene Kinder" heiße? Für den Bischof der Neuapostolischen Kirche, Eberhard Koch, sei das sehr nahe liegend, weil eben in Suchtfamilien Kinder "das schwächste Glied in der Kette sind und sie fast immer vergessen werden". Allerdings sei das Thema Alkoholismus in der Gesellschaft eh immer noch ein Tabuthema, so Koch. Hartmut Nicklau betonte als Vereinsvorsitzender und Leiter der Suchtberatung im Diakonieverband Reutlingen zudem: "Eine wichtige Rolle spielt auch das Co-Verhalten von Partnern und dem gesamten Umfeld." Funk dazu: "Dabei gilt aber auch in Kindergärten: Mund halten und weggucken ist Co-Verhalten."

In den Gruppenstunden der "Vergessenen Kinder" sollen die jungen Teilnehmer die Aufmerksamkeit erhalten, die sie zuhause nicht bekommen. Und sie sollen erkennen, dass nicht sie, sondern der Abhängige in der Familie die Schuld an der ganzen Misere trägt, betonte Dittert.

In diese Gruppenarbeit soll ein Teil des Spendengeldes der Neuapostolischen Kirche fließen. Und in zwei Veranstaltungen, die dieses Jahr geplant sind: Eine wird laut Hartmut Nicklau noch vor den Sommerferien generell über das Thema von Kindern in Suchtfamilien aufklären, die andere ist am 23. November geplant und befasst sich mit eben der angesprochenen "Co-Abhängigkeit".

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

CDU will Videoüberwachung am ZOB

CDU-Gemeinderatsfraktion und Stadtverband haben jetzt einen Maßnahmenkatalog für mehr Sicherheit in der Innenstadt vorgelegt. weiter lesen