Das Kätzle schnurrt und spart

Die erste Stufe des heizungstechnischen Umbaus ist viel versprechend: Im BSU-Gewerbepark mit seinen 50 Firmen wird jede Menge Energie gespart.

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Über die gelungene Vollbrennwert-Installation im BSU-Gewerbepark freuen sich (von links) Mario Filippelli, Michael Gillé, Britta Waschl und Zlatko Vodopija.  Foto: 

Die Heizung schnurrt wie´s Kätzle“, sagt eine strahlende Britta Waschl. Seit Norvember ist sie Objektleiterin des BSU-Gewerbeparks, dem einen Altbauareal, wo vor Jahrzehnten die Maschinen der Baumwoll-Spinnerei Unterhausen ratterten. Dort läuft jetzt modernste Vollbrennwerttechnik für die Büros und Produktionsstätten auf bislang 10?000 Quadratmetern. Und das Einsparpotenzial mit viermal 250 Kilowattstunden ist gewaltig. Im milden Winter „konnten wir die Energiekosten bereits halbieren“, sagt Britta Waschl. Das waren rund 16?000 Euro Ersparnis. Bis zum August sollen weitere 5000 Quadratmeter Gewerbeflächen von der Neuerung profitieren.

Das wieder in Betrieb genommene und nun ferngewartete Wasserwerk der BSU an der Echaz „bringt uns jetzt schon 100?000 Kilowattstunden pro Monat“, so Waschl. Die Vollbrennwerttechnik-Kessel werden mit Gas befeuert. Im Notfall könnte innerhalb von 30 Minuten ein vorhandener Ölbrenner Energie liefern, doch davon geht bei einer neuen Anlage freilich niemand aus. Die vier Kessel sind nach einem „Kaskadenkonzept“ hintereinander geschaltet, erläutert der bei der Konzeption federführende Michael Gillé von der Firma „Wisag Gebäudetechnik Südwest“ mit Sitz in Stuttgart. Nur nach Bedarf schalten sich weitere Brenner zu. Aus dem Rücklauf der Heizungsanlagen von bis zu 60 Grad Celsius wird Energie ebenso geholt, wie aus den heißen Abgasen, die die Brenner erzeugen. Gillé kann auf das von ihm betreute Projekt stolz sein, denn bei einem firmeninternen Wettbewerb holte er sich – bei über 100 vorgelegten Lösungen – den ersten Preis, den „Gebäude-Energie-Award“.

Die Heizungsanlagen selbst stammen vom Unternehmen „Kroll Energy“ aus Kirchberg an der Murr, für die Unterhausener BSU war Kroll-Vertriebschef Mario Filippelli  verantwortlich.

Die Krux: Michael Gillé, der Serviceleiter bei der WISAG Niederlassung Süd-West, weiß: „Die Leistung der beiden Kessel ließ sich nicht fein abstimmen. Entweder hatte man 300 Kilowatt des gasbetriebenen Kessels zur Verfügung, oder man musste gleich den nächstgrößeren ölbetriebenen Kessel mit 1000 Kilowatt anwerfen, auch wenn man vielleicht nur 400 Kilowatt benötigt hätte.“ Zudem wurden die verfügbaren 1300 Kilowatt noch nie in vollem Umfang benötigt, „die Anlage war also insgesamt überdimensioniert,“ was ins Geld ging, so Gillé. Die Anlage darf außerdem in Absprache mit der BSU gerne als Demonstrationsobjekt der Wisag besichtigt werden.

Thomas Ziegelmeier, der Hausmeister des Gewerbeparks, schätzt nicht nur den sicheren und leiseren Betrieb, sondern auch die einfache Bedienung und die vollautomatische Steuerung der Anlage. Was sie im Winter ja bereits bewiesen hatte. Darüber ist auch Zlatko Vodopija froh. Er ist Geschäftsführer der Firma „MVZ“. Er hat mit seinem Team die Installation der Vollbrennwert-Anlage besorgt.

 Nach der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts mit zwei weiteren Kesseln werde das Vorhaben insgesamt nicht mehr als 250?000 Euro kosten, so Britta Waschl. Und das könne nun ja auch andere Firmen durchaus im wahrsten Wortsinn „befeuern“, um es der BSU gleichzutun.

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