Das Erstaunen steigt

Jetzt gibt es internationalen Zuspruch zum Schutz des Lichtensteins, denn da Erstaunen steigt mit der Entfernung, heißt es in einer Mitteilung.

|
Der Info-Stand der IG Natur-, Arten- und Denkmalschutz am Schloss Lichtenstein.  Foto: 

Die vergangenen vier Wochenenden standen die Mitglieder der Interessengemeinschaft Natur-, Arten- und Denkmalschutz an ihrem Info-Stand auf Schloss Lichtenstein und sammelten Unterschriften gegen die mit der geplanten Aufstellung von fünf 200 Meter hohen Windkraftanlagen hinter dem Schloss verbundene Beeinträchtigung des Schlosses.

Rund 100 000 Gäste besuchen jährlich Schloss, darunter ein internationales Publikum. "Viele Schweizer, Franzosen, Personen aus Übersee, aus Japan, China, USA bis hin zu Kolumbianern und Chilenen. Besonders diese Personengruppe fand es gänzlich crazy, unmöglich, hinter diesem Märchenschloss Industriegiganten aufzustellen", berichtete Sabine Wälder von der Interessengemeinschaft.

Besucher aus Bayern hätten mit einem gewissen Selbstbewusstsein festgestellt, dass in ihrem Freistaat wohl niemand auf die Idee käme, hinter Schloss Neuschwanstein Windräder aufzustellen.

Anders sei die Situation bei Besuchern aus dem Ländle. Während die meisten Gäste insbesondere aus dem mittleren Neckarraum die Ruhe und Schönheit der Alb erhalten wollten und das Projekt völlig unmöglich fanden, seien manche Gäste nicht bereit gewesen, sich die Bilder auch nur anzusehen oder über das Anliegen zu sprechen. Da habe sie schon manchmal den Eindruck gehabt, dass man sich das politisch korrekte Bild nicht zu sehr erschüttern lassen wolle.

Nachvollziehbar war ein Kommentar eines Pärchens aus dem Rheinland. "Wir haben diese Dinger überall bei uns. Warum soll's euch besser gehen?" Damit das nicht geschieht, will die Initiative alle Möglichkeiten zur Einflussnahme ausschöpfen. "Was der Investor und das Landratsamt im zweiten Anlauf ausgelegt haben, berücksichtigt abermals wesentliche Einwendungen überhaupt nicht. Bei der nächsten Auslegung sind wir wieder da", sagt Sabine Wälder. "Es ist schon bitter, wenn man sich von Fremden sagen lassen muss, wie schön die Heimat ist, die man gegen die eigene Regierung verteidigen muss."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Die Röhre hält die Experten auf Trab

Die ersten vier Wochen sind geschafft: Schon jetzt rollen Tag für Tag deutlich mehr als 10 000 Fahrzeuge durch den Scheibengipfeltunnel, der sich in jeder Hinsicht betriebsam gibt. weiter lesen