Damit Teilhabe möglich wird

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Menschen mit Handicap brauchen vor allem gute Beratung, damit Teilhabe in der Gesellschaft gelingt.  Foto: 

Der Diakonieverband Reutlingen baut eine Teilhabeberatung für Menschen mit Handicap auf. Das zunächst auf drei Jahre begrenzte Projekt erhält eine Bundesförderung in Höhe von 445 000 Euro. Diese gute Nachricht überbrachte jetzt der Reutlinger Bundestagsabgeordnete Michael Donth. So schnell wie möglich wolle man an den Start gehen, sagt der Geschäftsführer des Diankonieverbandes, Günter Klinger. „Wir hoffen, dass es zum 1. März oder 1. April klappt.“

Wer mit einem Handicap zu kämpfen hat, sieht sich nicht selten unüberwindlichen Hürden gegenüber. Das beginnt schon mit der Papierflut, die bewältigt werden muss. Ob Wohnung oder Arbeit, ob Anträge für finanzielle Hilfen oder Formulare für die Kranken- und Sozialkassen: Nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch deren Angehörigen sind nicht selten mit der Bürokratie überfordert. Unsere Sozialsysteme sind komplex, ohne Hilfe sind die Anforderungen für die Betroffenen kaum zu bewältigen. Um teilzuhaben, braucht es vor allem die richtigen Informationen und zwar von unabhängigen Beratungsstellen. Nach dem in diesem Jahr in Kraft getretenen Bundesteilhabegesetz fördert der Bund deshalb Teilhabeberatungen. Das Neue daran: Aufgebaut werden  so genannte Geh-Strukturen, wie Günter Klinger es nennt.

Die in Zukunft beim Diakonieverband angesiedelte Teilhabeberater werden nicht nur im Büro die Ratsuchenden empfangen, sondern auch hinausgehen und zum Beispiel die Alb und das Ermstal mit versorgen. „Manchmal ist es ja für Betroffene mit eingeschränkter Mobilität schon ein Problem, zu einer Beratungsstelle zu gelangen“, erklärt Klinger. In Zukunft kommen die Berater auf Wunsch auch ins Haus.

Aufgebaut wird das Angebot in Reutlingen in enger Kooperation zwischen dem Diakonieverband und der Liga für Teilhabe im Landkreis. Zwei volle Stellen sollen eingerichtet werden. Klinger spricht von einer flächendeckenden Versorgung, die es ab kommendem Frühjahr geben wird. Die Fachkompetenz liegt bei der Liga für Teilhabe, als Träger fungiert der Diakonieverband. Zwar ist das Projekt zunächst auf drei Jahre begrenzt. Doch eine Verlängerung auf fünf Jahre sei möglich, sagt Klinger. Und: Er könne sich kaum vorstellen, dass ein solches Angebot nach wenigen Jahren wieder eingestellt werde. „Im Bundesteilhabegesetz sind gerade solche Projekte ganz oben angesiedelt.“

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert im Rahmen des in der vergangenen Wahlperiode verabschiedeten Bundesteilhabegesetzes niedrigschwellige, von Leistungsträgern und Leistungserbringern unabhängige Beratungsangebote zur Stärkung der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen. Im besonderen Fokus der Zuschussgeber stehen Projekte des „Peer Counselings“, das heißt, eine Beratung von Betroffenen durch Betroffene.

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