Dämpfer für Donth

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    Michael Donth und die Reutlinger CDU-Stadtverbandsvorsitzende Gabriele Gaiser . Foto: 
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    SPD-Wahlkreiskandidatin Rebecca Hummel schaut zusammen mit den Genossen entsetzt auf die Ergebnisse. Foto: 
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    Im Reutlinger Sportpark wurde gefeiert: Für Beate Müller-Gemmeke und die Grünen läuft es gut. Foto: 
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    Pascal Kober zieht wieder in den Bundestag ein, die FDP hatte gestern allen Grund zum Jubeln. Foto: 
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Schwere Einbußen für die CDU auch in der Stadt Reutlingen, ein überaus mageres Ergebnis für die Genossen von der SPD. Die beiden großen deutschen Volksparteien wurden gestern auch in Reutlingen abgewatscht. Die eindeutigen Gewinner in der Achalmstadt: Die AfD, die FDP und die Grünen.

Damit kann der Spitzenkandidat Michael Donth überhaupt nicht zufrieden sein: In der Stadt Reutlingen verlor der CDU-Bundestagsabgeordnete, der vor vier Jahren als Nachfolger von Ernst-Reinhard Beck erstmals in den Bundestag einzog und diesmal einen unglaublich engagierten Wahlkampf-Marathon hingelegt hat, bereits bei den Erststimmen im zweistelligen Bereich.

Die gesamte CDU hat bei den Zweitstimmen ebenfalls im zweistelligen Bereich Stimmen eingebüßt. Minus 10,7 und minus 10,3 Prozent müssen die Christdemokraten in der Stadt Reutlingen, die in den vergangenen Jahrzehnten traditionell konservativ wählte, verkraften. Ein schwacher Trost für Michael Donth: Er hat bei den Erststimmen mehr für die CDU geholt, als die CDU Zweitstimmen bekam. Will heißen: Da hat so mancher Wähler zwar dem Römersteiner seine Stimme gegeben, dann aber doch von der CDU Abstand genommen. Kein Wunder, dass im Kolpinghaus in Reutlingen, wo die Christdemokraten des Wahlkreises gestern Abend ihre Wahlparty groß feiern wollten, bereits nach der Prognose keine so richtige Feierlaune aufkommen wollte.

Keine Feierlaune

Auch den Sozialdemokraten war nicht zum Feiern zumute, noch weniger als dem bisherigen Koalitionspartner. Hatte Rebecca Hummel bereits vor vier Jahren ein schlechtes Ergebnis für die Genossen eingefahren, so musste die Eningerin nun erneut Einbußen hinnehmen. Bei den Erststimmen kam sie nur noch auf 16,6 Prozent, die SPD holte bei den Zweitstimmen sogar noch weniger, lediglich 16,3 Prozent und liegt damit noch unter dem bereits schlechten Ergebnis im Bund. Die Verluste sind ebenfalls herb: minus 6,1 und minus 5,1.

Gewinnerin AfD

Stehen die beiden großen Volksparteien als Verlierer des Abends fest, so darf sich die AfD, gerechnet an den Gewinnen, mit Fug und Recht als Siegerin nicht nur im Bund, sondern auch in der Stadt Reutlingen bezeichnen. Mit einem Plus von 7,6 Prozent bei den Erststimmen und 7,1 Prozent bei den Zweitstimmen kann Kandidat Wolfram Hirt aus Walddorfhäslach mit seinem Wahlkampf zufrieden sein. Die AfD reicht in der Stadt Reutlingen mit 12,4 Prozent und 13,1 Prozent fast an die Ergebnisse von Grünen und SPD heran. Für den Einzug ins Parlament wird es Wolfram Hirt dennoch nicht reichen, steht  er auf der Landesliste der AfD doch zu weit hinten. Zum Feiern hatte die „Alternative für Deutschland“ übrigens trotz des guten Wahlergebnisses in Stadt und Wahlkreis dennoch gestern Abend keine Gelegenheit: Die Partei hat kein Lokal für ihre Wahlparty bekommen.

Persönlicher Erfolg

Einen persönlichen Erfolg konnte Beate Müller-Gemmeke von den Grünen einfahren. Fast eingeholt hat die Pliezhäuserin ihre Konkurrentin von der SPD. Die Grüne, die seit 2009 im Bundestag sitzt, erzielte bei den Erststimmen 16,5 Prozent und verbesserte damit sogar ihr gutes Ergebnis von vor vier Jahren. Damit liegt Müller-Gemmeke auch weit über dem Bundesergebnis für die Grünen, die in der Stadt möglicherweise auch von dem schlechten SPD-Ergebnis profitiert haben. Während bei SPD und CDU ziemliche Katerstimmung herrschte, hatten Pascal Kober und seine FDP allen Grund zum Jubeln: Die Liberalen legten bei den Erststimmen um 5,8 Prozent zu, bei den Zweitstimmen sogar um 6,4 Prozent. Ein gutes Ergebnis für den Militärpfarrer, der über seinen Landeslistenplatz wieder in den Bundestag einziehen wird.

Linke holen auf

In der einstigen CDU-Hochburg Reutlingen holten auch die Linken auf. Und zwar sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen. Jessica Tatti, die zu den Wahlpodien stets eine große Anhängerzahl mitbrachte, erzielte  acht Prozent, ihre Partei bei den Zweitstimmen kam auf 7,7 Prozent.

Der zunehmende Erfolg der Linken baut wohl auch in Reutlingen zum großen Teil auf dem Niedergang der SPD auf. So mancher bekannte Gewerkschafter hatte in der vergangenen Woche einen Wahlaufruf für Tatti unterzeichnet. Und eben nicht für die SPD-Kandidatin, wie es noch vor einigen Jahren der Fall gewesen wäre.

Prozent der Wahlberechtigten haben in der Stadt Reutlingen ihre Stimme abgegeben. Das liegt leicht über der Wahlbeteiligung von 2013 mit 75,4 Prozent.

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