Da gehörsch einfach hin

Trotz Nieselregens strömten die Menschen beim Apfelfest am Samstag durch die abgesperrte Steinachstraße. Die Kombination aus Gewerbe, Vereinen, Behörden und Initiativen ist das Geheimnis des Erfolgs.

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  • Vielfalt statt Einheit: Das galt nicht nur für die Apfelsorten am Samstag in Betzinger Steinlachstraße. Fotos: Holger Seitz 1/2
    Vielfalt statt Einheit: Das galt nicht nur für die Apfelsorten am Samstag in Betzinger Steinlachstraße. Fotos: Holger Seitz
  • Das Schaukochen durfte beim Apfelfest nicht fehlen. 2/2
    Das Schaukochen durfte beim Apfelfest nicht fehlen.
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Die Ideen gehen Hans-Georg Nestel und dem Organisations-Team des Betzinger Handels- und Gewerbevereins auch bei der sechsten Auflage nicht aus. Da ist sich der Chef der gleichnamigen Schuhläden in der Steinlachstraße sicher. Trotz Nieselregens kamen die Menschen zum Apfelfest.

Aus dem Fest zum Dankeschön für die Treue der Händler an die Kunden in der Zeit des Straßenumbaus ist innerhalb von fünf Jahren ein "nicht mehr wegzudenkender Umsatzbringer" und Selbstläufer geworden. Die Zahl der Besucher hat sich fast verdoppelt, die Zahl der Stände wuchs von 31 auf 46. Neu dabei waren diesmal der Apfelparcours der TSV-Jugend und das Apfelangeln beim Floristen. Ausschlaggebend für den Erfolg ist die Verbindung von Gewerbe, Vereinen, Behörden und Initiativen.

Die Vielfalt ist gewollt. "Wir legen Wert darauf, dass nicht zu viele gleiche Angebote gemacht werden und eine Beziehung der Anbieter zum Ort besteht", sagt Nestel. Das zahlt sich aus - der Bummel ist kurzweilig. Die älteren Frauen vom Strickkreis der katholischen Kirche werben mit Socken, Schaf und Schlangen um Geld fürs Missionsprojekt. Fünf Meter weiter hat sich Oliver Rube auf die jüngere Damenwelt eingestellt und präsentiert bunte Taschen, Räder aus den 60er Jahren mit neuester Technik und einem einzigen Elektro-Gefährt. "Der Trend ist aus. Da kommt nichts Neues mehr."

Von nebenan dringt der helle Klang eingeschlagener Nägel ans Ohr. Ein Vater zieht mit seinem Sohn um die Wette an der großen Handsäge. Der Knirps lernt so spielerisch, dass man nur gemeinsam zum Holzbrett kommt. Herbert Binsch und die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins zur Ortskernsanierung freuts. Sie drücken dem abgeschnittenenen Holzrugel die Zehntscheuer als Brandzeichen auf und hoffen, dass sich der Nachwuchs auch in zehn Jahren noch dran erinnert und ehrenamtlich mitmacht als Hausmeister oder Kleinkünstler. Denn "nur belebte Gebäude sind erhaltenswert".

Nachwuchs? Um den ist Joachim Blasy nicht Bange. Der Kommandant der Betzinger Feuerwehr hat 14 Jugendliche in der Abteilung. Die sind mächtig aktiv. Betreuen das selbst gebaute Spritzhäuschen und helfen unter dem wachsamen Blicken von Alexander Risca den Besuchern in den Korb am großen Kran. Die warten geduldig, bis sie auf 30 Meter Höhe gehievt werden. Blasy zieht am Hebel, und der Lift gleitet so sanft in die Höhe, dass selbst Brigitte Eismann auf Höhe der Turmuhr die Aussicht genießen kann. Sie winkt ihren Kindern zu - trotz absoluter Höhenangst.

Beratung gibts unter anderen bei den Hundefreunden, den Tagesmüttern, bei Cornelia Arnold von den Landfrauen. Die eingeheiratete Bäuerin aus Aichelau wirbt um Frauen ohne Hof mit Weiterbildungsangeboten, Gesundheitstipps, der Albhoftour und kennt sich bestens aus mit Biokraft, nachdem die Milchkühe verkauft wurden. Bei Apfelwaffeln spricht es sich gleich doppelt so gut. Der Weg der Besucher führt zwischen den Ständen hindurch zu den geöffneten Türen der Läden. Da feiert das Einrichtungshaus fünfjähriges Bestehen, werden vom Apotheker die besten Cremes angeboten, hat der Markt mit dem großen "E" jede Menge Säfte im Angebot, drehen sich Glücksräder nicht nur bei der Krankenkasse - die Grenze zwischen draußen und drinnen verschwindet. "Hier profitiert jeder", freut sich Förster Friedemann Rupp, der kluge Kopf hinter vielen Ideen. Wie der Albvereinsbörse, bei der Obstbaumbesitzer mit Obstverwertern zusammengebracht werden. Drei Angeboten standen an diesem Tag zwei Abnehmer gegenüber. "Der Anfang ist gemacht, Beziehungen sind geknüpft", freut sich Rupp. Wer mitmachen will, kann sich bei ihm persönlich melden.

Auf der Festbühne wird Spitzenleistung geboten. Die Jugendkapelle beeindruckt mit modernsten Melodien ganz auf der Höhe der Zeit, Patrick Book bringt sein Publikum mit Yoga zum Lachen, Olaf Schopf von der Karlshöhe zaubert einen Gemüseeintopf, zu dem Ute Schall den passenden weißen Lemberger kredenzt und die Mädels vom Rope Skipping zeigen Akrobatik mit zwei Seilen.

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