Bürgermedaille für Borth

Mit dem Schiedweckenessen wird seit jeher der Winter verabschiedet. Der Geschichtsverein führt diese Tradition fort. Dessen Vorsitzender Dr. Wilhelm Borth erhielt am Mittwoch die Bürgermedaille.

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  • Serviert wird die leckere Pastete: Gäste während des Schiedwecken-Essens am Mittwochabend in der Stadthalle. 1/2
    Serviert wird die leckere Pastete: Gäste während des Schiedwecken-Essens am Mittwochabend in der Stadthalle. Foto: 
  • Verleihung der Reutlinger Bürgermedaille an Dr. Wilhelm Borth durch Oberbürgermeisterin Barbara Bosch. 2/2
    Verleihung der Reutlinger Bürgermedaille an Dr. Wilhelm Borth durch Oberbürgermeisterin Barbara Bosch.
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Kalbfleisch im Blätterteigmantel - der Schiedwecken gehört zu Reutlingen wie die Marienkirche oder das Tübinger Tor. Der Geschichtsverein hält die Tradition mit der Einladung zum Pastetenessen und dem damit verbundenen Abschied vom Winter seit je her hoch und hatte am Mittwochabend in die Stadthalle eingeladen. "Kimmicher, Mutscheln, Pasteten", hob der Vorsitzende des Geschichtsverein, Dr. Wilhelm Borth, das besondere "Reutlinger G'schmäckle" hervor. Und da sei die Stadt eben besser als ihr Ruf, auch wenn für Kunst, Malerei oder Dichtung oft kein Platz gewesen sei und es deshalb im Jahr 2006 höchste Zeit gewesen sei, die Kulturkonzeption auf den Weg zu bringen, wie Borth in Richtung Oberbürgermeisterin Barbara Bosch scherzte.

Neben Kulinarischem kam mit dem Vortrag von Prof. Sigrid Hirbodian auch das Geistige nicht zu kurz. Die Direktorin des Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Tübingen referierte zum Thema "Faszination Burg". Damit nicht genug, gab es für die Gäste und vor allem für den Vereinsvorsitzenden eine Überraschung. Während sonst nämlich Wissen und Essen im Mittelpunkt stehen, betrat die Oberbürgermeisterin die Bühne und erklärte: "Es ist unüblich, dass ich das Wort ergreife. Und es wird nicht zur Gewohnheit." Doch in diesem Fall sei es ein besonderes Ereignis. Wilhelm Borth erhielt nämlich die Bürgermedaille. "Ich weiß nicht, ob Ihnen klar ist, dass es sich bei Herrn Dr. Borth um einen 68er handelt", führte Bosch aus. Denn 1968 sei es gewesen, als er nach seiner Promotion an der Universität Tübingen und Referendariat ans Isolde-Kurz-Gymnasium gekommen sei. Und während die Schule damals noch reines Mädchengymnasium gewesen sei, habe er sich in dieser Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs als beliebte und innovative Lehrerpersönlichkeit erwiesen.

Das hätte an sich schon für ein Arbeitsleben genügt, doch Borth wollte mehr. Denn die 1980er Jahre seien die Zeit der intensiven Beschäftigung mit der lokalen Geschichte gewesen. Der Geschichtsvereinsvorsitzende habe zudem in akribischer Quellenarbeit und mit umfassenden allgemeinen Kenntnissen eine Vielzahl einschlägiger Arbeiten zur regionalen Geschichte vorgelegt. Der Beitritt zum Verein sei nicht nur ein konsequenter Schritt gewesen, die Übernahme des Vorsitzes im Jahr 2003 sei darüber hinaus ein weiterer Beleg für das außerordentliche Engagement. Wobei es Borth von Anfang an ein Anliegen gewesen sei, die Öffentlichkeit für die Erhaltung des historischen Stadtbilds zu sensibilisieren. Außerdem sei er wichtiger Gesprächspartner bezüglich des 2005 neuerlich aus der Taufe gehobenen Schwörtags und des dazugehörigen Bürgerfests gewesen, betonte die Oberbürgermeisterin.

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