Bürgerauto: Von 18 auf 127 Fahrten

Eine positive Bilanz zu den ersten sieben Monaten Bürgerauto zogen im Verwaltungsausschuss Hajo Cieplik und Jürgen Schneckenburger.

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Seit dem 20. April steht das Auto allen Bürgern kostenfrei zur Verfügung und bringt sie, je nach Wunsch, zu verschiedenen Zielen in der Gemeinde. Ein Angebot, das seit seinem Bestehen immer größeren Anklang findet.

Absolvierte der Kleinbus in Eningen etwa zu Beginn lediglich 18 Fahrten, so weist die Statistik im November deren immerhin 127 aus. Insgesamt beförderte er im vergangenen Monat 73 Personen. Darunter einige Stammgäste. Tendenz weiter steigend.

Die Fahrgastzahlen werden wohl nicht zuletzt auch deshalb steigen, weil das Angebot Anfang nächsten Jahres ausgeweitet wird. Bislang steht der Bus montags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr zur Verfügung, dienstags und freitags von 7.30 bis 12 Uhr. Zusätzlich aufgenommen werden soll nun der Mittwoch- und Donnerstagvormittag. Das Bürgerauto steht also künftig an fünf Tagen in der Woche bereit.

Mit dem ganztägigen Dienst an Donnerstagen deckt man auch einen Tag ab, der sich nach den Freitagen als der mit dem höchsten Fahrgastaufkommen herauskristallisierte, wie Schneckenburger berichtete. Das Gros der Fahrten absolvieren die insgesamt zehn ehrenamtlichen Fahrer für Senioren, Gehbehinderte und Kranke. Zu den häufigsten Zielen zählen Arztpraxen oder Physiotherapeuten.

Dabei habe sich die Entscheidung, das Haus-zu-Haus-Prinzip zu verfolgen, statt feste Haltestellen abzufahren, als praktikabel und beliebt bewährt. Schneckenburger empfiehlt, an diesem Prinzip "unbedingt" festzuhalten. Bürger können ihre Fahrtwünsche bis einen Tag im Voraus telefonisch anmelden. Die eigens eingerichtete Telefonzentrale ist inzwischen mit einer Minijobberin besetzt. Sie übernimmt auch die Einsatzplanung.

Und die Chancen, einen freien Platz im Kleinbus mit sieben Sitzen zu ergattern, sind groß. Der Wagen, vom Eninger Pflegedienst Weggerle angemietet, absolviert hauptsächlich Einzelfahrten und ist nur selten voll besetzt. Bürgermeister Alexander Schweizer unterstrich deshalb, auch an die junge Generation gerichtet: "Es ist ein Bürgerbus. Und Bürger ist jeder."

Bis auf eine kurze Zeit im Juli, als das angemietete Auto urlaubsbedingt nicht zur Verfügung stand, sei die Dienstleistung ansonsten reibungslos geschultert worden, berichteten die beiden Fahrer. Um künftig weitere Fehlzeiten zu vermeiden und den Service zeitlich weiter ausdehnen zu können, empfehlen sie aber, nach Ablauf der einjährigen Startphase, über die Anschaffung eines gemeindeeigenen Fahrzeugs nachzudenken. Nicht gänzlich ausschließen will das Gemeinderätin Rebecca Hummel, obschon sie zunächst noch weitere Erfahrungen gesammelt sehen will.

Grundsätzlich wurde die Zwischenbilanz mit großem Wohlwollen aufgenommen. Dazu beigetragen haben dürfte auch die hohe Spendenbereitschaft der Fahrgäste. Ihre freiwilligen Gaben summieren sich aktuell auf rund 80 Euro in der Woche. Sie tragen also nicht unerheblich zur Finanzierung der 3500 Euro bei, die die Gemeinde im Jahr kalkuliert hat.

Doch nicht nur deswegen, sondern auch wegen der Zufriedenheit bei Bürgern und den Fahrern war die Rede von einer Win-win-Situation. Hajo Cieplik etwa bestätigte am Donnerstagabend im Verwaltungsausschuss: "Das macht Riesenspaß. Es kommt so viel von den Fahrgästen zurück." Die zehn Fahrer sind momentan 2,4 Mal im Monat im Einsatz. Für Cieplik die persönliche Untergrenze: "Einmal im Monat wäre mir zu wenig."

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