Brummis raus und mehr Kontrollen

Seitdem auf der B 312 in Unterhausen stellenweise Tempo 30 gilt, weichen viele Kraftfahrer auf die parallel verlaufende Moltekstraße aus. Mit 156 Unterschriften fordern die Anwohner nun Gegenmaßnahmen.

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Die Moltkestraße wird bisweilen nicht nur zur Ausweich-, sondern auch zur Rennstrecke.  Foto: 

Irgendwie war es abzusehen: Obwohl auf der Bundesstraße 312 zwischen Unterhausen und Honau nun teilweise ganz - aber auch abhängig von der Tageszeit - Tempo 30 herrscht weichen viele Kraftfahrer auf die von Unterhausen-Nord bis Ortsmitte parallel zur B 312 verlaufende Moltkestraße aus. Dort herrscht zwar Tempo 30 ganztägig, dazu noch rechts-vor-links, aber es gibt keine Blitzer.

Das scheint besonders Ortsfremden zu gefallen. Rund 1300 Autos mehr hat die Moltkestraße nun aufzunehmen. "Und das ist doch zum Kotzen", machte sich Ralph Martinitz in der Bürgerfragestunde Luft. Der Gemeinde übergab er eine Petition, in der 156 Anwohner auf Änderungen drängen. Vor allem Lastwagen über 7,5 Tonnen sollte die Durchfahrt verboten werden.

Sehr verärgert reagierte Martinitz in der Gemeinderats-Sitzung, als ihm Bürgermeister Peter Nußbaum beschied, dass für mögliche Änderungen auf dieser Ausweichroute allein das Landratsamt zuständig sei. Noch würde in Reutlingen geprüft, was aus einer Verkehrsschau im Sommer als mögliche Lösung hervorgehen könne.

"Ach, was, man kann ja auch zu Tode prüfen", sagte Martinitz, der erfahren musste, dass das für ihn und die Anwohner dringliche Thema erst Ende Februar im Gemeinderat behandelt werden könne. Keine Frage: Das zuständige Ordnungsdezernat im Landratsamt hat derzeit jede Menge andere Aufgaben, vor allem ist das die Flüchtlingsunterbringung. Doch die Moltkestraßen-Anrainer machen sich jetzt Luft, sie haben laut Martinitz' Papier "genug von leeren Versprechungen!"

Denn es lauerten auch jede Menge Gefahren, falls es denn in der Moltkestraße zwischen Unterhausen-Nord und dem Abzweig zur Holzelfinger Straße nicht bald Gegenmaßnahmen gebe. Trotz Tempo 30 und Rechts-vor-links rasten nachts Autofahrer mit bis zu 70 Sachen durch. Die Straße würde zu dieser Zeit "regelrecht zur Rennstrecke", so Martinitz.

"Zudem kann einem Angst und Bange werden, wenn ein Vierzigtonner am Kindergarten vorbeirauscht", wenn die Kleinen gerade abgeholt würden und auf dem Gehweg stehen, schimpft Martinitz. Allen Lastwagen über 7,5 Tonnen Gewicht müsse das Befahren der Moltkestraße untersagt werden. Im Übrigen würde so eine Maßnahme die vorzeitige Zerstörung des Fahrbahnbelags verhindern.

Und was ist mit den Rasern? Es ist für Beobachter schon wie ein kleiner Krimi, wenn abends und nachts manche Autofahrer die Moltkestraße als Rennstrecke benutzen, und einfach darauf hoffen, dass sie den Lichtkegel des Bevorrechtigten von rechts auch rechtzeitig sehen.

Mobile Geschwindigkeitskontrollen gebe es zu wenig, schon gar nicht in den Abendstunden. Martinitz fordert auch für die Moltkestraße stationäre Kontrollen (Starenkästen) - dies aber in Verbindung mit einer Erweiterung der mobilen Blitzer.

Dass es deren zu wenig gebe, beklagen 145 der 156 Befragten. Denn mit der Unterschriftenaktion wurden auch einzelne Maßnahmen abgefragt - und damit die Meinung der Bürger ausgelotet. Was aber nicht nur Ralph Martinitz ärgert, waren die Gänge zum Rathaus: Schon in der Vergangenheit hätten sich Bürger "bei der Gemeindeverwaltung über die untragbaren Zustände" beschwert. Passiert sei indes nichts, so Martinitz.

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