Brände gefährlicher

Hagel und Hochwasser blieben im vergangenen Jahr glücklicherweise aus, die Zahl der Einsätze der Reutlinger Feuerwehr sank 2014 deshalb auf knapp 1500 - allerdings mussten auch die bewältigt werden.

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Medaillen, Plaketten und Urkunden erhielten am Freitagabend zahlreiche Floriansjünger für ihre herausragenden Leistungen während der Hauptversammlung der Reutlinger Feuerwehr.  Foto: 

Ein Rückgang von fast 330 Einsätzen auf eine Zahl von knapp 1 500 - die Ursache dafür war zurückzuführen auf die Unwetter im Jahr 2013, die 2014 eben nicht eintraten, erläuterte Reutlingens Feuerwehrkommandant Harald Herrmann am Freitagabend während der Hauptversammlung der Reutlinger Feuerwehr. In seinem Jahresbericht führte er weiter aus, dass im vergangenen Jahr 366 Brände zu löschen waren: "Dabei ist festzustellen, dass die Brände immer gefährlicher werden." Warum? "Veränderte Bauweisen, zusätzlicher Wärmeschutz und Mehrfachverglasungen", seien die Ursache für "veränderte Brandverläufe". Und die würden wiederum "hohe Risiken für die Einsatzkräfte mit sich bringen", so Herrmann. "Regelmäßiges Training in Brandübungsanlagen wie auch eine gute persönliche Schutzausrüstung sind daher von zentraler Bedeutung für die Sicherheit der Feuerwehrleute."

Technische Hilfeleistungen waren im vergangenen Jahr 815 Mal vonnöten - "dabei wurden 140 Menschen aus lebensbedrohlichen Lagen gerettet, in 24 Fällen kam jede Hilfe zu spät". Seit Beginn des Jahres besteht die Pflicht zur Installation von Rauchmeldern in den heimischen Wohnungen, das bringe zwar mehr Sicherheit für die Bürger, allerdings sei seit 1. Januar die Reutlinger Feuerwehr zu 13 Einsätzen mit Rauchwarnmeldern gerufen. "Wovon sechs Fehleinsätze waren", betonte Herrmann. Für die kommenden Jahre rechne er mit einer deutlichen Zunahme solcher Fehlmeldungen.

Aber: Die Reutlinger Feuerwehr sei gut aufgestellt - und das sowohl im Bereich der hauptberuflichen 70 Einsatzbeamten wie auch bei mehr als 400 Mitgliedern der Freiwilligen Wehren in der Stadtmitte und in den Teilorten. Dabei zeigte sich auch am Freitagabend einmal mehr: Die Feuerwehr ist immer noch extrem männlich dominiert. Aber immerhin finden sich nach den Ausführungen von Harald Herrmann mittlerweile 26 Frauen in den Einsatzabteilungen.

Solch eine Hauptversammlung ist aber nicht nur Anlass und Grund, um über die Arbeit der Feuerwehr zu berichten, sondern ebenfalls, um zumindest einmal im Jahr Danke zu sagen. Das taten denn Kreisbrandmeister Wolfram Auch ebenso wie Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Gunter Hespeler und Wilfried Müller für die Arbeitsgemeinschaft der Reutlinger Hilfsorganisationen.

Gleiches tat auch Bürgermeister Alexander Kreher: "Es ist gut zu wissen, dass wir eine Feuerwehr haben, auf die wir uns verlassen und somit auch gut schlafen können", betonte er. Teilweise handle es sich um extrem schwierige Einsätze, zu denen die Kräfte gerufen werden - "vor allem, wenn es um Leben und Tod geht". Kreher lobte die Leistung der Feuerwehrleute. Und er verwies (augenzwinkernd) auf eine vermeintlich seltsam erscheinende Meldung, warum die Feuerwehr Reutlingen im vergangenen Jahr einmal ins Kreiskrankenhaus zur Hilfe gerufen wurde: Ursache für den Einsatz sei eine "auf einem Toaster angebrannte Seele" gewesen.

Mehr Ehrungen denn je

Einen richtigen Ehrungs-Marathon gab's am Freitagabend: Dazu zählte etwa die Verleihung des bronzenen Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuzes an Christian Wittel und Stefan Schedler. Oder auch die Vergabe der silbernen Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes an Thomas Müssle, Joachim Blasy und Peter Werner. Weiterhin überreichte Bürgermeister Alexander Kreher bronzene Ehrenplaketten der Stadt an elf Feuerwehrleute und - als Krönung - die städtische goldene Ehrenplakette an Walter Greiner, den langjährigen Leiter der Altersabteilung. Obendrein wurden 25 Männer für ihre 25-jährige und acht Feuerwehrmitglieder gar für die 40-jährige aktive Dienstzeit geehrt. Zudem erhielten am Freitag insgesamt 21 Angehörige der Feuerwehr das "Deutsche Feuerwehr-Fitness-Abzeichen" in den Ausführungen Bronze bis Gold verliehen. Und da seien nach einstimmiger Meinung der "Floriansjünger" schon Leistungen in drei unterschiedlichen Disziplinen gefordert, die nicht von Pappe sind.

NOL

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