Boris Niclas-Tölle Vorsitzender

Mit der Wahl eines neuen Vorstandes und der Annahme einer neuen Satzung schlossen die Reutlinger Sozialdemokraten jetzt im Haus der Begegnung in Orschel-Hagen erfolgreich eine Strukturreform ab.

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Boris Niclas-Tölle ist neuer Vorsitzender der Reutlinger Sozialdemokraten.

Diese Strukturreform hatte im vergangenen Juni die damalige Vorsitzende des Stadtverbandes, Daniela Harsch, eingeleitet. Der 34-jährige Historiker Boris Niclas-Tölle löst als neuer Vorsitzender der Reutlinger SPD Daniela Harsch ab, die aufgrund ihres Umzuges nach Ulm als Vorsitzende nicht mehr zur Verfügung stand. Neben Niclas-Tölle wurden auch Heike Haack und Ramazan Selcuk als stellvertretende Vorsitzende gewählt. Die Genossen hatten nach den Wahlgängen noch das große Bedürfnis, über den jüngsten Vorfall in der ehemaligen Ypernkaserne zu sprechen. Die Mehrheit zeigte sich in höchstem Maße betroffen und forderte einstimmig eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls. Darüber hinaus erklärte die Versammlung ihre uneingeschränkte Solidarität mit den Bewohnern der Unterkunft, aber auch mit den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern des Asylcafes Ringelbach. "Auch wenn ein fremdenfeindlicher Hintergrund des Angriffes nicht nachgewiesen werden kann, kann er zu diesem Zeitpunkt ebenso wenig ausgeschlossen werden", betonte Ramazan Selcuk. Ulrich Lukaszewitz unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung der jüngsten Gründung des Reutlinger Bündnisses für Toleranz und Vielfalt, das sich gegen fremdenfeindliche Tendenzen in Deutschland einsetzen wolle. "Dabei handelt es sich um grundlegende Werte der Sozialdemokratie, und es wird eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Vorstandes sein, diese Werte in Reutlingen selbstbewusst zu vertreten."

Das Hauptthema des Abends war allerdings die viel diskutierte Strukturreform. Deren Kernaspekt ist der Zusammenschluss der Reutlinger Ortsvereine in einen gemeinsamen Ortsverein Reutlingen, der künftig an die Stelle des Stadtverbandes tritt. Besonders Funktionäre kleinerer Ortsvereine hatten zuletzt immer wieder über die bürokratischen Anforderungen der Vereinsstruktur geklagt, die viel ehrenamtliches Engagement gebunden hatte. Von der neuen Rechtsordnung eines einzelnen Ortsvereines auf Stadtebene, in dem die bisherigen Ortsvereine als flexible Ortsteilgruppen weiter bestehen, verspricht sich die SPD mehr Möglichkeiten der Mitgliederbeteiligung.

"Mitglieder können nun frei entscheiden, ob sie sich auf der kommunalen Ebene oder ausschließlich in ihrem Ortsteil engagieren möchten", erläuterte Boris Niclas-Tölle, der neue Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Reutlingen. "Es handelt sich bei der Strukturreform also nicht um eine Zentralisierung, sondern um eine Flexibilisierung dezentraler politischer Mitarbeit. Mitglieder haben künftig mehr Möglichkeiten, sich entsprechend ihrer eigenen politischen Interessen in der SPD zu engagieren", so Niclas-Tölle weiter. Die SPD passe sich so dem Wandel der Gesellschaft und modernen Formen politischer Teilnahme an. Letztlich erlaube der Strukturwandel so eine breitere Präsenz in der Öffentlichkeit und verleihe der Partei neue Stärke in Reutlingen.

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