Bildung ist das große Thema

Brot und Rosen forderten Textilarbeiterinnen einst und meinten damit faire Löhne. FERDA griff dies mit einem Frühstück und Blumengeschenken auf.

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"Wenn wir Frauen bilden, dann verändert sich was", ist Susanne Stutzmann. Projektleiterin von FERDA, der internationalen Elternschule des Familienforums, überzeugt. Um der Forderung nach Gleichberechtigung Ausdruck zu geben, lud dieses zusammen mit dem Forum muslimischer Frauen im Kreis zu einem Frauenfrühstück ein. Mit zahlreichen Weiterbildungsansgeboten möchte FERDA Frauen stärken und damit die gesamte Familie unterstützen. So können sich diese in Kursen etwa EDV-Kenntnisse aneignen, Englisch oder nähen lernen. Bildung sei auch deshalb so ein großes Thema, weil es vielen Frauen aus anderen Ländern schwerfalle, auf dem hiesigen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, so Stutzmann. Neu im Projekt ist der "Bildungspass", mit dem Mitglieder für 30 Euro alle Kurse besuchen können. So könnten auch Frauen mit geringen Einkommen daran teilnehmen, erklärt Binnas Altan, türkische Beirätin bei FERDA.

Eine feste Institution ist bereits das FERDA-Café, bei dem regelmäßig Referenten aus verschiedenen Einrichtungen zu Gast sind. Arbeitsvermittlung, Schuldenberatung oder Ernährungskurse geben Hilfestellungen fürs tägliche Leben. Für viele sei es zudem die erste Möglichkeit gewesen, Deutsch zu üben, berichtet die Projektleiterin. Damals, als die vielen Gastarbeiter ins Land kamen, habe kein Interesse daran bestanden, deren Sprachkenntnisse zu verbessern. Heute gebe es da aber viele Möglichkeiten, stellt Salima Fellous, algerische Beirätin bei FERDA, fest.

Es geht FERDA aber nicht nur um die Frauen. Die Eltern-Kind-Kurse und Ferienangebote sprechen die gesamte Familie an. "Wir wollen auch den Männern Gesichter geben und sie in ihrer Wichtigkeit bestärken", sagt Stutzmann. Schon oft seien Ehegatten auf sie zu gekommen und hätten ihr versichert, wie bedeutsam die Bildungsangebote für ihre Frauen wären.

Am Internationalen Frauentag ging es dann allerdings nur um den weiblichen Elternpart. Die Teilnehmerinnen hatten dafür ein Frühstücksbuffet zusammengestellt, das mit einer tunesische Form des Frikasses, türkischen Börek oder einer Art algerischer Tortilla kulinarisch in viele Länder entführte. Zuvor erinnerte Fellous aber noch an den Ursprung des Feiertages, den Streik amerikanischer Textilarbeiterinnen im Jahre 1857, der unter dem Slogan "Brot und Rosen" geführt wurde. Danach erzählte Margarete Pangella wie in ihrem Ursprungsland Moldawien der Tag gefeiert wird. Dort würden Frauen mit Blumen und anderen Geschenken bedacht und damit auch ihr Beitrag zur Oktoberrevolution gewürdigt.

Solidarisch mit den FERDA-Frauen zeigte sich auch Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke. Diese sah in ihrer Funktion als Sprecherin für Arbeitnehmerinnenrechte noch einigen politischen Nachholfbedarf, etwa bei der Lohnverteilung oder der häufigen Befristung weiblich besetzter Stellen.

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