Bezahlte Pause ab 2016 passé

Bei Bosch in Reutlingen haben sich Standortleitung, Betriebsräte und IG Metall auf verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Senkung der Kosten geeinigt.

|

Ein Teil der Vereinbarung ist die Sicherung der Arbeitsplätze, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Betriebsbedingte Kündigungen sind für die insgesamt rund 7200 Mitarbeiter bis zum Ende des Jahres 2018 ausgeschlossen. Zudem will Bosch im kommenden Jahr in Reutlingen rund 100 Millionen Euro in neue Maschinen und Einrichtungen investieren, zum Beispiel für die Erweiterung der Produktion von mikromechanischen Sensoren. Das außerdem verabschiedete Kostensenkungsprogramm umfasst unter anderem auch den Verzicht auf die bezahlten Erholzeitpausen. Damit wird nun auch am Bosch-Standort Reutlingen die 1973 in Baden-Württemberg vereinbarte Steinkühlerpause stufenweise reduziert.

"Es ist uns gelungen, gemeinsam eine tragfähige Lösung für den Standort Reutlingen zu finden, die allen Beteiligten eine Zukunftsperspektive bietet", sagt Ingrid Peters, Leiterin Personal- und Sozialwesen des Bosch-Geschäftsbereichs Automobilelektronik. Neben Investitionszusagen für den Standort soll auch die demografische Entwicklung der Belegschaft durch "geeignete Maßnahmen" begleitet werden. Zudem einigten sich Standortleitung und Betriebsräte auf die Aufnahme von Verhandlungen zur Flexibilisierung von Arbeitszeiten.

Die Steinkühlerpause, wie die bezahlte Erholzeitpause auch genannt wird, soll nun für die rund 2800 in den Reutlinger Produktionsstätten betroffenen Mitarbeiter stufenweise reduziert werden und 2016 ganz entfallen. Dabei sieht die Vereinbarung vor, vom 1. Mai 2014 an die bezahlten Erholzeitpausen mit den Tariferhöhungen 2014, 2015 und 2016 zu verrechnen.

In einem Einigungsstellenverfahren wurden zudem Ausgleichsmaßnahmen entschieden. So erhalten alle von der Regelung betroffenen Mitarbeiter eine Sonderzahlung in die Bosch-Altersvorsorge zum Ausgleich der zu erwartenden Rentenverluste. Zudem werden die Mitarbeiter der unteren Entgeltgruppen durch einen monatlichen Ausgleichsbetrag finanziell entlastet.

Darüber hinaus wurde die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden sowie der aus Weiterbildungen zurückkehrenden ehemaligen Auszubildenden bis 2015 vereinbart. "Wir haben die Trendwende eingeleitet - von einer Überalterung zur Verjüngung der Belegschaft", so Betriebsratsvorsitzender Daniel Müller. Durch den Kündigungsschutz und die Produkt- und Investitionszusagen sei die mittelfristige Zukunft des Standorts und unserer Belegschaft gesichert.

Reutlingen ist Sitz des Geschäftsbereichs Automobilelektronik und mit rund 7200 Mitarbeitern dessen bedeutendster Entwicklungs- und Fertigungsstandort. Im weltweiten Bosch-Fertigungsverbund hat der Standort große Bedeutung als Leitwerk sowie als An- und Hochlaufwerk für die Fertigung von Komponenten und Modulen der Automobilelektronik. Die wesentlichen Erzeugnisse sind Halbleiter, Sensoren sowie Steuergeräte. Neben der Automobilelektronik entwickelt und vermarktet Bosch in Reutlingen auch Sensoren für den Elektronik-Konsumentenmarkt sowie Komponenten für E-Bikes und für die Energie- und Gebäudetechnik.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gewerbesteuer: Einnahmen sprudeln kräftig

Stadtkämmerer Frank Pilz stellt im Finanzausschuss den zweiten Finanzwischenbericht vor. weiter lesen