Bestände haben sich erholt

Auch der ornithologische Bericht 2014, der bei der Hauptversammlung der Reutlinger Ortsgruppe im Naturschutzbund (Nabu) Deutschland vorgestellt wurde, enthielt wieder etliche positive Überraschungen.

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Ornithologischer Bericht des Naturschutzbunds: Eine der sehr seltenen Wasserralle überwintert derzeit am Breitenbachsee und damit erstmals im Landkreis Reutlingen.  Foto: 

Eine ganze Reihe von Nabu-Mitgliedern, allen voran Richard Armbruster, Roland Finkbeiner, Siegfried Bauer, Hans-Martin Koch, Roland Herdtfelder und Hans Joachim Riedinger, haben sich wieder um ornithologische Beobachtungen gekümmert. Roland Finkbeiner stellte die bemerkenswertesten Fakten des Berichts vor.

"Abgesehen vom August waren alle Monate des Jahres 2014 im langjährigen Mittel deutlich zu warm, was sich aber durchaus positiv auf unsere heimische Vogelwelt auswirkte. Bei vielen Arten trug dies nach dem schwierigen Jahr 2013 im Raum Reutlingen wieder zur Konsolidierung der Bestände bei", sagte Finkbeiner zu Beginn seiner detaillierten Ausführungen. Was die Zahl der Wintergäste und deren Artenvielfalt in unserer Region betrifft, so verlief das Winterhalbjahr weitgehend unspektakulär. Unter den wenigen Arten ragten zehn Krickenten auf dem Schlattwiesensee im Markwasen und zwei Knäkenten auf dem Breitenbachsee heraus. Die so genannten Kurzstreckenzieher wie Hausrotschwanz, Bachstelze, Zilpzalp und Rohrammer zeigten sich zwei bis drei Wochen früher als sonst. Dagegen kamen Langstreckenzieher, wie zum Beispiel Schwalben, nur geringfügig früher zu uns zurück.

Gute bis sehr gute Bedingungen zur Brutzeit und zur Zeit der Jungenaufzucht waren für unsere heimischen Brutvögel nach dem "Katastrophenjahr" 2013 geradezu ein Segen, um Bestandsverluste ausgleichen zu können. Besonders erfreulich war eine Reihe von Nachweisen für unsere kleinste Eulenart, den Sperlingskauz. Besonders auffällig ist, dass der Landkreis mit 13 Revierpaaren die höchste Uhu-Dichte in Baden-Württemberg aufweist. Zum ersten Mal seit 88 Jahren brütete im Kreis wieder ein Paar des Weißstorches, das auf dem Rathausdach in Zwiefalten einen Jungstorch großzog. Mit einer auf der Lauter entdeckten siebenköpfigen Gänsesäger-Familie konnte eine neue Brutvogelart für den Landkreis Reutlingen festgestellt werden.

Intensives Verfolgen des herbstlichen Zuggeschehens an der Achalm, der Erddeponie "Sauer Spitz", auf den Härten und im Neckartal brachte überraschende Feststellungen und erstaunliches Zahlenmaterial. Neben Flussuferläufern, Purpurreihern und Mittelmeermöven unter anderem auch 102 535 Ringeltauben und 5754 Feldlerchen. Den ungewöhnlichsten Auftritt hatte ein Zwergadler über der Erddeponie und ein Steinadler auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen.

Im Spätherbst/Frühwinter zeigte sich auf den Gewässern der Region eine ganze Palette rastender Wasservögel. Darunter auch zwei zu den gefährdeten Vogelarten zählende, ausgesprochen versteckt lebende und sehr scheue Wasserrallen. Ein Paar des etwa 25 Zentimeter großen Wasservogels überwintert am Breitenbachsee und damit erstmals im Kreis Reutlingen. Zu den Raritäten zählten auch im Naturschutzgebiet Listhof rastende Bekassinen und Beutelmeisen sowie mehrere Wochen lang eine männliche Spießente auf dem Breitenbachsee.

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