Bessere Werbung für Fairtrade-Produkte

Die Hochschule Reutlingen hat die Ergebnisse einer Studie zum Modekaufverhalten hinsichtlich des Einflusses von Fairtrade-Labeln vorgestellt.

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Professor Dr. Jochen Strähle hat die aktuelle Studie zum Einfluss des Fairtrade-Siegels auf das Käuferverhalten und die Kenntnisse von Verkäuferinnen verfasst.  Foto: 

Die Hochschule Reutlingen hat die Ergebnisse einer Studie zum Modekaufverhalten hinsichtlich des Einflusses von Fairtrade Labeln vorgestellt. Die veröffentlichten Ergebnisse zeigen auf, dass die befragten Modekäuferinnen zwar kein fundiertes Wissen über Fairtrade haben, jedoch das Fairtrade-Siegel die Kaufentscheidung beeinflusst, heißt es in einer Mitteilung der Hochschule.

Ziel der Studie war es, Modegeschäften Empfehlungen im Sinne der Aufklärung über den fairen Handel zu geben, zum einen hinsichtlich der Fragestellung, welchen Einfluss Nachhaltigkeitssiegel auf das Kaufverhalten ausüben und zum anderen, ob sich die Abnehmerinnen von Textilwaren der Funktion und des Hintergrundes des Fairtrade-Siegels bewusst sind.

Ziel der Umfrage war es, die Einflüsse des Fairtrade-Siegels auf Kundinnen von „Adler“ festzustellen und das Kundenwissen über Fairtrade zu erfassen, sowie festzuhalten, ob dieses Wissen als wichtiger Faktor für die ethische Käuferin einzuschätzen ist. Der deutsche Einzelhändler „Adler Modemärkte AG“ wurde für diese Studie ausgesucht, da dieser eines der ersten deutschen Modegeschäfte war, das bereits 2010 mit dem Verkauf von Fairtrade-Produkten begonnen hatte. Ausgewertet wurden hierzu 127 Kundinnen-Befragungen der deutschen Adler Modemärkte AG sowie weitere 1712 korrekt ausgefüllte Online-Fragenbogen. „Es konnte gezeigt werden, dass die Käuferinnen kein fundiertes Wissen über Fairtrade haben, jedoch spiegelt der unerwartet hohe Stand des Kundenwissens über Fairtrade-Zertifizierungen das allgemeine Interesse an dem Thema wieder“, stellt Professor Jochen Strähle fest. Die Befragung zeigt zudem, „dass Kundinnen den Einfluss und die Ausdehnung von Fairtrade überschätzen, was auf die Verwirrung der Käuferinnen angesichts der Siegelvielfalt am Markt hinweist“, so Strähle.

Angesichts der Hauptergebnisse dieser Studie und des geringen Prozentsatzes der Befragten, denen bewusst war, dass Fairtrade-Produkte angeboten werden, sollten Unternehmen demnach zwei Möglichkeiten in Betracht ziehen – bessere Werbung für Fairtrade-Produkte oder aber die Sortimentsaufgabe der Fairtrade-Produkte, so die Empfehlung und das Fazit aus den Untersuchungen. Die Hochschule Reutlingen forscht derzeit in mehreren geförderten Projekten zur Zukunft der Textilindustrie. Zu diesem Thema wurden bereits mehrere Studien veröffentlicht, beispielsweise zur Wirkungsweise nachhaltiger Kommunikation oder zur Möglichkeit, Smartphone Apps zur Informationsbeschaffung zu nutzen, so die Mitteilung.

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