Bereitschaft zum offenen Dialog

Nach zehn Treffen ist zunächst einmal Schluss. Das Friedensgebet am Baum der Religionen bei der Stadthalle macht nun eine Pause. Und feierte dabei die erste Dekade mit einem kleinen Friedensfest.

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Christina Hörnig vom Arbeitskreis der Religionen und im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen aktiv, war glücklich. "Wir haben an zehn Abenden erlebt, wie Menschen unterschiedlicher Herkunft und religiöser Tradition zusammen für den Frieden eingetreten sind", sagt die Pfarrerin beim evangelischen Dekan. Auch Frieder Leube vom Bildungswerk der Evangelischen Kirche, einer der Mitinitiatoren der Friedensgebete am Baum der Religionen vor der neuen Stadthalle auf dem ehemaligen Bruderhausgelände, ist mit der Resonanz auf die Einladung zufrieden. Rund 150 Personen waren an jedem Montagabend zwischen Ende Oktober und dem 22. Dezember zusammengekommen, hatten Kerzen mitgebracht und die Bereitschaft zum offenen Dialog mit Menschen aus anderen Religionen.

Allen gemeinsam war die Sehnsucht nach einem friedlichen Zusammenleben und die Bereitschaft, dafür einzustehen vor Gott, wie sie ihn verstehen und kennen gelernt haben. "Uns ist wichtig, dass wir keine Religionsvermischung praktizieren", sagt Hörnig. Lange habe man diskutiert im Vorfeld, habe abgewogen, wie die Zusammenkünfte von Muslimen, Anhängern der Bahai-Religion, Juden und Christen aus katholischer und evangelischer Landeskirche und den Methodisten samt Vertretern aus deren theologischer Hochschule gestaltet werden könnte. Man hat sich darauf geeinigt, dass jeder Vertreter der Religionsgemeinschaft sich in seiner Tradition und seinem Verständnis äußert, in seiner Sprache und in der Deutschen Übersetzung. Mit diesem "multireligiösen" Gebet habe man sich deutlich von einer Religionsvermischung und dem Anrufen einer allgemeinen Gottheit abgegrenzt, betonen Hörnig und Leube. Für Christen ist der als Jude geborene Jesus Christus Gottes Sohn, der Mensch wurde, um die Menschen mit Gott zu versöhnen. "Daran festhalten und dennoch den Respekt vor dem Erleben anderer nicht zu verlieren", sei die Herausforderung solcher Begegnung. Das sei, so die Veranstalter, gelungen.

Die Polizei zeigte in gebührendem Abstand Präsenz und mit Zustimmung der Stadtverwaltung wurden diese Treffen abgehalten. Angesichts der in anderen Großstädten aufgetretenen Gewalt im Zusammenhang mit den Demonstrationen gegen die Asylpolitik der Bundesregierung empfanden die Teilnehmer und Organisatoren der Gebetstreffen die Stimmung in der Stadt und unter den Teilnehmenden als ein Wunder. "Ich bin glücklich, dass wir auf dieser Ebene treffen konnten", sagt der methodistische Pastor Harald Rückert.

Im Februar soll die Aktionen ausgewertet werden. Dann will der Arbeitskreis darüber nachdenken, ob solche Gebetstreffen an anderen prominenten Orten im Stadtgebiet und weiteren Tagen stattfinden können. "Ich empfinde das Gebet als eine wunderbare Möglichkeit, die Welt konkret zu verändern", betont Christina Hörnig.

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