Bei der Bergung ist Geduld gefragt

Ein Schreckensszenario bot sich bei der Übung der Feuerwehr am Donnerstagabend: Auf der Zufahrt zum Komposthof hatte ein Lastwagen seine Ladung verloren - die dann zwei Fahrzeuge unter sich begrub.

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Die Frontscheibe musste herausgesägt werden, um den Mann retten zu können. Foto: Jan Zawadil

Es sind Szenen, die sich auch in der Realität abspielen können. Um auf alles vorbereitet zu sein, übt die Pfullinger Freiwillige Feuerwehr deshalb regelmäßig und steht immer wieder vor kniffligen Aufgaben.

Ein besonders schwieriges Szenario bot sich den Helfern aber am Donnerstagabend: Ein Lastwagen hatte in einer Kurve auf dem Weg zum Komposthof Stahlträger und Stahlstangen verloren, die ein Auto sowie einen Kleintransporter unter sich begraben hatten.

Die Übung in Zusammenarbeit mit der Reutlinger Feuerwehr sowie der Schnelleinsatzgruppe des Roten Kreuzes sah dabei vier Verletzte vor. Wobei einer der Stahlträger auf der Fahrerkabine des Transporters gelandet war und eine Bergung der beiden Insassen zusätzlich erschwerte. Noch härter hatte es den Fahrer des bereits vorab schrottreifen Golfs getroffen. Denn der Unfalldarsteller mimte nicht nur einen eingeklemmten Autofahrer, auch hatte sich eine verlorene Stahlstange durch die Windschutzscheibe sowie durch den Wagenlenker gebohrt.

Schnelles und trotzdem behutsames Vorgehen war deshalb von den knapp 40 Einsatzhelfern gefordert. Wobei die Reutlinger Wehr mit ihrem Kranwagen angerückt war, um die Stahlträger vom Transporter sowie von der gesamten Unfallstelle wegzuhieven.

Vor allem die Bergung des schwer verletzten Autofahrers geriet während der Übung aber zum Geduldsspiel. Die Helfer mussten nämlich nicht nur das vermeintliche Opfer versorgen. Zunächst musste auch die Frontscheibe per Hand herausgesägt werden, um den Mann retten zu können. Um den Verletzten letzten Endes aus dem Golf zu bekommen, musste außerdem die massive Stahlstange gekappt werden - und da war ebenfalls schnelles und gleichzeitig sanftes Vorgehen gefragt.

Die Feuerwehrleute meisterten die Herausforderung trotzdem, auch wenn sich das abgenommene Dach an einem Zipfel partout nicht lösen wollte. Letztlich konnte der vermeintlich schwer Verletzte ohne Weiteres aus dem Wageninneren gehoben werden.

Bereits während der Übung war aber von einigen Beobachtern zu hören, dass die Helfer geordnet vorgehen und alles gut laufe. Die eine oder andere Kleinigkeit müsse trotzdem nochmals angesprochen werden. Letztlich sind hierfür allerdings Übungen da. Schließlich sollen die Abläufe in der Rettungsarbeit ja auch stetig weiterverbessert werden.

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