Bald schneller surfen

Im Gegensatz zu manch ländlichen Kommunen, entwickelt sich der schnelle Internetzugang in Pliezhausen ziemlich positiv, wie Markus Hillenbrand jetzt im Gemeinderat ausführte.

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Beinahe ganz Pliezhausen wird mit Breitbandkabel versorgt.  Foto: 

"Ein leistungsfähiger Internetanschluss zählt heute im gewerblichen Bereich schon zu den K.O.-Kriterien für eine Standortentscheidung", betonte Markus Hillenbrand, stellvertretender Leiter der Finanz-, Liegenschafts- und Personalverwaltung der Gemeinde Pliezhausen, am Dienstagabend während der Gemeinderatssitzung. Dass zahlreiche Unternehmen, Firmen und Betriebe heute bei den Überlegungen, ihren Standort zu verlegen, nicht nur auf die verkehrliche Anbindung schauen, sondern auch auf das sogenannte "schnelle Internet", das ist bekannt. Damit rückt der ländliche Raum wegen der schlechteren Versorgung immer mehr ins Hintertreffen.

Nicht so Pliezhausen: Dort wurden 2012 vor allem für die Ortsteile Gniebel, Rübgarten und Dörnach von der Telekom gute Voraussetzungen für den Internetzugang geschaffen, die laut Hillenbrand zumindest im Bereich zwischen "gut und ausreichend" anzusiedeln seien. Aber: Vor allem für den Hauptort bestehe deutlicher Nachholbedarf. Besonders im Wohngebiet Baumsatz und westlich des Ortskerns sei die DSL-Versorgung unzureichend. "Im Gegensatz zu den Ortsteilen sind hier jedoch über 80 Prozent der Privathaushalte mit Fernsehkabel von der Kabel BW erschlossen." Damit könnten auch leistungsfähige Internetanschlüsse gewährleistet werden.

Dem Pliezhäuser Gewerbegebiet bringe das aber rein gar nichts: Dort will die Telekom nämlich nicht - anders als im Hauptort, wo das Netz auf Kosten des Anbieters ausgebaut wird - die Infrastruktur für die Unternehmen verbessern. "Dies hat rein wirtschaftliche Gründe", so Hillenbrand. Schlussendlich hätte die Telekom beim Glasfaserausbau auf Grund der geringen Anschlussdichte "höhere Kosten bei weniger Umsatz".

Aber: Durch das Engagement der Gemeindeverwaltung wird sich die FairNetz GmbH (einer Tochter der Reutlinger FairEnergie) dort einbringen - "noch in diesem Jahr wird eine Glasfaserleitung in das Gewerbegebiet verlegt", betonte Markus Hillenbrand. Der Hintergrund: "Mit der Übernahme des Stromnetzes in Pliezhausen verfolgt die FairNetz aus eigenem Antrieb das Ziel, Glasfaserinfrastruktur aufzubauen - um das Netz für neuartige Steuerungsmechanismen zukunftstauglich zu machen." Das Fazit für das Gewerbegebiet lautet also: "Mit einer Glasfasererschließung kann den Firmen übertragungstechnisch quasi unbegrenzte Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden."

Also alles in Butter in Pliezhausen, weil ja auch im Hauptort das Vorhaben der Telekom für den besseren und schnelleren Internet-Zugang sorgen wird? Nicht ganz, denn: Zehn Baustellen vor allem im Gehwegbereich und an manchen Straßenquerungen werden dort in den kommenden Wochen anzutreffen sein. Immerhin sollen durch diese Maßnahmen bis zum 15. Oktober die leistungsfähigeren VDSL-Anschlüsse in Pliezhausen verfügbar sein. Aber nicht automatisch, denn: "Die Umstellung auf die neue Technik erfolgt nur, wenn die Telekom dazu von den Anschlussnehmern beauftragt wird", betonte Hillenbrand.

Und in manchen Bereichen, wie etwa der Johannes-, Sedan- und Sulzstraße bleibe alles im bisherigen Zustand. Das hänge "mit regulatorischen Vorgaben" zusammen - die Telekom darf nämlich in einem bestimmten Radius um die sogenannten Hauptverteiler gar nicht tätig werden, weil sie damit "konkurrierende Anbieter beeinträchtigen würde".

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