Bald kommt Hauff ganz neu

Nach 30 Jahren wird es Zeit für einen Tapetenwechsel. Die literarische Schau über den Dichter und Märchenerzähler wird komplett umgestaltet. Mit einer Finissage wurde Abschied vom "alten Hauff" gefeiert.

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"Herzliche Grüße aus China!" - und das natürlich auch noch in Schriftzeichen aus dem Reich der Mitte: Das war der vorletzte Eintrag im Gästebuch des Hauff-Museums, das nun neu gestaltet wird. Die Schau war vergleichsweise gut frequentiert, denn sie berichtet über einen außergewöhnlichen Mann. Zahlreiche Besucher von Schloss Lichtenstein kamen auch oft ins Tal nach Honau, um mehr über eine literarische Besonderheit zu erfahren.

Im ehemaligen Farrenstall gibt es Einblicke über das Leben und Wirken des Dichters Wilhelm Hauff (1802 bis 1827), der es in seinem kurzen Leben geschafft hatte, dass ein Herzog von Württemberg nach Hauffs Romanvorlage sich ein Schloss baute, die weltweit bekannte, architektonisch fast kindlich verspielte Märchenburg (1842). Zumindest in Deutschland war dies ein einzigartiger Vorgang. Und neben Hauffs Roman "der Lichtenstein" wurden seine Märchen ("Der kleine Muck" und "Zwerg Nase") europaweit bekannt. Nun wird das Museum im oberen Echaztal umgemodelt, "museal neu ausgerichtet", wie Lichtensteins Bürgermeister Peter Nußbaum sagte. "Es war ein Glücksfall", so Nußbaum, dass es mit Lore Ziegler und Friedrich Pfäfflin zwei Protagonisten gab, die mit viel Engagement das Hauff-Museum auf den Weg brachten.

Am Wochenende gabs dann für das scheidende Ehepaar Susanne und Christian Hirschmann, die seit 1999 viele Besucher geführt haben, Wein und Blumen, Käthe Betz bleibt Museumsleiterin. Musikalisch umrahmt wurde die Finissage von Christian Hirschmann (Baß) und Herbert Glöckle (Gitarre).

Rund 40 000 Euro soll der Umbau des Hauff-Museums kosten, rund die Hälfte davon übernimmt das Land. "Im Gegensatz zu Ludwig Uhland oder Eduard Mörike wird Wilhelm Hauff heute noch von jungen Leuten gelesen", sagte Dr. Helmuth Mojem, der Leiter des Cotta-Archivs in Marbach ist.

Zusammen mit Dr. Thomas Schmidt, dem Leiter der Arbeitsstelle für Literarische Museen im Deutschen Literaturarchiv Marbach, entwickelt er die Neukonzeption der Honauer Ausstellung. Hauff in Honau wird zukünftig museal vernetzt sein - mit den Museen in Baiersbronn und auf Schloss Neuenbürg, so Schmidt. Er denkt an ein "Lern- und Literaturmuseum".

Man darf gespannt sein: Schloss Lichtenstein solle mehr betont werden - die Dokumente mit Kunstlicht bestrahlt, wie in anderen Museen auch üblich. Zunächst jedoch gehen zahlreiche der Leihgaben nach Marbach zurück. Im Herbst dann öffnet "Hauff ganz neu".

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