Aus zwei mach eins

Ob die Seelsorgeeinheit Süd/West statt bisher zwei Pfarreien künftig eine einzige Kirchengemeinde bilden können, dieser Plan wird in den kommenden Wochen bei Gemeindeversammlungen diskutiert.

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Der katholische Gemeindebrief lädt die zusammen etwa 11 000 Gemeindemitglieder zu vier Terminen sonntags nach der Messe in die jeweiligen Gemeindezentren ein. Auftakt ist am Sonntag, 16. März, 10.30 Uhr, in St. Johannes der Täufer (Ohmenhausen) und am selben Tag um 12 Uhr in Bruder Klaus (Betzingen. Am folgenden Sonntag, 23. März, geht es weiter um 10.30 Uhr in Heilig Geist (Reutlingen) und schließlich um 12 Uhr in St. Michael (Gönningen), heißt es in einer Mitteilung.

Damit auch Anliegen zur Sprache kommen können, die im großen Kreis vielleicht nicht genannt werden, bietet Pfarrer Dangel außerdem ab 25. März besondere Sprechstunden zum Thema der Vereinigung in allen Gemeindezentren an.

Argumente für eine solche Neuorganisation wurden bereits im letzten Gemeindebrief dargestellt. Sehr vieles in der Seelsorgeeinheit geschieht seit mehr als einem Jahrzehnt in enger Zusammenarbeit der beiden Kirchengemeinden Bruder Klaus und Heilig Geist. Außerdem hat jede Pfarrei schon bislang zwei Teile, da es jeweils eine Haupt- (Bruder Klaus/Heilig Geist) und eine Filialgemeinde gibt (St. Johannes/St. Michael). Die beiden Kirchengemeinderäte, die schon länger fast nur gemeinsam arbeiten, haben den Weg der Vereinigung als sinnvoll erachtet. Für die einzelnen vier Teile der Seelsorgeeinheit mit ihren vier Kirchen, für die beiden Büros als Anlaufstellen, für die Gruppen der Gemeinden und vor allem für die Gottesdienste und Sakramentenfeiern würde sich durch eine Vereinigung nichts ändern.

Neu wäre die Zuständigkeit und Benennung der Gremien, sodass die Zusammenarbeit als neue Gemeinde auch offiziell einen neuen Rahmen mit einem einzigen gewählten Kirchengemeinderat aus Vertretern aller Gemeinden erhielte, was der Tatsache Rechnung trägt, dass man schon lange auch nur einen einzigen gemeinsamen Pfarrer hat. Im Gegenzug werden Entscheidungen für das Gemeindeleben am Ort in den jeweiligen Gemeindeausschüssen getroffen, die von einem Mitglied des Pastoralteams begleitet werden. Damit wird gewährleistet, dass Kirche trotz des großen gemeinsamen Daches in der Nähe der Menschen präsent bleibt.

In den Gemeindeausschüssen können alle Interessierten mitarbeiten und örtliche Fragen mitentscheiden. Der Umbau der Gemeinden verspricht den Seelsorgern Entlastung von doppelter Verwaltungsarbeit und scheint eine gute Basis für die Anforderungen der Zukunft zu sein. Um dem neuen Miteinander, das nicht zum bloßen "Anschluss" der einen an die andere Pfarrei geraten soll, einen stimmigen Ausdruck zu verleihen, soll die neue Gemeinde nach dem Willen der Kirchenräte auch einen neuen gemeinsamen Namen erhalten.

Das kann zum Signal eines neuen spirituellen Aufbruchs zu den Menschen von Heute werden, dem alle Strukturen dienen sollen. Derzeit werden hierfür Vorschläge in den vier Kirchen auf Plakaten gesammelt, um dann vom Kirchengemeinderat gesichtet zu werden. Voraussichtlich gibt es im Juni/Juli eine Predigtreihe über drei Favoriten, über die alle Kirchenbesucher zuletzt abstimmen dürfen.

Die Vereinigung der Seelsorgeeinheit zu einer Kirchengemeinde aus vier Teilen muss nach katholischem Kirchenverständnis am Ende freilich der Bischof vollziehen. Alle Überlegungen stehen darum unter dem Vorbehalt, dass dieser das Anliegen unterstützt, denn die Gründung und Auflösung von Pfarreien sowie die Namensgebung ist Vorrecht des Bischofs. Pfarrer Dangel und die Verantwortlichen in den Gemeinden und der Diözesanleitung sind sich aber sicher, dass Gebhard Fürst in Rottenburg die Wege mitgeht, die breiten Rückhalt in den Gemeinden finden.

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