Aus für den Listplatz-Brunnen

Der marode Listplatz-Brunnen wird nicht mehr saniert, heißt es in einer Mitteilungsvorlage an den Ausschuss. Die Kosten wären zu hoch und können im Budget des Haushalts nicht aufgebracht werden.

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Trostloser Anblick: Der mit rotbraunem Herbstlaub gefüllte Listplatz-Brunnen wird nicht saniert.  Foto: 

Es war einmal ein schöner Brunnen mit Wasserfontänen vor dem Hauptbahnhof, an dem sich das Auge erfreute. Doch leider kam es immer wieder zu Vandalismus und Vermüllung, weshalb der Listplatz-Brunnen 2009 stillgelegt wurde. Die FWV wollte nun wissen, ob man von seiten der Stadt die wenig einladende Situation verbessern werde. In einer Vorlage an den Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss, der heute tagt, teilte der Leiter des Amts für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt, Arno Valin, mit, dass "innerhalb des laufenden Jahresbudgets die Mittel für eine Sanierung des Listplatz-Brunnens nicht aufgebracht werden können".

Das Konzept mit dem Brunnen war zwar Mitte der 50er Jahre durchaus modern - als nicht begehbare Anlage. Aufgrund neuer Sicherheitsvorschriften könne er heute allerdings nicht mehr betrieben werden. Allein 80 000 Euro würde es kosten, um das schadhafte Brunnenbecken zu sanieren, die Leitungen und Düsen zu erneuern und einen zusätzlichen Pumpenschacht zu bauen. 2013 hatten Studenten des Studiengangs Landschaftsarchitektur der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen in einer Rathaus-Ausstellung Planungsideen gezeigt, wie die Brunnenanlage im Zusammenhang mit der Platzgestaltung aussehen könnte. Heutige Anlagen auf urbanen Plätzen seien "begehbar und bespielbar". Insofern käme nur eine technisch wie auch funktionale Umgestaltung in Frage - was alleine schon 130.000 Euro verschlingen würde. Damit, so Valin, wären aber die "platzräumlichen Defizite des Listplatzes noch nicht behoben", da die Wegebeziehungen um eine solche geänderte Brunnenanlage verändert werden müssten. Der Tiefbauamtschef geht davon aus, dass für eine Umgestaltung des gesamten Platzes Kosten in Höhe von 350.000 Euro anfallen würden.

Valin erinnert in seinem Papier, dass für die Unterhaltung von Brunnenanlagen im städtischen Haushalt jährlich gerade einmal 370.000 Euro zur Verfügung stehen, davon 40.000 Euro für Reparaturen. Ein Schwerpunkt bei diesen Reparaturen lag in den vergangenen beiden Jahren auf der denkmalgerechten Sanierung des Gerberbrunnens in Höhe von 60.000 Euro.

Kurzum: Für eine sachgerechte Sanierung des Listplatz-Brunnens ist aus Sicht der Stadt schlichtweg kein Geld vorhanden.

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