Aus der Unterwelt an die Grillstelle

Spektakuläre Einblicke in ein altes Silberbergwerk, in die Geschichte des Buchdruckes und in die Geheimnisse des Glasbläserhandwerkes erhielten jetzt über 50 begeisterte Kinder aus Pfullingen und Sonnenbühl.

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50 Kinder aus Pfullingen und Sonnenbühl waren mit von der Partie beim Jubiläumsausflug von KSK und Geschichtsverein. Foto: Privat

Kreissparkasse und Geschichtsverein Pfullingen organisierten den Ausflug im Rahmen des 25. Pfullinger Kinderferienprogramms. Der Ausflug der beiden Veranstalter Kreissparkasse und Geschichtsverein war traditionell wieder eine der größten Veranstaltungen beim Ferienprogramm und zugleich der Jubiläumsausflug einer bewährten Partnerschaft - seit Bestehen des Pfullinger Ferienprogramms wurden und werden geschichtlich interessante Ausflüge für ganze Generationen von Kindern und Jugendlichen gemeinsam geplant und durchgeführt.

Mit einem modernen dreiachsigen Reisebus ging es zunächst in die alte Schwarzwaldstadt Neubulach, wo das ehemalige Silberbergwerk "Hella-Glück-Stollen" besucht wurde. Zuerst wurden alle Kids standesgemäß mit Schutzumhang und rotem Schutzhelm eingekleidet und erhielten letzte Sicherheitsanweisungen vor dem Eintritt in den Stollengang des Bergwerkes. Selbstverständlich durfte der traditionelle Bergmannsgruß nicht fehlen. Der Gruß des Steigers "Glück Auf!" wurde von den Ausflüglern laut und kräftig bestätigt.

Im Stollen selbst startete eine hoch interessante Führung und machte die jungen Bergwerkbesucher hautnah mit der langen Geschichte der württembergischen Erzgewinnung vertraut. Alle waren ob den schweren Arbeitsbedingungen unter Tage beeindruckt. Ein Bergmann lebte damals sehr gefährlich, hatte zwar besondere Privilegien, wurde aber im Mittelalter aufgrund der schweren Arbeitsbedingungen nur etwa 35 Jahre alt.

Wohl die meisten Jugendlichen waren froh, als man den engen Hella-Glück-Stollen, in dem letztmals von 1920 bis 1924 Erz zur Gewinnung von Wismut gefördert wurde, vorbei an der Statue der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute und Sprengmeister, wieder an das vertraute Tageslicht gelangte. Und auf dem Platz vor dem Stolleneingang konnten die Ausflügler das alte Steinmetzhandwerk gleich live erleben: Eine junge Steinmetzin arbeitet schon seit mehreren Wochen mit großem handwerklichen Geschick aus einem großen Buntsandsteinblock einen lebensgroßen Bergmann mit einer Lore heraus.

Nach diesem abenteuerlichen Ausflug in die Unterwelt des rötlichen Schwarzwaldbuntsandsteines und dem Kauf von schimmernden Mineralien hatten sich alle ihr Mittagessen redlich verdient. Auf einem Rast- und Spielplatz beim Bannwaldgebiet in Kälberbronn warteten die Grillwürste, zubereitet vom Team der Kreissparkasse um Jörg Vollmer und Siegfried Wörner, sowie kühle Getränke auf die Ausflügler.

Frisch gestärkt ging nach einer Spiel- und Sportphase die Fahrt in die Klosterstadt Alpirsbach, wo zunächst die "Alpirsbacher Offizin", eine historische Buchdruckerei, besucht wurde. Beeindruckt standen die großen und kleinen Besucher vor Druckstöcken und alten Lettern - alle waren von der Geschichte der Erfindung des Buchdruckes mehr als fasziniert.

Sehr anschaulich erläuterte Dr. Hermann Kilgus die alten Drucktechniken und die dazu notwendigen Maschinen. Da war dann Fingerspitzengefühl, aber auch Muskelkraft gefragt. Das durften die Kinder gleich selbst unter Beweis stellen: Sie besuchten zwar nicht die bekannte und direkt gegenüberliegende Brauerei, durften sich aber ihren eigenen Bierdeckel an der Hebeldruckmaschine selbst bedrucken. Doch damit nicht genug: Dr. Kilgus hatte als Überraschung speziell für den Ausflug der Kreissparkasse und des Geschichtsvereins noch einen ganz besonderen Druckstock mit einem historischen Druckereimotiv hergestellt - an der Handabzugspresse druckten sich alle Kinder und auch das Betreuerteam begeistert ihr eigenes Schmuckblatt zur Erinnerung an diesen Jubiläumsausflug. Nun ging es vorbei an der denkmalgeschützten Klosteranlage hinüber zur "Alpirsbacher Glasbläserei". Beim alten Benediktinerkloster machte Martin Fink vom Geschichtsverein die Jugendlichen kurz mit dem einstigen Leben und Arbeiten der Klostermönche vertraut. Und in der Glasbläserei konnten die jungen Pfullinger und Sonnenbühler dann das alte Handwerk des Glasbläsers erkunden.

Anschaulich erläuterte der Meister seine grazile Kunst und einige Kids konnten ihr Feingefühl gleich unter Beweis stellen: Unter den kritischen Augen des Fachmannes durften sie sich selbst als Glasbläser versuchen. Die Möglichkeiten in der Glasbläserei erscheinen nahezu endlos und entsprechend schwer fiel manchen Kindern die Auswahl beim kleinen Einkauf im angrenzenden Laden der Glasbläserei.

Auf der Heimfahrt rundete ein von den Betreuern Ute Jestädt, Bernd Raach und Martin Fink vorbereitetes Quiz mit vielen Preisen einen schönen und erlebnisreichen Tag ab. "Wir sind wieder einmal mehr als zufrieden", betonen Ute Jestädt und Bernd Raach von der Kreissparkasse sowie Martin Fink vom Pfullinger Geschichtsverein. "Auch nach 25 Jahren macht uns die gemeinsame Veranstaltung im Ferienprogramm immer noch sehr großen Spaß." Deshalb werden sich die Macher schon bald wieder zusammensetzen, um auch für das Jahr 2013 einen besonderen Ausflug für das Pfullinger Kinderferienprogramm auszutüfteln.

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