Aus dem Hippie-Schultes wird das "Bärbele"

Dass er die Rathaus-Schlüssel abgeben musste, war absehbar. Aber dass sich Bürgermeister Peter Nußbaum zuvor vom 70er-Jahre-Hippie ins Bärbele vom Lichtenstein verwandelte, war ein echter Hingucker.

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Klodeckel hoch und lauschen - dann selber singen: Schultes Peter Nußbaum am "Schmotziga".  Foto: 

Von Woodstock hinauf ins Märchenschloss: Auf einmal trug der blonde Hippie Peter die Zöpfe des "Bärbele vom Lichtenstein" - was für eine Verwandlung. Doch vor dem Zug durch die Straßen zogen ihn die hiesigen Narren durch den Kakao, verpassten jedoch den Moment, als dem Schultes die Krawatte abgeschnitten wurde. Das hatte an diesem närrischen Schmotziga Doschdig dem Vernehmen nach bereits seine Sekretärin Irmgard Liersch erledigt.

Weiberfasnet vor dem Rathaus Unterhausen: Die Narrenzunft Krautscheißer um Katja Thomas und Stephan Blötscher, die sie begleitenden Schlosswölfe, die Burgstoi-Hexa und die Gruppe Wurzl-Sepp waren gestern am frühen Nachmittag zu jeder närrischen Schandtat bereit. Am Tag zuvor waren sie in Stuttgart bereits närrischerweise auf den Verkehrsminister getroffen.

Der Bürgermeister kam sogleich als Hippie der 70er verkleidet aus seinem Büro - mit dunkler Brille und blondem Haupthaar. Das allein brachte ihm schon eine Menge Anerkennung ein. Doch die eigentliche Aufgabe wartete noch auf ihn: Zehn gelb gewandete Narren trugen jeweils Klodeckel auf dem Kopf, Nußbaum sollte hineinhören.

Denn darin befanden sich Liedfetzen von Gassenhausern. Die sollte Nußbaum erkennen und gesanglich zum Refrain vervollständigen. Wo ihm das nicht gelang, bekam er Teile der Kleidung des Bärbele vom Lichtenstein verpasst, einer Figur aus Wilhelm Hauffs Roman über die Märchenburg.

Zuvor gab's aber reichlich auf die Mütze: Die Sperrung der Straßen ging den Lichtensteinern 2014 ziemlich aufs Gemüt, das sollte der Schultes ausbaden. Der, um Worte nicht verlegen, konterte charmant, laut "Befehl" aber eine Stimmlage höher. Dafür gab's ein kräftiges "Kraut-Scheißer" und die Rufe der anderen drei Narrengruppen, die es in Lichtenstein danach weiter sehr bunt trieben. Den Zug von rund 300 Fasnetsbegeisterten hatte diesmal der bis zum Aschermittwoch entmachtete Bürgermeister anzuführen. Denn dessen Outfit war gestern wirklich der Hingucker.

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