Aus dem Bett und vom Sofa weg

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Ehrungen (v.l.): Bürgermeister Peter Nußbaum mit Timo Eberhardt, Matthias Schilling, Andreas Göhring, Joachim Reiff, DRK-Ortsvorsitzendem Olaf Geertsema und Erich Eberhardt.  Foto: 

Ihre Dienstabende für die Ausbildung absolvieren die Aktiven des DRK-Ortsvereins Lichtenstein zusammen mit der Bereitschaft Engstingen-Hohenstein. Das macht Sinn, denn personell ist die Ortsgruppe nicht mehr so gut aufgestellt wie noch vor Jahren. Dies berichtete der stellvertretende Bereitschaftsleiter Roman Letsche bei der Hauptversammlung im ehemaligen Honauer Feuerwehrhaus.

Doch schlagkräftig ist die Truppe mit ihrem Vorsitzenden Olaf Geertsema allemal: „Bei 233 Alarmierungen konnten unsere die Helfer vor Ort bei 106 Einsätzen ganz konkret Hilfe leisten“, so Letsche. Und die Lichtensteiner unterstützen bereits seit Jahren auch die Schnelleinsatzgruppe des DRK-Kreisverbands Reutlingen. Dies auch bei Groß-Schadensereignissen – oder wenn der Rettungsdienst ganz allgemein Unterstützung benötigt.

Das war im Jahr 2016 gleich 21 Male der Fall. Verkehrsunfälle, Brände oder die Suche nach vermissten Personen, das alles gehört zum Alltag: Mehrfach gab es aber auch Brandalarm beim Pfullinger Ursulabergtunnel. Das seien jedoch allesamt Fehlalarme gewesen, so Letsche. Doch auch wenn es insgesamt mehr Personal beim DRK Lichtenstein sein könnte: Die vier Helfer vor Ort haben Verstärkung bekommen. Lukas Rübertus und Nico Bayer kamen 2016 dazu.

Doch kaum waren die Ehrungen vorüber, schrillte der Alarmpiepser. das ist „DRK live“: Schon stürmten zwei Einsatzkräfte die Treppe hinunter und fuhr mit Sondersignal im Einsatz-Fahrzeug los. Im Regelfall ist es so:  Wenn bei einem Notfall das nächste Rettungsfahrzeug noch im Einsatz oder der Notfallort durch die ehrenamtlichen Helfer schneller als für den Rettungsdienst zu erreichen ist, alarmiert die zuständige Rettungsleitstelle zusätzlich zum Rettungsdienst die „First Responders“.

Diese sind dann oft am Arbeitsplatz oder nachts eben zu Hause im Bett. Und so  fährt man meist sogar mit seinem privaten Auto an den Notfallort und beginnt mit der Versorgung des Patienten bis der Rettungsdienst eintrifft. Das ist verdienstvoll, geschieht ehrenamtlich und kann Menschenleben retten. Bitter ist jedoch: Weder die Krankenkassen noch sonst eine Stelle zahlen für diese Einsätze. Und nicht vergessen werden darf, dass die diversen Ortsvereine ja auch ihre Fahrzeuge warten müssen.

Hinzu kommen Auslagen für die notwendige Modernisierung allgemein, Versicherungen, Spritkosten und Einsatzkleidung: Selbst Medikamente für die Erste Hilfe und das Verbandsmaterial müssen die Ortsvereine selbst bezahlen. Aber es gibt Spenden- und eine jährlich Umlage, die der DRK-Kreisverband den Ortsvereinen überweist. Das waren 3440 Euro, die Gemeinde Lichtenstein überwies 1389 Euro. Und über 6400 Euro erbrachten die ehrenamtlich organisierten Blutspender-Aktionen sowie die Erlöse aus den regelmäßigen Altkleider-Sammelaktionen. 364 Blutkonserven waren die „Ausbeute“ im vergangenen Jahr, und immerhin konnten 14 Neuspender gewonnen werden. Summa summarum bleib am Ende dann noch ein Gewinn von 1616 Euro in der Kasse.

Denn es gibt ja auch noch die DRK-Einsätze, die jährlich von Tausenden Menschen wahrgenommen werden: Bei Groß- und Sportveranstaltungen sind Rotkreuzler präsent, auch Dorffeste, das Nebelhöhlefest oder die Holzelfinger Dorfhockete  kommen nicht ohne DRK-Begleitung aus – sicher ist sicher. Ansonsten gelte eben auch  fürs DRK: „Die Helden des Alltags“ hätten oft kein  Publikum, so Bürgermeister Peter Nußbaum in seinem kurzen Grußwort. Frostfrei und sicher kann der Einsatzrettungswagen jetzt im alten Honauer Feuerwehrhaus untergestellt werden. Dafür dankte DRK-Ortsvorsitzender Olaf Geertsema dem Lichtensteiner Feuerwehrkommandanten Andreas Daum ebenso, wie er Bürgermeister Peter Nußbaum für die Unterstützung des DRK dankte.Kreisjugendleiterin Janna Schreiber verwies auf die stets gute Präsenz und die hohe Leistungsbereitschaft beim DRK Lichtenstein. Gerade angesichts der Ehrungen des Abends erkennen man, dass es bei den Lichtensteinern „viele Vollblut-Rotkreuzler“ gebe. Einer von ihnen ist der langjährige Vorsitzende Joachim Reiff (69) aus Holzelfingen. Er wurde jetzt für 50 Jahre Mitgliedschaft  geehrt.

Seit 25 Jahren beim DRK Lichtenstein sind Patrick Arnold und Matthias Schilling. Erich Eberhardt ist seit 40 Jahren dabei, Joachim Reiff seit einem halben Jahrhundert.

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