Auch Modernes zulassen

Ein Euro aus der Städtebauförderung löst sieben Euro an Investitionen aus. In Reutlingen sind es sogar zehn. Am bundesweit ersten Tag der Städtebauförderung war zu sehen, wohin das Geld geflossen ist.

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Beim ersten Tag der Städtebauförderung machten die Teilnehmer einen Abstecher in den Garten des Hauses Rebentalstraße, das direkt an den Garten des Heimatmuseums angrenzt.  Foto: 

Es sind Milliardensummen, die Bund und Länder jährlich für die Städtebauförderung zur Verfügung stellen. Reutlingen profitiert seit 2006 von den Mitteln und hat seither 13,2 Millionen Euro erhalten. Insgesamt flossen 117 Millionen Euro in die bezuschussten Vorhaben, was neben properen Fassaden, wohnlichen und nutzbaren Flächen auch zu einem attraktiven Stadtbild beigetragen hat.

Trotzdem ist eine Stadt nie vollendet. Immer wieder tun sich Baustellen auf, müssen Gebäude, aber auch Straßen und Plätze renoviert und saniert werden. Um sich ein Bild von bereits fertig gestellten beziehungsweise aktuell anstehenden Projekten zu machen, hatte die Stadtverwaltung am bundesweit erstmals veranstalteten Tag der Städtebauförderung am Samstag zu einem Altstadtspaziergang geladen. Unter den Gästen befand sich neben der Verwaltungsspitze der Achalmstadt auch der Staatssekretär des baden-württembergischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums, Peter Hofelich, der sich ein Bild von Reutlingen machen wollte.

Neben Einblicken in das am Garten des Heimatmuseums gelegenen Haus Rebentalstraße 9 ging es durch die Spendhausstraße, die Deckerstraße und die Nürtingerhofstraße zum Weibermarkt, um die derzeit dort laufenden Belagsarbeiten in Augenschein zu nehmen. Im Anschluss folgten Stationen in der Hofstatt- und Pfäfflinshofstraße. Den Abschluss bildete ein Abstecher in den Bürgerpark, zum Kulturplatz beim Krankenhäusle.

"Die Innenstädte sind wichtig, sie bieten Lebensqualität", betonte Oberbürgermeisterin Barbara Bosch mit Blick auf die Städtebauförderung. Immer mehr Bürger und Besucher würden sich umsehen und nach Interessantem Ausschau halten. Innenstädte, so Bosch weiter, seien immer eine Mischung aus Alt und Neu. Es gelte jedoch nicht nur ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, sie zu erhalten. Es müsse immer die richtige Balance gefunden werden. Man dürfe nicht eine Käseglocke überstülpen, um Altes zu bewahren. Vielmehr müsse Modernes zugelassen werden und alles seinen Platz finden. Dafür muss viel Geld in die Hand genommen werden. Und auch wenn das Land die Vorhaben unterstützt, "legen wir als Stadt selbst noch was drauf", sagte die Rathaus-Chefin.

Ende des Jahres läuft das bisherige Förderprogramm aus, eine Verlängerung ist beantragt: Noch nie seien, führte die Oberbürgermeisterin aus, so viele Altbestände saniert worden. Darüber hinaus löse jeder Euro Zuschuss durchschnittlich das Siebenfache an Investitionen aus. In Reutlingen sei es sogar das Zehnfache, sagte Bosch. Und obwohl schon viel gemacht worden ist, gibt es in der Altstadt noch einiges zu tun. Neben dem Abschluss der Sanierung der Fußgängerzone steht für die Oberbürgermeisterin der Erhalt der Oberamteistraße ganz weit oben auf der Agenda.

"Ich finde es klasse, wie es sich entwickelt", merkte Staatssekretär Peter Hofelich bezüglich der Städtebauförderung sowie der umgesetzten Projekte an. Nach den autogerechten Städten der 1970er Jahre, werde heute Wert auf fußgängergerechte Kommunen gelegt. Bei all den anstehenden Veränderungen ist es laut Hofelich wichtig, die Substanz zu erhalten.

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