Den möglichen Job erproben

Reutlingen.  "GaLa" heißt der einjährige Lehrgang, bei dem Jugendliche auch das Berufsfeld Garten- und Landschaftsbau erproben. Eine berufsvorbereitende Maßnahme der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA).

Ein Schuljahr, jeden Mittwoch für sechs bis acht Stunden, werden Jugendliche im Rahmen von "Erprobung des Berufsfeldes" auch in der Berufsgruppe Garten- und Landschaftsbau betreut. Das Projekt "Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen" (BVB) bei der Deutschen Angestellten-Akademie macht es möglich.

Sechs Jugendliche - darunter zwei Mädchen - haben sich unter anderem auch für den Berufszweig "GaLa" entschieden. Ehrenamtlich betreut von Bodo Kablau, dem Vorsitzenden des hiesigen Obst- und Gartenbauvereins, haben sie die Möglichkeit, in die unterschiedlichen Facetten des Garten- und Landschaftsbaus hinein zu schnuppern. So wie kürzlich am Umweltbildungszentrum Listhof, wo sie sich im angrenzenden Bauerngarten gärtnerisch betätigten.

Auf zwei für Gemüse vorgesehenen Quartieren galt es, zunächst den Boden vorzubereiten, ehe diverse Setzlinge von Mangold, Blumenkohl, Fenchel, Zucchini, Broccoli und Wirsing sowie fünf verschiedene Salate gepflanzt wurden. Die alten Sorten Anuschka und Bamberger Hörnchen kamen als Saatkartoffeln in den Boden. Radieschen und Rettiche wurden ausgesät, Bohnen und Erbsen im richtigen Abstand fachgerecht gesteckt. Vor dem kräftigen Angießen galt es, die einzelnen Pflanz- und Saatreihen mit Holzpflöcken zu markieren und zu beschriften. Das verwendete Saatgut hatte die Gönninger Firma Samen-Fetzer gesponsert, das Pflanzgut war von der Degerschlachter Gärtnerei Hespeler "zum Sonderpreis" zur Verfügung gestellt worden. Im sich allmählich füllenden Beet für Gewürzpflanzen wurde ergänzend Meerrettich, Salbei und Brunnenkresse, in dem der Heilpflanzen Kamille angepflanzt.

Christian, Gerrit und Martin taten es mit sichtbarer Freude und könnten sich "schon vorstellen, dass das mal unser Beruf werden könnte, mal schauen, vielleicht".

Mit Bodo Kablau haben die Jugendlichen offensichtlich den richtigen Begleiter auf Zeit an die Seite gestellt bekommen. "Die machen gut mit", lässt der "Listhof-Obergärtner" wissen, während seine ihm Anvertrauten über ihn übereinstimmend sagen: "Der ist perfekt, cool, echt gut - und der macht auch jeden Spaß mit."

Die weitere Pflege der frisch bestellten Beete obliegt nun "zwei Leuten vom Listhof", zudem wird Kablau "jeden zweiten Tag vorbeischauen". Der will dann auch dafür sorgen, dass die beiden derzeit noch fast leeren Beete für Heilpflanzen und Färbepflanzen "im Laufe dieses Frühjahrs" art- und fachgerecht bestückt werden. Kontakte zu entsprechenden Fachleuten und möglichen "Lieferanten" hat Kablau bereits geknüpft.


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Autor: DIETMAR CZAPALLA | 08.05.2010

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