Möhrle bleibt Präsident
Reutlingen. Die Handwerkskammer bestätigte gestern Präsident Joachim Möhrle (62) mit großer Mehrheit. Auch die Vizepräsidenten wurden wiedergewählt.
Der im Jahr 2005 zum Handwerkerpräsidenten des Landes gewählte Joachim Möhrle (62) bleibt auch Präsident der Handwerkskammer Reutlingen. Er wurde gestern Nachmittag im Restaurant "Schafstall" auf der Achalm von der Vollversammlung der Kammer mit 36 Stimmen bei zwei Enthaltungen in seinem Ehrenamt für weitere fünf Jahre bestätigt.
Ihm zur Seite stehen auf Arbeitgeberseite weiterhin August Wannenmacher sowie von Seiten der Arbeitnehmer Traugott Feder. Wannenmacher erhielt insgesamt 29 Stimmen. Drei Gegenstimmen musste er von "seiner" Arbeitgeberseite hinnehmen, insgesamt gab es sechs Enthaltungen. Dahingegen wählten Traugott Feder 24 von 25 Arbeitgebern, bei einer Enthaltung. Aus dem eigenen Lager konnte der Maler und Lackierer 12 von 13 Stimmen einheimsen, bei einer Enthaltung.
Der neuen Vollversammlung gab Joachim Möhrle einen kurzen Sachstandsbericht über die vergangenen fünf Jahre und einen Ausblick auf kommende Aufgaben des Handwerkerparlaments. Möhrle kommt aus Freudenstadt und ist seit 1999 Reutlingens Handwerkskammerpräsident. Der Besitzer eines Autohauses ist außerdem Vorstandsmitglied des Deutschen Handwerkskammertages in Berlin.
Möhrle gilt als liberales CDU-Mitglied ohne Scheuklappen, der stets mit Nachdruck die Interessen des Handwerks verfolgt - auch wenn er dabei mit seinen Christdemokraten im Clinch liegen sollte.
Und das offenbarte sich auch in seiner Rede gestern auf der Achalm. Die gleich zu Beginn der neuen Legislatur von CDU/CSU und FDP in Berlin angekündigte Mehrwertsteuersenkung für die Hotellerie - ohne die Gastronomie - "verwundert" Möhrle außerordentlich, "denn das meiste Geschäft machen doch die großen Reiseunternehmen", so Möhrle. Auf jeden Fall seien mit diesem Schritt "Tür und Tor für weitere Begehrlichkeiten geöffnet", so Möhrle, der ansonsten positiv in die Zukunft schaut. Die größte Krise der Nachkriegszeit habe das Handwerk weitgehend verschont, dies bei einem leichten Umsatzminus. Jahre werde es jedoch dauern, bis zum Beispiel das Kraftfahrzeug-Handwerk wieder Anschluss finden werde.
Möhrle unterstrich den Selbstverwaltungsanspruch der Kammern sowie den Anspruch, auch weiter vom Staat übertragene Aufgaben wahrzunehmen, so die Rechtssetzungskompetenz im Bereich der beruflichen Bildung. Nur mit der Pflichtmitgliedschaft für alle Unternehmen könne das Handwerk handlungsfähig bleiben, sagt Möhrle.
Der Handwerkskammerbezirk umfasst 13 000 Mitgliedsbetriebe in den Kreisen Sigmaringen, Freudenstadt, Reutlingen und Tübingen.
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Autor: JÜRGEN HERDIN | 01.12.2009
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