Ans Herz gewachsen

Zum zweiten Mal besuchte eine Schülergruppe der Theodor-Heuss-Schule Reutlingen (THS) Anfang November die Partnerschule in den USA, die Muscatine High School (MHS) im Bundesstaat Iowa.

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Gäste und Gastgeber bei John Deere in den Quad Cities.  Foto: 

Während des zehntägigen Aufenthalts bei Schülern der MHS und eines dreitägigen Kurzaufenthalts in Chicago konnten die Reutlinger Wirtschaftsgymnasiasten mit internationalem Profil authentische Einblicke in die amerikanische Kultur und Sprache gewinnen. Schon bei ihrer Ankunft in Muscatine bekamen die 21 Schüler sowie ihre beiden Begleitlehrerinnen Katharina Rilling und Sybille Schneider-Kaletka einen textilen Willkommensgruß, der speziell für den Austausch kreiert worden war. Mit einem MHS-THS-Partnerschaftsshirt wurden die deutschen Besucher von den amerikanischen Gastfamilien und den betreuenden Lehrerinnen Jessica Blanchard, Pamela Joslyn und Milaena Reade empfangen.

Die Zeit in Muscatine und Umgebung war aufgeteilt in den Besuch des Unterrichts, offizielle Programmpunkte und frei zu gestaltende Aktivitäten mit den Gastfamilien. Während der Zeit im Unterricht erlebten die deutschen Schüler einen Schulalltag, den sie so von zu Hause nicht kennen. Neben den auch in Deutschland üblichen Fächern wie Mathematik und Geschichte standen exotisch anmutende Fächer wie Wrestling, Show Choir und Orchestra auf dem Stundenplan. Auch abends fanden Schulaktivitäten statt, so zum Beispiel ein Footballspiel der schuleigenen Mannschaft Muskies und ein Chorkonzert mit insgesamt über 150 Sängern. Doch auch die Reutlinger Gruppe konnte sich an der MHS aktiv einbringen. So durften die THS-Schülerinnen Selina Di Santo, Magdalena Kuhn, Jelka Schmid und Maleen Vöhringer gemeinsam mit ihrer Lehrerin Sybille Schneider-Kaletka mehrere Stunden Deutschunterricht erteilen. Adrien Gacon, Vassilios Papapantelis und Victor Stähle informierten die Radiohörer Muscatines im Rahmen eines Radiointerviews über ihren Aufenthalt in Muscatine und beeindruckten die Moderatorin mit ihrer aufgeschlossenen Art und ihren guten Englischkenntnissen. Auch ein Zeitungsinterview mit den deutschen Gastschülern sowie Besuche bei der Elementary School und zwei Middle Schools fanden statt, wo THS-Schüler auf die vielen interessierten Fragen gerne antworteten. Dabei machten die deutschen Gastschüler offenbar einen solch guten Eindruck, dass etliche der jungen Amerikaner motiviert wurden, später an der Highschool Deutsch zu lernen, zumal ein sehr hoher Prozentsatz der Bevölkerung Iowas deutsche Wurzeln hat.

In den Fächern Wirtschaft und Gemeinschaftskunde informierten die begleitenden Lehrerinnen auf Wunsch einiger amerikanischer Fachlehrer über speziell Deutschland betreffende aktuelle Themen.

Höhepunkt des mit der gesamten Gruppe durchgeführten Programms außerhalb des Unterrichts war der Besuch bei John Deere in den Quad Cities sowie das anschließende Essen im "Machine Shed", einem traditionell amerikanischen Restaurant. Am Wochenende in der Mitte des Aufenthalts in Muscatine überboten sich die Gastfamilien regelrecht im Vorführen der Sehenswürdigkeiten und Sportveranstaltungen der Region. Ob beim Kajakfahren auf dem Mississippi River, beim Wandern in einem nahe gelegenen Naturschutzgebiet, beim Shopping in einer gigantischen Outlet Mall oder beim Besuch eines Footballspiels - die deutschen Gäste durften einiges erleben.

Abgerundet wurde das Wochenende durch ein gemeinsames Fest mit Pot Luck, der amerikanischen Variante des Mitbringbuffets. Von Burgern und Würstchen über verschiedene Salate, Tacos, Chili con Carne bis hin zu gegrillten Marshmallows - für jeden Geschmack war etwas dabei.

Beim Abschied an der MHS flossen zahlreiche Tränen. Gastfamilien und Gäste waren sich in den wenigen Tagen doch sehr ans Herz gewachsen. Was bleibt? Neben den neu entstandenen Freundschaften auf jeden Fall verbesserte Sprachkenntnisse und ein gewachsenes Verständnis füreinander auf beiden Seiten. Genauso die Vorfreude auf den Besuch der amerikanischen Schüler in Reutlingen im Sommer nächsten Jahres und die Überzeugung, dass die erfolgreiche und für beide Seiten bereichernde Zusammenarbeit der THS mit der MHS noch lange Zeit Bestand haben wird.

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