Angstfrei, ja euphorisch

"Vor Pfullingen braucht man keine Angst zu haben." Das sagt Michael Schrenk, der am Mittwoch sein Amt als Bürgermeister angetreten hat. Seinen ersten Arbeitstag ging er entsprechend entspannt an.

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Es war 8.12 Uhr, als Michael Schrenk am Mittwochmorgen vor der Tür des Rathauses I stand - und sich in Geduld üben musste. Nicht, weil er keinen Schlüssel gehabt hätte - den hatte ihm Vorgänger Rudolf Heß tags zuvor ja schon in die Hand gedrückt. "Nein, man hat zu mir gesagt, ich dürfte nicht vor 8.15 Uhr an meinen Arbeitsplatz kommen", so Schrenk, der denn doch erstaunt war, als er das Chefzimmer betrat. Aus dem nämlich entschwanden gerade die Bauhof-Mannen, den Staubsauger in der Hand, die Werkzeugkoffer im Gepäck.

Alles neu: Das konnte Michael Schrenk auf den ersten Blick sehen. Neues Telefon, neuer PC - und ein neuer Stuhl. Der alte Chefsessel, der noch warm gewesen sein dürfte, weil Rudolf Heß das Rathaus am Dienstag erst um 23.30 Uhr verlassen hatte, war bereits beseitigt.

Und - wie fühlt man sich so am ersten Arbeitstag als Bürgermeister in einer Stadt wie Pfullingen? Auf die Frage kann Schrenk sich entspannt zurücklehnen. "Es ist alles gut vorbereitet, vor Pfullingen braucht man also keine Angst zu haben", sagt er, der allerdings auch "Respekt vorm Amt" hat. Und der sich auf einer Welle der Euphorie dahinsegeln sieht, seit er am 19. Oktober zum Heß-Nachfolger gewählt wurde. Die Euphorie will er sich bewahren. Auch wenn der Umzug, der ihm, seiner Frau Katrin, der Tochter Maria Isabela und dem Sohn Reinel bis zum Freitag bevorsteht, noch viel Energie fordern wird.

Ab dem Abend des 16. Januar wohnen die Schrenks dann in der Kurze Straße. Eine optimale Adresse, wie der neue Bürgermeister findet. Der Sohn hat's dann nicht weit ans Gymnasium, die Tochter ist im Nu an der Uhlandschule und für ihn ist es ein Katzensprung zum Rathaus.

Dort hat er am Mittwochmorgen auch gleich Besuch gehabt: Unter anderem von den Mitarbeitern des Hauptamtes um Hubert Dyjas, die ihm zum Einstand einen Hand-Bohrer älteren Jahrgangs - "zum Bohren dicker Bretter" - geschenkt haben. Die Mittagspause hat der neue Schultes im Bürgertreff verbracht, nachmittags ist er dann durch die anderen drei Rathäuser gegangen, um alle Mitarbeiter kennen zu lernen. Und am frühen Abend machte sich Schrenk, der am Sonntag nach 14 Jahren als Herbertinger Bürgermeister verabschiedet worden war, gleich an sein erstes großes Zukunftsthema in Pfullingen. Ein Treffen mit den Initiatoren eines Jugendgemeinderates stand an. Ihnen wollte Schrenk seine Unterstützung zusagen, damit, so seine vage Schätzung, vielleicht im Herbst schon die Wahlen stattfinden können.

Für Michael Schrenk war gestern "natürlich ein besonderer Tag, auf den ich mich ja seit langem vorbereitet habe". Er ist von "einem prägenden Lebensabschnitt" in Herbertingen in einen mindestens genauso prägenden Abschnitt in Pfullingen gewechselt - eine Schaffensphase, die am 29. Januar bei seiner Amtseinsetzung in den Pfullinger Hallen auch offiziell eingeläutet wird.

Die erste Gemeinderatssitzung wird er dann am 3. Februar leiten. Womit auch der Arbeits-Alltag langsam Einzug halten wird - und Michael Schrenk die ersten großen Themen seiner Amtszeit auf die Tagesordnung bringen kann.

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