Angst vor Komplikationen

Laut Statistik wurden im Jahr 2013 in der Region Neckar-Alb insgesamt 34,3 Prozent der gebärenden Frauen per Kaiserschnitt entbunden.

|

Laut den Zahlen des Statistischen Landesamts ist das eine Steigerung von 14 Prozent seit 2003. "Die Region Neckar-Alb liegt damit über dem Landesdurchschnitt von 32,6 Prozent und dem Bundesdurchschnitt von 31,8 Prozent", erläutert Herbert Raach, Regionalgeschäftsführer der Krankenkasse IKK classic in Böblingen-Reutlingen. "1994 hatte der Anteil der Kaiserschnitte in Deutschland lediglich bei 17,3 Prozent gelegen. Die natürliche Geburt wird durch den Kaiserschnitt also immer mehr zurückgedrängt."

Warum immer mehr Entbindungen per Kaiserschnitt erfolgen, ist nicht eindeutig geklärt. "Es gibt Situationen, in denen ein Kaiserschnitt medizinisch unumgänglich ist, beispielsweise um das Leben von Mutter und Kind zu schützen", so Raach. "In den meisten Fällen gibt es jedoch einen Ermessensspielraum, der von Ärzten und Krankenhäusern offensichtlich ganz unterschiedlich genutzt wird." Hinzu kommt, dass viele Frauen den Kaiserschnitt einer natürlichen Geburt vorziehen - beispielsweise weil sie glauben, dies sei die sicherere Methode, weil sie Angst vor Schmerzen und Komplikationen haben oder weil sei so an einem bestimmten Termin entbinden können.

Zwar sind die Komplikationen bei einem Kaiserschnitt dank des medizinischen Fortschritts zunehmend gesunken, trotzdem handelt es sich bei dieser Methode immer noch um einen großen medizinischen Eingriff, der nicht gefahrlos ist. So haben schon Frauen nach einer natürlichen Geburt ein erheblich gesteigertes Risiko, eine Thrombose oder eine Lungenembolie zu bekommen; durch einen Kaiserschnitt steigt dieses Risiko aber noch weiter an. Außerdem haben Kaiserschnittkinder ein höheres Risiko, später an Diabetes Typ 1, Allergien, Asthma und Zöliakie (eine Überempfindlichkeit gegenüber Weizenbestandteilen in der Nahrung) zu erkranken. Zudem wirkt sich ein Kaiserschnitt auf zukünftige Schwangerschaften aus. Durch die Narbe kann die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter beeinträchtigt sein. "Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf sollte deshalb die Notwendigkeit eines Kaiserschnitts immer gut abgewogen und mit dem Arzt und der Hebamme besprochen werden", sagt Raach.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Unterwegs in ein neues ÖPNV-Zeitalter

Der Gemeinderat hat gestern Abend mit großer Mehrheit den Grundsatzbeschluss für ein neues Stadtbuskonzept gefasst. Die Umsetzung soll im zweiten Halbjahr 2019 starten. weiter lesen