Andrea stürmt - Andreas rockt

Manch einer hätte sich bei der 13. Auflage der Partyreihe zwar etwas mehr Betrieb gewünscht, aber in den meisten Lokalen war es dennoch rammelvoll. Mancherorts gab es sogar kein Durchkommen mehr.

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  • Andy King, der "Schatten von Elvis", bezirzt im Woodys die Frauenherzen. Fotos: Bernd Haase 1/2
    Andy King, der "Schatten von Elvis", bezirzt im Woodys die Frauenherzen. Fotos: Bernd Haase
  • Vor den Türen lässt ein Winter-Donnerwetter eiskalten Graupel regnen, im Mezcalitos lassen heiße Samba-Rhythmen Partyherzen höher schlagen. 2/2
    Vor den Türen lässt ein Winter-Donnerwetter eiskalten Graupel regnen, im Mezcalitos lassen heiße Samba-Rhythmen Partyherzen höher schlagen.
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Der King lebt. "Its now or never", schallte es im besten Elvis-Bariton über den Leonhardsplatz. Die Quelle des Wohlklangs: Das Woodys, die Billard-Bar, die im ehemaligen Café Ernst ihre Spieltische aufgeschlagen hat, wurde an diesem Nachtschwärmer-Abend zur Bühne für eine nordbadische Reinkarnation des amerikanischen RocknRoll-Helden. Akkurat gekämmte Schmalztolle, Koteletten so lang und breit wie die Landebahn für einen Jumbo-Jet, weißer Anzug mit silbernen Glitzerknöpfen und ein Hüftschwung wie aus Gummi: Andy King verzauberte nicht nur, aber vor allem die Frauenherzen: "Super, das macht Spaß", freute sich das Elvis-Double, mit bürgerlichem Namen Andreas Stolzenthaler gerufen, "ganz so, wie es sich ein Künstler wünscht."

Der rockende Andreas aber hatte an diesem Abend Konkurrenz von der stürmischen Andrea. Das gleichnamige Orkantief blies mit seinen regen- und graupelschauernassen Sturmböen auch die Partysanenschaft unter der Achalm ein wenig durcheinander. Frühere Auflagen der Partyreihe hatten definitiv schon mehr Besucher gesehen. "Normalerweise wäre es hier rappelvoll", trauerte der "Nachtschwärmer"-Organisator Stefan Habur im Woodys etwas über das Wetterpech. Aber von der Darbietung des "Shadow of Elvis" war Habur ebenso angetan wie die Nachtschwärmer: "Der Typ ist so schräg, den muss man einfach gesehen haben."

Es gab aber auch noch anderes Sehens- und Hörenswertes. Im Mezcalitos wurde eine fröhliche wie ausgelassene Samba-Party mit Alex Papa und Renato Pantera gefeiert - heiße Rhythmen innen, Winter-Donnerwetter draußen. Im Frankies ließ die Band "Gate8closed" ganz moderne Rock-Cover-Hits hören - dafür stimmten die Partygänger dann auch schon einmal Chöre wie in Fußballstadien an -, im Ohrwurm am Bahnhof ließen die Midlife Buddies die Songs ihrer Jugend, die irgendwo in den 1960er und 70er Jahren angesiedelt ist, wieder erklingen.

Vor allem aber war es hier wie auch an anderen Party-Brennpunkten (Oberamteistraße oder Oscars) rappelvoll. "Ich bin schon zufrieden", sagte der Ohrwurm-Wirt Otto Zbil, um mit schwäbischen Understatement hinzuzufügen: "Es ist halt ein Gewusel." Letzteres war in der Kaiserhalle definitiv nicht möglich, zur Hauptstoßzeit gab es hier überhaupt kein Reinkommen, so voll war es beim Konzert der Cover-Rock-Band Kenobies.

Da ging es bei Dance + Music im Wendler-Areal schon sehr viel gediegener zu: Bei der Salsa-Party mit DJ Fabrizio schwebten Tanzpaare elegant zu Latino-Rhythmen über die Tanzfläche. Und vor allem: Es gab Luft zum Atmen. Die gab es auch in der Tapas-Bar Hola Oli am Tübinger Tor. Hier war ein Blick nach oben angebracht: Das Gitarren-Duo Franks Roadshow thronte knapp drei Meter über den Köpfen der Gäste, nur per Leiter zu erreichen. "Das ist die heißeste Bühne Reutlingens", freute sich Thomas Gräfen, eine Hälfte des Duos. Er lernte auch ein typisches Merkmal dieser Partynacht kennen: "Es geht halt rein und raus", das Publikum, sagte er.

Das war auch nebenan im Joli der Fall. Wobei rauskommen hier gar nicht so einfach war, so viele Menschen drängten rein, um Joe Vox und die Formation "Three Kings Eleven" zu hören. "Schön, dass so viele Leute da sind", freute sich Martin Bürger, einer der Musiker: "Die Reutlinger feiern einfach gerne."

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