Andrang groß wie immer

Die von den Technischen Betriebsdiensten Reutlingen (TBR) in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund im 23. Jahr veranstaltete Spielzeugbörse hat von ihrer enormen Attraktivität weiterhin nichts verloren.

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Mit dem Erlös aus dem Verkauf ihrer Spielzeuge will die neunjährige Alia - hier mit ihrer Mutter - "shoppen gehen" und neue Klamotten kaufen.  Foto: 

Als sich im Hof der Technischen Betriebsdienste Reutlingen (TBR) am Heilbrunnen am Samstag um 9 Uhr das große Tor öffnete, stürmten bereits rund 100 Schnäppchenjäger, von denen etliche schon eine Stunde gewartet hatten, in die Fahrzeughalle.

Auf den von den Veranstaltern aufgebauten 80 Verkaufstischen - pro Tisch waren acht Euro an den Kinderschutzbund zu zahlen - und ebenso vielen Bänken hatten auffallend viele, dem Spielzeugalter entwachsende Kinder, all das aufgetürmt, mit dem sie im heimischen Kinderzimmer "schon längst nicht mehr spielen", wie die drei Freunde Lucas, Carlo und Franz sagten. Die elfjährige Mia hat "zu Hause keinen Platz mehr für neue Sachen, deswegen verkaufe ich Sachen, die ich eh nicht mehr anschaue". So auch die neunjährige Alia von der Gerhart-Hauptmann-Schule. Zum dritten Mal dabei, will sie mit dem Geld shoppen gehen "Klamotten halt".

Stephan, Henrike und Ilona hatten schon nach einer Stunde "ganz gut eingenommen". Um sie herum gab es unter vielem anderen auch Puppenwagen, CDs und Musikkassetten, Baby- und Kinderkleidung, Tennisschläger, Schlitten und Skateboards, Kinderbücher, Fahrräder - sowie Spielsachen jeglicher Art. Derweil versuchten die zwölfjährigen Patrick und Pauline möglichst viele ihrer nicht mehr benötigten, "weil viel zu kindlichen" Sachen zu verscherbeln. Als verkaufstüchtig erwiesen sich auch die gleichaltrigen Tobias und Frank. Was sie mit dem eingenommenen Geld machen wollen? ,,Noch keinen Plan".

Für den Kinderschutzbund, der für die Bewirtung sorgte, ist die Spielzeugbörse seit eh und je "auch eine ökologische Angelegenheit, mit der nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Abfalldeponie geschont wird". Viele Käufer wüssten, dass man hier gut erhaltene Spielsachen oft zu einem Spottpreis erstehen kann.

Auch diesmal zog die nur zwei Mal im Jahr ausgerichtete Börse vor allem junge Familien an. Unter den mehr als 1000 Besuchern registrierte Monika Serrancoli, die Organisatorin der TBR-Abfallberatung, viele bekannte Gesichter auf Verkäufer- und Käuferseite. Für die Serrancoli ist die Spielzeugbörse "inzwischen zum Selbstläufer geworden". Wie sie, so konstatierten auch Susanne Baumgärtner und Tina Kränkel vom Kinderschutzbund, dass trotz des großen Andrangs "alles sehr gesittet verlief".

Am Ende schienen (fast) alle Beteiligten zufrieden zu sein. Der Kinderschutzbund mit seinen zehn Ehrenamtlichen und die TBR ebenso wie Verkäufer und Käufer. "Gekauft wurden vor allem viel Klamotten, Schlitten und Spielzeug", hieß es aus verschiedenen Richtungen. Kriegsspielzeug und verletzungsgefährdende Objekte durften auch dieses Mal nicht auf die Verkaufstische. Und auch professionelle Händler waren im 21. Jahr der TBR-Spielzeugbörse von vornherein nicht erwünscht.

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