Am Ende konnten sie alle jubeln

Die TSG Reutlingen Inklusiv richtete am vergangenen Samstag die 24. Tischtennis-Mannschaftsmeisterschaft um den Achalm-Cup aus. 18 Teams traten an. Der Wanderpokal blieb in der Achalmstadt.

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Die Mannschaft TSG Reutlingen 1 als Sieger des Turniers. Foto: Dietmar Czapalla

Zum landesweit größten und bedeutendsten Turnier seiner Art waren 18 Mannschaften mit 120 Sportlern, alle mit geistiger, teils auch körperlicher Behinderung, mit ihren Betreuern angereist. Vier Teams der veranstaltenden TSG, zwei aus Bad Urach eins von der Bruderhaus-Diakonie vervollständigten die vier Vorrunden-Gruppen mit ihren männlichen und weiblichen Sportlern im Alter zwischen 14 und 55 Jahren. Die Kalbfellhalle war abermals der Austragungsort. 2006 hatte die Mannschaft Bad Urach 1 den Wanderpokal bereits zum achten Mal in Folge ins Ermstal entführt. In den Jahren 2007 und 2008 hieß der Sieger Nürtingen, 2009 wurde die erste Mannschaft des Gastgebers als Sieger gefeiert. In den Jahren 2010 bis 2012 wanderte der Siegerpokal drei Mal nach Nürtingen, im vergangenen Jahr hieß der Sieger Bad Urach 1.

Mit großen Hoffnungen ging sowohl der Titelverteidiger, Nürtingen als Zweite des Vorjahres und auch die erste Mannschaft der Reutlinger an die Tischtennisplatten, doch es sollte anders kommen. Während in der "Champions-League" (Platz eins bis acht) der Achalm-Cup im Vordergrund stand, wurden nach bewährtem Prinzip in der "Winner-League" (Platz neun bis 14) und in der "Lucky-League" (Platz 15 bis 18) ebenfalls Sieger ermittelt. In ihren schmucken Trikots spielten jeweils fünf der sechs bis sieben Teilnehmer umfassenden, gemischten Teams zunächst in der Vorrunde an 18 Platten. Als Schiedsrichter fungierten drei Jugendliche der Hermann-Hesse-Realschule, TSG-Übungsleiter und Betreuer teilnehmender Mannschaften.

Im Halbfinale der "Champions-League" gewann die Mannschaft TSG Reutlingen 1 gegen die favorisierten Nürtinger überraschend souverän mit 5:0, die erste Mannschaft vom Bad Uracher Johannes-Brenz-Haus konnte sich gegen Treffpunkt Stuttgart 1 knapp mit 3:2 durchsetzen. Im Finale standen die bärenstarken Reutlingern nach fünf gutklassigen Partien als 4:1-Sieger gegen Bad Urach fest und konnten den von der Stadt Reutlingen vor vier Jahren neu gestifteten Wanderpokal in der Achalmstadt behalten. Die Mannschaft TSG Reutlingen 2 belegte Platz sechs, Bad Urach 2 wurde Achter. In der Winners-League erkämpfte sich die Peter-Rosegger-Schule Platz zwei, Platz fünf ging an die TSG Reutlingen 3. Die vierte TSG-Mannschaft gewann überraschend die Lucky-League vor der Bruderhaus-Diakonie. Den Wanderpokal der Stadt und sechs Pokale der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) galt es bei der Siegerehrung zu überreichen. Vom Württembergischen Behinderten-Verband zur Verfügung gestellte Medaillen und Urkunden, die alle Sportler erhielten, bejubelten letztlich alle. Still jubelnd ganz am Schluss auch TSG-Geschäftsführer Albrecht Tappe, der als Cheforganisator und Moderator des 24. Tischtennis-Achalm-Cups gemeinsam mit seinen Helfern ganze Arbeit geleistet hatte. Den Organisatoren, ebenso wie den Betreuern der angereisten Mannschaften, stieß abermals bitter auf, dass man in der Großstadt Reutlingen noch immer nicht dazu in der Lage ist, einen behindertengerechten Zugang zu schaffen. Ein neuerlicher Antrag dazu des langjährigen Vorsitzenden des Fördervereins, Klaus Panne, sei unbeantwortet geblieben. Auch die Lautsprecheranlage in der Halle sei nach wie vor "katastrophal", ergänzte ein Stuttgarter, der seine Behindertensportler hier betreut.

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