Altes Rathaus erstrahlt bald in neuem Glanz

Das Alte Rathaus erstrahlt bald in neuem Glanz, denn der Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss hat unter der Leitung von Bürgermeisterin Ulrike Hotz die Restmodernisierung für 227 000 Euro beschlossen.

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Denkmalgeschütztes Gebäude mit besonderer geschichtlicher Bedeutung: das Alte Rathaus. Foto: Jürgen Spieß

Regen, Sturm und Umwelteinflüsse haben dem Alten Rathaus in der Rathausstraße in den vergangenen Jahren zugesetzt: Der Putz blättert teilweise von der Aussenfassade ab, zu den vorhandenen Sprossenfenstern aus Verbundglaselementen zieht es herein - und das Fachwerk der Nordfassade ist lediglich provisorisch durch eine Gewebefolie geschützt.

Höchste Zeit also, den bisher durchgeführten Umbau- und Sanierungsarbeiten die Restmodernisierung folgen zu lassen. Die wurde nun bei der jüngsten Sitzung des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschusses auch einstimmig beschlossen. Nach der Erstellung eines Gutachtens durch den Restaurator Widmann beauftragte die Stadt das Architekturbüro Hartmaier und Partner mit der Erarbeitung eines Sanierungskonzepts und der Durchführung der Arbeiten. Eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung wurde bereits Anfang Februar beim Regierungspräsidium Tübingen beantragt und genehmigt.

Da das Alte Rathaus "als ein denkmalgeschütztes Gebäude mit besonderer geschichtlicher Bedeutung" gilt, sind 85 Prozent der Baukosten förderfähig. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 227 000 Euro, davon werden 105 500 Euro durch den Zuschuss der Städtebauförderung gedeckt. Die Kosten für die Sanierung der Fenster mit 70 000 Euro werden aus Mitteln für Energiesparmaßnahmen finanziert, für die Restfinanzierung über 51 500 Euro, die für die Sanierung der Fassade veranschlagt wird, werden Mittel des Verwaltungshaushalts herangezogen.

Die Rahmen auf der Rauminnenseite des Gebäudes wurden bereits im Zuge des Umbaus saniert. Deshalb wird nun nur noch die Ein-Scheiben-Verglasung der äußeren Flügel durch eine Isolierverglasung ersetzt. Zudem muss der gesamte Putz abgeschlagen, ein mehrlagiger Dämmputz aufgetragen und die Putz- und Holzflächen neu gestrichen werden. Der Sockelbereich wird gegen aufsteigendes Wasser und Streusalz ebenfalls gereinigt und geschützt. Baubeginn ist bereits im Mai, im Herbst sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein und das Alte Rathaus in neuem Glanz erstrahlen.

Weitere Punkte auf der Tagesordnung des Bauausschusses betrafen das Ortsentwicklungskonzept Sickenhausen, die Vergabeentscheidung über die Beschaffung von Stühlen, Tischen und Garderobenständern für die neue Stadthalle und das Bebauungsplanverfahren der ehemaligen Gerberschule in der Erwin-Seitz-Straße.

Dazu wurde das Grundstück des früheren Lederinstituts auf Boden- und Grundwasserkontaminationen untersucht, da auf dem Flurstück über einen längeren Zeitraum mit Schadstoffen umgegangen wurde. Ergebnis der Nachuntersuchung: Ein mikrobiologisches Gefährdungspotenzial durch Milzbranderreger besteht nicht. Auch für das Vorhandensein von Bombenblindgängern innerhalb des Gebietes gibt es keine Anhaltspunkte.

Bedingt durch die frühere Nutzung sind zwar Verunreinigungen im Boden und Grundwasser nachgewiesen worden, "die Belastungen sind aber nur punktuell und daher tolerabel", so Baubürgermeisterin Ulrike Hotz. Ein akuter Handlungsbedarf besteht zurzeit nicht.

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