Alkohol im Essen ist eine Gefahr für Suchtkranke

Der Karl Luik Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe Reutlingen-Hohbuch warnt vor den Weihnachtsfeiertagen vor der Gefahr durch Alkohol im Essen.

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Flambierte Gans, danach ein Stück Tiramisu und zum Kaffee die Schwarzwälder Kirschtorte: So lässt sich's leben. Doch für suchtkranke Menschen gilt: Jeder Tropfen Alkohol, und selbst ein Rum-Aroma, kann den Rückfall in das Desaster der Abhängigkeit einleiten, heißt es in einer Mitteilung des Freundeskreises.

Doch an dieser Stelle gehe es nicht um "Spaßbremsen", die im Essen pulen und nach Alkoholresten suchen. Es gebe tatsächlich Menschen, die keinen Alkohol vertragen und deren Familien ein Lied davon singen können, wie Alkohol nicht nur ihr Miteinander und gegenseitiges Vertrauen aufgelöst hat, sondern auch viele Freundschaften, das Sparkonto und den Arbeitsplatz, heißt es in einer Mitteilung.

Es gebe Suchtkranke, für die eine kleinste Menge Alkohol den Rückfall in die Sucht einleiten kann. Und auch eine flambierte Gans zeigt nach dem Abkühlen noch einen erstaunlich hohen Restalkoholgehalt: Nach zwei Minuten Feuerzauber sind noch gut 80 Prozent erhalten.

In Deutschland gibt es rund 2,5 Millionen suchtkranke Menschen. Viele Lebensmittel enthalten Alkohol. Dies muss auf der Verpackung erkennbar ausgezeichnet sein. Wer genauer hinschaut, wird manche Überraschung erleben, denn er steckt oftmals in Speiseeis, Süßigkeiten, Konfitüren, Süßspeisen, Kuchen und Torten.Bei lose verkauften Produkten wie beim Bäcker gibt es keine Alkohol-Auszeichnung und Restaurants oder Kantinen kennzeichnen ebenso wenig alle Zutaten ihrer Soßen und Gerichte. Im Übrigen enthält auch alkoholfreies Bier bis zu 0,5 Prozent Alkohol. Und auch Malzbier ist nicht frei davon.

Oberflächlich betrachtet mag der Verzehr von Alkohol in Speisen harmlos sein. Bei Suchtkranken bahnen sich Rückfälle langsam und lange vor dem eigentlichen Absturz an. Sie sind eine Kette verschiedener Ereignisse und Fehlentscheidungen. Nicht jeder Gast ist also über ein Stückchen Torte erfreut, das zwar kein Kirschwasser, dafür aber Rum-Aroma erhält. Es erfordert Mut, beim Bäcker oder im Restaurant zu fragen, ob Alkohol im Essen enthalten ist. Daher sollte auf flapsige Kommentare wie "das Bisschen schadet doch nichts" verzichtet und das Anliegen der Betroffenen ernst genommen werden", ermutigte Karl Luik.

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