Albaufstieg ist jetzt "vordringlich"

Im Entwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan fallen der Albaufstieg und die Engstinger Ortsumgehung in die Kategorie "Vordringlicher Bedarf" . Das teilte CDU-MdB Michael Donth gestern Nachmittag mit.

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Im November hatte sich die gute Nachricht zum Albaufstieg beim Besuch von Verkehrs-Staatssekretär Norbert Barthle bereits angedeutet (wir haben berichtet) – gestern nun teilte Michael Donth, der Reutlinger CDU-Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Verkehrsausschuss, mit, sowohl der Albaufstieg wie auch die Ortsumfahrung Engstingen und die Reutlinger Dietwegtrasse seien in die Kategorie „Vordringlicher Bedarf“ aufgenommen worden. „Ein Meilenstein für den Verkehrsfluss an der B 312 ist uns gelungen“, freute sich Donth. In einem Telefonat überbrachte er diese für die Region wichtige Information dem Lichtensteiner Bürgermeister Peter Nußbaum, heißt es in der Pressemitteilung. Überaus erfreut zeigte sich auch der Engstinger Bürgermeister Mario Storz und der CDU-Fraktionsvorsitzende im Reutlinger Gemeinderat, Andreas vom Scheidt. Der Entwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan wurde gestern veröffentlicht und kurz vor der Sitzung des Bundestags-Verkehrsausschusses von Verkehrsminister Alexander Dobrindt an Donth überreicht. Darin sind die B 312 von Lichtenstein bis Engstingen (einschließlich Ortsumfahrung Engstingen) sowie die Ortsumfahrung Reutlingen (Dietwegtrasse) in die Kategorie „Vordringlicher Bedarf“ eingestuft worden.

Als eine der bedeutendsten Verbindungsachsen von Stuttgart über Reutlingen und das Echaztal in Richtung Bodensee mit extrem hohem Schwerlastverkehrsanteil, seien die Maßnahmen an der B 312 und der B 464 nicht nur für die Orte, sondern auch für die ganze Region ein wichtiges Verkehrsprojekt. „Das habe ich in Berlin immer wieder betont, zumal ein Schwerpunkt im neuen Bundesverkehrswegeplan auf Projekten mit überregionaler Bedeutung liegt. Jetzt haben wir die Chance bekommen, dass in den nächsten fünfzehn Jahren geplant und gebaut werden kann. Das Land muss nun die Ärmel hochkrempeln und in die Planung einsteigen“, so der Abgeordnete. „Der bisherige Albaufstieg stellt das Nadelöhr auf dieser Achse dar. Nur wenn dieser Flaschenhals beseitigt wird, sind die dreistelligen Millioneninvestitionen des Bundes in den Scheibengipfeltunnel in Reutlingen und den Ursulabergtunnel in Pfullingen wirklich effektiv und verkehrswirksam investiert. Gleiches gilt auf Reutlinger Seite für die Anbindung durch die Dietwegtrasse. Das bringt notwendige Entlastungen für die geplagten Anwohner und für den durch die Region fließenden Verkehr in Nord-Süd Richtung.“

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich die Reutlinger Oberbürgermeisterin Barbara Bosch „sehr zufrieden mit der Entscheidung“. Der Albaufstieg diene dem „Lückenschluss“ vom Reutlinger Scheibengipfeltunnel hinauf auf die Alb. Die künftige Bundes-Förderung der Dietwegtrasse sei ebenso begrüßenswert, entspreche sie doch der Beschlusslage des Reutlinger Gemeinderates aus dem Jahr 2007. Die Dietwegtrasse werde die bestehenden Tangenten wie zum Beispiel die B 28 entlasten. Die Aufnahme der Dietwegtrasse in den BVWP und die damit verbundene Förderung aus Bundesmitteln werde die Finanzierung der ergänzend zum Bau des Scheibengipfeltunnels geplanten städtischen Maßnahmen zur Verkehrsverflüssigung und Verkehrsberuhigung erleichtern.

Der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) ist das zentrale Planungsinstrument für Sanierung und Bau der Bundesfernstraßen sowie der Schienenwege und Bundeswasserstraßen in den nächsten Jahren. Wichtigstes Ziel des BVWP ist die Priorisierung der Investitionen nach dem größtmöglichen Nutzen für die Bürger, das Verkehrsnetz sowie die Wirtschaft. Der Bundesverkehrswegeplan wird alle zehn bis fünfzehn Jahre aufgestellt und vom Bundeskabinett beschlossen. Darauf aufbauend beschließt der Deutsche Bundestag die sogenannten Ausbaugesetze, in denen die Maßnahmen mit Geld unterlegt werden. Um Geld geht es für Lichtenstein, Engstingen und Reutlingen im ersten Schritt noch nicht, da vor einem Baubeginn erst die fundierten Planungen und damit auch die konkrete Beteiligung der Bürger, der Gemeinden und weiterer betroffener Behörden und Institutionen erfolgen muss. Diese Aufgabe liegt in der Zuständigkeit des Landes, konkret in diesem Falle des Regierungspräsidiums Tübingen.

Nach der Vorstellung des Entwurfs schließt das Bundesverkehrsministerium ab Montag eine Öffentlichkeitsbeteiligung an, deren Anregungen in einen zweiten Referentenentwurf des BVWP einfließen sollen. Anders als in früheren Jahren soll dieses Verfahren sehr transparent und unter Beteiligung der Betroffenen erfolgen. Daher wird der Entwurf im Internet veröffentlicht: „www.bmvi.de.“

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