Abtanzen bis zum Abwinken

Rund 2000 Besucher hörten sich beim Campusfest am Samstag sieben Bands im Freien an, danach war Abtanzen bis 4 Uhr morgens angesagt.

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Die beiden Rapper-Brüder Samson und Chelo sorgten für eine richtig gute Stimmung beim dritten Campusfest der Hochschule.  Foto: 

Genug der Wehklagen, dass livemusikmäßig in Reutlingen zu wenig geboten sei. Zahlreiche Rockkonzerte im franz.K, das Kurt-Festival, die Dynamite Night am selben Abend und nicht zuletzt das mittlerweile bundesweit größte Campusfest strafen derartige Vorurteile Lügen. So gab es am Samstag wieder Party und Livemusik bis in die Puppen. Studierende der Hochschule für angewandete Wissenschaften Reutlingen hatten am Samstag zum dritten Mal das Fest organisiert.

Schade nur, dass trotz angenehmer Temperaturen und geringem Eintritt weniger Besucher kamen als die vergangenen beiden Jahre. Das tat der Stimmung auf dem Hochschul-Gelände jedoch keinen Abbruch: Möglichst cool sein, Spaß haben und mächtig einen drauf machen, hieß die Devise. Nicht nur auf der Bühne, sondern insbesondere auch davor. Insgesamt sieben nationale Rock- und Hip-Hop-Formationen hatten sich angesagt, darunter Tobias Klein, der diesjährige Gewinner von "Voice of Reutlingen", die Bands Bipole, Fynn Faible, Antiheld und die Rapper Nasou, Rockstah und Sam.

Ab 15 Uhr nachmittags ging es auf der kleinen Open-air-Bühne Schlag auf Schlag. Der straffe Zeitplan wurde übrigens bis zum Schluss fast auf die Viertelstunde genau eingehalten, was bei Festivals dieser Größenordnung nur selten vorkommt. Stimmungsmäßig räumte vor allem der Hauptact Sam mit den beiden Rapper-Brüdern Samson und Chelo aus der Nähe von Reutlingen ab. Die beiden sind nicht nur echte Basketball-Talente, sondern verstehen es auch, mit ihrem Sprechgesang zu begeistern. Mit Unterstützung eines Drummers bewies vor allem Chelo am Mikrofon, dass er nicht nur experimentierfreudig rappen kann, sondern auch musikalische Akzente setzt. Bei Ohrwürmern wie "Ich fühl' mich irgendwie so halb voll, halb leer" verwandelte sich das Gelände in eine wahre Hüpfburg.

Ganz nach dem Geschmack des völlig losgelösten Publikums gaben sich die beiden als ungezwungene Hip-Hop-Entertainer mit Charme und ohne großen Aufwand. Ein Mikrofon, pumpende, basslastige Beats und ein Drummer - mehr braucht es nicht, um eine fette Party zu feiern. Und das ganz ohne Gangsta-Posing und Ghetto-Romantik, dafür mit Sprachwitz und Abtanzen bis zum Abwinken.

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