"Wir feiern das ganze Jahr"

Mit einem Festakt am 4. April und weiteren Veranstaltungen feiert Bosch 50 Jahre Standort Reutlingen. Mit rund 7000 Mitarbeitern spielt der Sitz des Bereichs Automobilelektronik eine wichtige Rolle im Konzern.

|
Vorherige Inhalte
  • Reglermontage im "Türmlesbau" der Tübinger Straße im Jahr 1964: Die Abtrennung der Fertigungshalle erfolgte mit Plastikfolie, um die Textilproduktion von Gminder von der Bosch-Produktion abzuschirmen. Foto: Bosch 1/2
    Reglermontage im "Türmlesbau" der Tübinger Straße im Jahr 1964: Die Abtrennung der Fertigungshalle erfolgte mit Plastikfolie, um die Textilproduktion von Gminder von der Bosch-Produktion abzuschirmen. Foto: Bosch
  • 50 Jahre Bosch in Reutlingen: Pressesprecher Dr. Joachim Siedler, Marketingleiterin Julia Ingenkamp, AE-Bereichsvorstand Markus Schmidt und Kirsten Dohmeyer (Marketing) stellen das Jubiläumsprogramm vor. Foto: Ralph Bausinger 2/2
    50 Jahre Bosch in Reutlingen: Pressesprecher Dr. Joachim Siedler, Marketingleiterin Julia Ingenkamp, AE-Bereichsvorstand Markus Schmidt und Kirsten Dohmeyer (Marketing) stellen das Jubiläumsprogramm vor. Foto: Ralph Bausinger
Nächste Inhalte

Am 1. April 1964 wurde der Vertrag zwischen Bosch und der Ulrich Gminder AG unterschrieben, damit übernahm der Konzern Grundstücke und Gebäude der historischen Textilfabrik sowie fast alle der 1400 Beschäftigten; drei Tage später begann die Produktion von Scheinwerfern für die Automobilindustrie. Im Rommelsbacher Werk wurden damals Dieseleinspritzpumpen gefertigt.

Heute, 50 Jahre später, ist Reutlingen Sitz des Geschäftsbereichs Automobilelektronik (AE), der helfen soll, Fahrzeuge sicher, sauber, sparsam und komfortabel zu machen, wie Markus Schmidt, Mitglied des AE-Bereichsvorstandes der Robert Bosch GmbH, gestern beim Pressegespräch sagte. Rund 7000 Mitarbeiter sind derzeit in Reutlingen und Kusterdingen beschäftigt, weltweit arbeiten mehr als 22 000 Beschäftigte für den Geschäftsbereich Automobilelektronik. Innerhalb des Fertigungsverbundes habe Reutlingen, wie Schmidt sagte, "große Bedeutung als Leitwerk sowie als An- und Hochlaufwerk für die weltweite Fertigung von Komponenten und Modulen der Automobilelektronik".

Bosch stellt in Reutlingen vor allem Halbleiter, Sensoren sowie Steuergeräte her. Neben der Automobilelektronik entwickelt und vermarktet das Unternehmen vor Ort auch Sensoren für den Elektronik-Konsumentenmarkt sowie Komponenten für eBikes und für die Energie- und Gebäudetechnik.

Darüber hinaus nimmt die Achalmstadt auch eine bedeutende Rolle als "Start-up-Standort" ein, wie Schmidt betonte. So führt im Automotive-Business die zunehmende Elektrifizierung der Fahrzeuge, also der Trend zu Hybrid- und Elektrofahrzeugen, mittel- und langfristig zu neuen Geschäftschancen in der Leistungselektronik. Dazu entstehen am hiesigen Standort neue Geschäftsfelder. Beispiele sind unter anderem die Bosch Powertec GmbH zur Entwicklung von Photovoltaik-Wechselrichtern sowie Bosch eBike Systems. In nur fünf Jahren hat sich das junge Unternehmen vom Markteinsteiger zum Taktgeber bei Antriebssystemen für eBikes entwickelt. 2009 hat alles mit wenigen Experten für Akkus, Motoren und Elektronik begonnen, heute setzen mehr als 50 Fahrradmarken auf Bosch-Technik. 2014 will das Unternehmen hier den Schwerpunkt auf den nordamerikanischen Markt legen.

Die steigende Durchdringung des Internets führt laut Schmidt zu zusätzlichen Geschäftschancen. Diese neuen Märkte erforderten allerdings eine deutlich höhere Flexibilität und Geschwindigkeit - eine Herausforderung, auf die Bosch Ende 2013 mit der Gründung einer Gesellschaft für das Internet der Dinge und Dienste reagiert hat. Diese Bosch Connected Devices and Solutions GmbH bietet kompakte Elektronik-Produkte und Software-Know-how an, um Geräte und Objekte in ganz unterschiedlichen Einsatzfeldern internetfähig zu machen. Im Fokus der derzeit rund 40 Mitarbeiter stehen zunächst sensorbasierte Anwendungen rund um das vernetzte Haus (Smart-Home) sowie im Bereich Transport, Logistik und Verkehr. Bei den mikromechanischen Sensoren (MEMS) fürs Internet der Dinge gehört die ebenfalls in Reutlingen angesiedelte Bosch Sensortec GmbH zu den Weltmarktführern.

Seit 47 Jahren stellt Bosch vor Ort Erzeugnisse der Automobilelektronik her, seit 1971 Halbleiterchips, die unter anderem in elektronischen Steuerungen für Verbrennungsmotoren und Getriebe, im Schleuderschutz ESP®, in Airbag- und Fahrerassistenzsystemen sowie in Einparkhilfen und Nachtsichtsystemen eingesetzt werden. 2010 hat das Weltunternehmen in Reutlingen für insgesamt 600 Millionen Euro eine neue Fabrik für 200-Millimeter-Wafer eröffnet. Ausgangsmaterial sind dünne Siliziumscheiben, so genannte Wafer, die sich nur unter Reinraumbedingungen herstellen lassen. Die Bauelemente sind nicht nur für elektronische Systeme der Automobiltechnik, sondern zunehmend auch für den Bereich der Konsumelektronik sowie für das Energiemanagement bestimmt.

Im benachbarten Rommelsbach, wo vor 50 Jahren die Fertigung von Dieseleinspritzpumpen begann, ist inzwischen das Robert-Bosch-Zentrum für Leistungselektronik entstanden. Ein Studien- und Forschungszentrum, das Bosch gemeinsam mit der Universität Stuttgart, der Hochschule Reutlingen und dem Land Baden-Württemberg zur Erforschung und Entwicklung von Leistungselektronik für die Elektromobilität gegründet hat.

Schmidt blickt zuversichtlich aufs laufende Jahr: "Uns nutzt, dass wir sehr global aufgestellt sind", unterstreicht das Mitglied des AE-Bereichsvorstandes.

50 Jahre Bosch in Reutlingen - das Jubiläumsprogramm Festakt in der Stadthalle
Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Blüten aus dem Darknet

Drei junge Leute mussten sich gestern wegen gemeinschaftlicher gewerbsmäßiger Geldfälschung vor dem Amtsgericht verantworten. weiter lesen