"Weil's nicht hin gehört"

Auch eine Änderung der Landschaftsbildanalyse beeindruckte die Lichtensteiner nicht: Der Gemeinderat lehnte mit großer Mehrheit die Windkraftpläne auf dem Hohfleck bei Sonnenbühl ab.

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Der Blick auf Schloss Lichtenstein könnte von den Windkraftanlagen mehr als getrübt werden.  Foto: 

Dem bisherigen Nein zu den Bauplänen von fünf Windkrafträdern folgte seitens der Lichtensteiner nun eine erneute Ablehnung. "An den Standorten, der Anzahl und der Höhe hat sich absolut nichts geändert". Das sagte Sigrun Hinderer vom Ortsbauamt. Mehr noch: "Wir werden von den nun neuen Plänen sogar noch bestätigt". Wer von den Anhöhen östlich von Schloss Lichtenstein auf das historische Bauwerk schaue, würde dahinter die fünf geplanten Windräder sehen, von denen jedes jeweils eine Gesamthöhe mit Rotoren von rund 200 Metern hätte. Wie mehrfach berichtet hat dies zu empörten Protesten geführt. "Der Umzingelungseffekt bleibt", konstatierte Bürgermeister Peter Nußbaum.

Eigentlich entschärfen wollte die Sowitec Projekt GmbH aus Sonnenbühl mit ihrem neuen Gutachten die Lage. Auf 38 Seiten bemühte sich "die Gruppe für ökologische Gutachten" aus Stuttgart, die Dinge zu relativieren. Schließlich steht Sowitec auch im "immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren". Ja, oberhalb von Honau, vom Rötelstein aus, würden die laufenden Rotoren schon zu sehen sein, das sagt auch das Gutachten. Und "durch die Bäume hindurch" teilweise der gesamte Windpark, heißt es weiter.

Am 24. Juli bereits hatte der Lichtensteiner Gemeinderat - als Beteiligter im immissionsschutzrechtlichen Verfahren - die Planungen abgelehnt. Obwohl Sowitec die Zahl der Masten von sieben auf fünf reduziert hatte. Es blieb die Einschätzung der Lichtensteiner, dass von der geplanten Anlage "eine erhebliche Beeinträchtigung für das Erscheinungsbild von Schloss Lichtenstein ausgeht."

Gleichwohl gab es am Donnerstag in der Gemeinderatssitzung grundsätzliche politische Grabenkämpfe. Arnold Sendler (Grüne) betonte die Notwendigkeit eines zügigen Atomausstiegs. "Die Anlagen könnten schließlich Ziel von Terroristen sein". Und deshalb sollte man alles daran setzen, alternative Energien auszubauen - und dazu gehöre auch die Windkraft. Britta Waschl (SPD) setzt ebenfalls auf die Energiewende, den Windkraftpark auf dem Hohfleck "kann ich akzeptieren". Buh-Rufe holte sich Waschl ein, als sie die Gegner der Anlage mit dem St. Florians-Prinzip in Verbindung brachte.

Gemeinderat und Honaus Ortsvorsteher Wilfried Schneider (FWV), der Mann steht an der Spitze einer Interessengemeinschaft gegen die Windkraft auf dem Hohfleck, befand mit Blick auf die neue Studie der Stuttgarter: "Da hat sich nichts geändert, Landschaft und Denkmal werden beschädigt".

Und mit Blick auf die politische Komponente mahnte Schneider an: "Wir diskutieren hier doch nicht über Pro und Contra Windkraft", sondern man blicke auf die bisher schon vorhandene Visualisierungen des Projekts in Fotomontagen - und da erkenne man die ganze "Brutalität" dieses Vorhabens.

In jedem Falle stehe jedoch fest, so Nußbaum mit Blick auf eine der neuen Fotomontagen Sowitecs, sehe man seitlich der Märchenburg sich bewegende Rotoren. "Und da bewegt sich also etwas, was dort nicht hin gehört." Bei vier Gegenstimmen wurde bestätigt, dass Lichtenstein seine kritische Stellungnahme vom Juli auch angesichts der neuen Expertise aufrecht erhält.

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