„Suffragette“ zum Auftakt

Das Reutlinger Kino-Open-Air erlebt ab heute seine 17. Auflage. Los geht’s mit „Suffragette“; der Film handelt  vom Kampf der Frauen um das Wahlrecht.

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„Birnenkuchen mit Lavendel“ ist am vorletzten Abend des  17. Reutlinger Kino-Open-Airs zu sehen.  Foto: 

Ab heute verwandelt sich der Spitalhof wieder in einen riesigen nach oben offenen Kinosaal. Bis Sonntag, 21. August, werden dort 13 Filme gezeigt. „Wir setzen weiter auf unser bewährtes Konzept – auf Filme fernab des Mainstreams, die unterhaltend, spannend und berührend sind“, sagt Klaus Kupke vom Amt für Schule, Jugend und Sport, der gemeinsam mit Gerhard Steinhilber die Filme ausgewählt hat. Herausgekommen ist eine Mischung aus bekannten, amüsanten und anspruchsvollen, kritischen, aber auch weniger bekannte Streifen. Dazu kommen, so Kupke, Filme wie Colonia Dignidad, die zum Nachdenken anregen sollen.

An den Anfang haben die Open-Air-Macher etwas Kämpferisches gestellt. „Suffragette – Taten statt Worte“ spielt im Jahr 1912 und beschreibt im postviktorianischen England den Kampf und die Opfer einer Frauengruppe um Wahlrecht und Gleichstellung.

Im mit viel schrillem Humor angereicherten belgischen Roadmovie „Ich bin tot – macht was draus!“, der am Mittwoch gezeigt wird, geht es um Freundschaft und Musik: Die Altrocker der Band „Grand Ours“ verlieren auf tragische Weise ihren Leadsänger Jipé. Und doch ist er auf der  Tournee dabei, denn seine Kumpel klauen die Urne und schmuggeln Jipés Asche im Gepäck mit. Zu sehen ist die Komödie am Mittwoch, 10. August.

Das Pixar-Animationsabenteuer „Alles steht Kopf“ (11. August) erzählt die Geschichte einer Elfjährigen, die nach dem Umzug in die große Stadt von Heimweh geplagt wird. Dabei werden ihre  Gefühle von den fünf putzig bunten Kobolden „Freude“, „Angst“, „Wut“, „Ekel“ und „Kummer“ dargestellt.

Eddie Mannix, verkörpert von Josh Brolin, ist in „Hail Caesar!“ (Freitag, 12. August) ein mit allen Wassern gewaschener Fixer im Hollywood der 50er Jahre. Als aus dem Hintergrund agierender PR-Agent sorgt er dafür, dass sich die „Extravaganzen“ der Stars nicht zu medialen Skandalen auswachsen, sondern allenfalls als Zeitungsenten herausstellen.

In „Ein Mann namens Ove“ nimmt der schwedische Regisseur Hannes Holm einen Rentner in den Blick, der die tiefe Trauer um seine Frau in bärbeißigen Kommentaren und großer Streitlust auslebt. Eigentlich will er sich nur ganz in Ruhe das Leben nehmen – aber wo findet man noch Ruhe und Ordnung in dieser Welt? Antworten darauf gibt’s am Samstag, 12. August.

Jacob Van Dormaels Komödie „Das brandneue Testament“ (Sonntag, 14. August) erzählt erfreulich inkorrekt die Geschichte eher untypischen Kleinfamilie. Sie besteht aus Gottvater, Gottmutter und Gotttochter Éa. Diese, gerade mal zehn Jahre alt, will ihrem herrschsüchtigen Daddy so richtig eins auswischen.

Mit „Colonia Dignidad“ (Montag, 15. August) hat Oscar-Preisträger Florian Gallenberger einen Polit-Thriller geschaffen, der ein düsteres Kapitel der jüngeren Geschichte schildert. Im Chile der 70er Jahre führt die Sekte des perfiden Predigers Paul Schäfer ein Schreckensregime in der „Colonia Dignidad“. Man kungelt mit Diktator Pinochet, erhält diskrete Unterstützung deutscher Diplomaten. Als der junge Fotograf Daniel in das Lager verschleppt wird, tritt seine Freundin der Sekte bei, um ihn zu befreien.

Leben und Lieben im Libanon hin- und hergerissen zwischen orientalischer Tradition und westlicher Moderne ist das Thema von „Liebe Halal“, der am Dienstag, 16. August, gezeigt wird. Ein echter Gute-Laune-Film. „Eddie the Eagle“ (Mittwoch, 17. August) entführt die Zuschauer auf die britische Insel. Eddie „the Eagle“ Edwards war ein Amateur, der 1988 als einziger Vertreter Großbritanniens als Skispringer an den Winter-Olympiaspielen in Calgary teilgenommen hat. Der Film schildert seinen Weg dahin, vom belächelten, naiv-linkischen Jungen aus der britischen Arbeiterschicht, der nie ernst genommen wurde mit seinem sportlichen Tatendrang, sein unbändiger Wille, es allen, seiner Mum und seinem Dad und vor allem sich selbst zu zeigen, was in ihm steckt.

In „Sing Street“ beschwört der irische Regisseur John Carney  erneut die Kraft der Musik und der Liebe. Schauplatz ist das Dublin der 80er Jahre, was Spuren typischen britischen Sozialrealismus erzeugt, vor allem aber höchst unterhaltsame Nostalgie. Der Streifen, der am Donnerstag, 18. August, läuft, ist eine „mitreißende, sehr überzeugende Ode an die Musik und die Liebe“.

Nach dem Biopic über den Apple-Gründer und Visionär Steve Jobs (Freitag, 19. August), das auch dessen dunkle Seiten nicht ausspart, ist am Samstag, 20. August, der Selenschmeichler (Kupke) „Birnenkuchen mit Lavendel“ zu sehen. Mit Herz, Humor und Verstand erzählt Autor und Regisseur Éric Besnard in der romantischen Komödie die Geschichte einer Frau in Nöten, die einem hochintelligenten Mann mit Asperger-Syndrom begegnet.

Mit dem Drama „Carol“ von Todd Haynes endet heuer die Open-Air-Reihe. Cate Blanchett verliebt sich in dieser Verfilmung des autobiografischen Patricia Highsmith-Romans im New York der 50er Jahre als elegante Titelheldin in eine hübsche Verkäuferin. Ihr Gatte reagiert cholerisch auf die Rivalin und sinnt auf perfide Rache.

Die 13 Filme werden auf einer  zehn mal fünf großen Leinwand gezeigt. Da das Open-Air kalendarisch vorverlegt wurde, starten die Filme jetzt etwas später. Durch die Verlegung gibt es in diesem Jahr keine Überlappungen mit dem Weindorf, das am 24. August beginnt. Die Bewirtung übernimmt das Café Nepomuk, neu hinzugekommen ist diesmal Uli Thiel, der Crêpes verkauft.

17. Reutlinger Open-Air-Kino – das Programm

Folgende Filme laufen beim 17. Reutlinger Open-Air-Kino im Spitalhof:

? ? Dienstag. 9. August: Suffragette – Taten statt Worte. ? Mittwoch, 10. August: Ich bin tot, macht was draus!

? Donnerstag, 11. August: Alles steht Kopf.

? Freitag, 12. August:  Hail, Caesar!

? Samstag, 13. August: Ein Mann namens Ove. ? Sonntag, 14. August: Das brandneue Testament. ? Montag, 15. August: Colonia Dignidad. ? Dienstag, 16. August:  Liebe Halal.

? Mittwoch, 17. August: Eddie the Eagle. ? Donnerstag, 18. August:  Sing Street.

? Freitag, 19. August: Steve Jobs.

? Samstag, 20. August: Birnenkuchen mit Lavendel.

? Sonntag, 21. August: Carol.

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Einlass ist um 19.15 Uhr, der Film läuft  ab 21.15 Uhr. rab

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