„Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“ als Motto

|
Vorherige Inhalte
  • Bisonherde in der Prärie Nordamerikas: Die Ausstellung „Grasart“, die im Reutlinger Naturkundemuseum zu sehen ist, befasst sich mit der Entwicklung von Graslandschaften.  1/2
    Bisonherde in der Prärie Nordamerikas: Die Ausstellung „Grasart“, die im Reutlinger Naturkundemuseum zu sehen ist, befasst sich mit der Entwicklung von Graslandschaften. Foto: 
  • Harald Schiels Holzschnitts „Onna I“ ist im städtischen Kunstmuseum zu sehen. 2/2
    Harald Schiels Holzschnitts „Onna I“ ist im städtischen Kunstmuseum zu sehen. Foto: 
Nächste Inhalte

Unter dem Motto „Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“ feiert die Welt in diesem Jahr am Sonntag, 21. Mai, den 40. Internationalen Museumstag. Im Naturkundemuseum gibt es zum Thema des Tages jeweils eine Führung durch die aktuellen Sonderausstellung. Um 11 Uhr geht der Biologe Moritz Boley in der Insektenausstellung „Klein, aber oho!“ der Frage nach „Was wäre ohne sie? – Der Bedeutung von Insekten auf der Spur“. Insekten sind die mit Abstand größte Tiergruppe der Erde. Ihre Bedeutung ist so groß, dass die Auswirkungen ihres Fehlens Endzeitszenarien gleichen. Erste Folgen sind bereits Realität, denn das große Sterben hat – auch bei uns – längst begonnen.

Um 15 Uhr führt der Geologe Dr. Jan Brinkmann unter dem Thema „Gras – Nahrung, Lebensraum und Schrittmacher der Evolution“ durch die Sonderausstellung „Gras-Art“. Gräser haben sich erst in der Erdneuzeit über die Welt verbreitet, aber innerhalb weniger Millionen Jahre die Landschaft und das Leben auf unserem Planeten entscheidend verändert. Aus kleinwüchsigen, laubfressenden Waldbewohnern wurden große Weidegänger, die sich in der weiten, offenen Landschaft durch ausgeprägte Sinne, Schnelligkeit und Herdenbildung vor Räubern schützen müssen. Baumbewohner wie die Affen begegneten der Entwaldung mit Spezialisierungen, aus denen schließlich der Mensch hervorging. Heute ist das Grasland der größte Lebensraum der Erde. Es bietet nicht nur unzähligen Tieren Nahrung, sondern auch dem Menschen. Gräser sind die ältesten Kulturpflanzer Welt. Unser Getreide stellt aktuell über 50 Prozent der Welternährungsenergie dar. Eintritt und Führungen sind frei.

Das Heimatmuseum lädt am Museumstag zur Führung durch die Sonderausstellung „Verlorene Spuren. Schwäbische Auswanderung in den Kaukasus 1817“ ein. Aus politischen, wirtschaftlichen und vor allem religiösen Gründen zogen vor 200 Jahren mehrere Tausend Württemberger in den Südkaukasus – in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie gründeten acht schwäbische Kolonien, die zu beachtlicher wirtschaftlicher Blüte kamen. Anhand von zeitgenössischen Dokumenten, Briefen, Fotografien und privaten Erinnerungsstücken wird die bewegende Geschichte der Kaukasus-Schwaben und ihrer Siedlungen nacherzählt – vom Beginn bis zum Niedergang durch Repression und der endgültigen Deportation der Deutschen 1941 nach Kasachstan. Großfotos vermitteln einen Eindruck davon, welche Spuren in der früheren Kolonie Helendorf, heute Göygöl  in Aserbaidschan, noch zu finden sind. Die Führung mit der Kuratorin der Ausstellung, Renate Föll M.A., beginnt um 11.15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Im Museum „Im Dorf“ in Betzingen ist der Museumsbauer zurück. Heinz-Jürgen von Boetticher zeigt am Museumstag alte Handwerkstechniken und Arbeitsweisen, die heute fast vergessen sind. Besucher können ihm unter anderem beim Besenbinden oder bei der Reparatur von Dreschflegel und Rechen über die Schulter schauen. Mitmachen ist erwünscht.

Im Dachgeschoss des Museums können in der Sonderausstellung „Arten- und Lebensraumvielfalt in Betzingen – Naturfotografie in Garten, Wald und Wiese“ seltene Pflanzen und Tiere entdeckt werden. Rund 60 Makro- und Telefotografien zeigen die Schönheit und Vielfalt der heimischen Natur.

Am Sonntag, 15 Uhr, führt Spendhausleiter Herbert Eichhorn durch die Ausstellung „Von Japan inspiriert. Martha Cunz und der Farbholzschnitt um 1900“. Die Schau beschäftigt sich mit der Grafik des Jugendstils und dem Einfluss, den die japanische Kunst auf diese hatte. Sie  umfasst rund 150 Arbeiten aus der Sammlung des Historischen und Völkerkundemuseums St. Gallen sowie aus der Spendhaus-Sammlung. Neben den Holzschnitten gibt es auch exemplarische Beispiele für das Kunsthandwerk des Jugendstils zu sehen.

In der Druck-Werkstatt für die ganze Familie von 15 bis 17 Uhr können Erwachsene mit Kindern ab fünf Jahren ihrer Kreativität freien Lauf lassen. In einer kurzen Führung wird zunächst aufgezeigt, dass die Japan-Faszination nicht nur ein Thema der klassischen Moderne war, sondern bis heute anhält. Ein Beispiel etwa für den Einfluss des Mangas auf die zeitgenössische Kunst ist Harald Schiels großformatiger Druck „Onna I“.

Die kürzlich eröffnete Ausstellung „Konstruktionen nach dem Sinn“ zeigt die Werke der jungen Leipzigerin Jennifer König, die als erste Preisträgerin den Holzschnitt-Förderpreis des Spendhaus-Freundeskreises erhielt.

Die Ausstellung „HAP Grieshaber Kindheitsbilder“ gruppiert sich um eine Werkgruppe aus acht Holzschnitten mit Babydarstellungen, die Grieshaber 1954/55 nach der Geburt seiner Tochter in verschiedenen Farb- und Formvarianten schuf.

Info Anmeldungen zur Druck-Werkstatt und Information zu allen Angeboten unter Telefon (07121) 3 03 23 22 oder Email kunstmuseum@reutlingen.de. Die Teilnahme an allen Angeboten und der Eintritt in die Ausstellung sind kostenlos.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Unterwegs in ein neues ÖPNV-Zeitalter

Der Gemeinderat hat gestern Abend mit großer Mehrheit den Grundsatzbeschluss für ein neues Stadtbuskonzept gefasst. Die Umsetzung soll im zweiten Halbjahr 2019 starten. weiter lesen