"Solide Perspektive"

Eine Zeit lang sah es für die Regionalstadtbahn nicht gut aus. Durch die Fortschreibung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes könnte sich nun eine solide Perspektive ergeben haben.

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So könnte das Regionalstadtbahnkonzept einmal am Reutlinger Hauptbahnhof aussehen.  Foto: 

Mit der Straßenbahn durch die Stadt - was bis Mitte der 1970er Jahre selbstverständlich war und im Zuge der Automobilhysterie abgeschafft wurde - das könnte doch wieder Realität werden. Denn obwohl es für die Pläne der Regionalstadtbahn zwischendurch äußerst mau ausgesehen hat und viele das Projekt schon begraben wollten, ist mit der Fortschreibung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) über das Jahr 2019 hinaus wieder mehr als ein Fünkchen Hoffnung aufgekeimt.

Von einer "soliden Perspektive" spricht deshalb die Stadtverwaltung, wenn es um die notwendige Förderung des Projekts geht, und hat nicht nur ihre Hausaufgaben gemacht, sondern während der Sitzung des Bauausschusses gleich noch ihre bisherigen Entwürfe und Varianten für mögliche Trassenführungen präsentiert sowie die frühzeitige Einbeziehung der Öffentlichkeit mit einer Informationsveranstaltung am 12. Januar, um 18 Uhr im Spitalhofsaal angekündigt.

"Vor einiger Zeit stand das Signal auf Halt", sagte Stefan Dovrak, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, mit Blick auf die jetzige Entwicklung. Schließlich hätten sich die Rahmenbedingungen mehr als positiv verändert. Mit dem weiterhin bestehenden GVFG habe das Land vom Bund nämlich mehr Mittel zugesagt bekommen, womit die Förderung gesichert scheint, so Dvorak.

Bevor die Innenstadt an der Reihe ist, steht zunächst aber das Modul 1 an, das die Verbindung von Urach über Metzingen, Reutlingen, Tübingen bis nach Herrenberg gewährleistet. Allerdings werden sich an dieses Netz mit seinen zusätzlichen Haltepunkten - Bösmannsäcker oder Storlach - weitere Verbindungen anschließen, was Reutlingen wieder eine Straßenbahn bescheren kann, die nicht nur innerstädtisch unterwegs sein soll, sondern vor allem mit der sogenannten Gomaringer Spange auch Ohmenhausen und das Industriegebiet besser anbindet. Zudem soll die Bahn als Alternative zum Auto, die Innenstadt genauso wie der Scheibengipfeltunnel um täglich 15 000 Autofahrten entlasten.

Während das noch alles Zukunftsmusik ist und die Umsetzung des rund 900 Millionen Euro teuren Gesamtprojekts Jahrzehnte dauern dürfte, gibt es für eine Streckenführung durch die Innenstadt nach bisherigem Planungsstand aber schon drei Varianten. Die erste könnte durch die Garten- und Albstraße in Richtung Südbahnhof führen. Die zweite über die Eberhard- und Lederstraße ebenfalls mit Ziel Südbahnhof sowie die dritte über die Strecke der ehemaligen Honauer Bahn über die stillgelegte Gleisanlage entlang der Panoramastraße.

"Es ist positiv, dass der politische Wille zur Umsetzung da ist", erklärte Holger Bergmann (Die Grünen und Unabhängigen) mit Blick auf die Pläne. Dennoch wünsche er sich auch den Mut für Alternativen. Wobei die Details noch zu besprechen seien und die von der Verwaltung weniger favorisierte Führung durch die Gartenstraße möglich sei. Zumal er angesichts der Förderfähigkeit dieser Variante sehr zuversichtlich sei.

Erfreulich, dass an das Stadtbahnnetz nicht nur gedacht, sondern dass es realisiert werden könne, meinte hingegen Helmut Treutlein (SPD). Jetzt müsse man außerdem dran bleiben und zeigen, "dass wir die 80-Prozent-Förderung wollen". Zudem gehe es darum, gut vorbereitet zu sein, wenn das Geld tatsächlich zur Verfügung gestellt werde. Zumal die Konkurrenz um die Fördergelder groß sei.

"Es ist noch keine sichere Finanzierung", kritisierte dennoch Rainer Löffler (CDU). Einen Durchbruch sieht er bisher nicht. Außerdem sollte angesichts der bisherigen Pläne und Skizzen den Bürgern nicht nur eine schöne Welt suggeriert, sondern vielmehr der Status Quo mit der umliegenden Bebauung gezeigt werden. "Etwas mehr Realismus täte gut." Gelassener sah die Präsentation hingegen Erich Fritz (FWV): "Wir lassen das ein Stück weit auf uns zukommen."

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