„Nehmt einander an“

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Hoch motiviert sind die 24 Menschen aus dem Leitungskreis der Vesperkirche. Aufbruchstimmung ist zu spüren, endlich geht es wieder los am Sonntag um 11 Uhr mit dem Eröffnungsgottesdienst in der Nikolaikirche. Und dann werden die Menschen mit den kleinen Geldbeuteln wieder in dieses besondere Gasthaus strömen, sich freuen über die Möglichkeit, ein gutes, warmes Mittagessen zu erhalten, dazu Getränke, Kaffee, sogar Kuchen und ein Vesper gibt es dann auch noch mit auf den Weg. Und das alles für einen einzigen Euro. Die Aufmerksamkeit der mehr als 200 ehrenamtlichen Helfer, die in den kommenden vier Wochen wieder ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte haben, ist den Besuchern dabei gewiss – kostenlos.

„Den Anderen so anzunehmen, wie er ist, das ist die Jahreslosung 2015 und war von Anfang an das Leitmotiv der Vesperkirche gewesen“, sagte Klaus Kuntz. Und da gehören, in diesem Jahr ganz besonders, auch Asylbewerber und Flüchtlinge dazu – als Besucher wie auch als Helfer bei Auf- und Abbau. Vor 17 Jahren hat Kuntz die Vesperkirche ins Leben gerufen. Seitdem war er der Kopf, Leiter, Motor und zentraler Punkt in der Vesperkirche – und ist es bis heute. Krankheitsbedingt muss er kürzer treten, dennoch wird er in den kommenden vier Wochen dabei sein. Sein neues Outfit mit Bart lässt ihn übrigens eh jünger wirken als seine mittlerweile fast 80 Jahre.

Ansonsten ist in der Vesperkirche fast alles wie gehabt, es lief ja auch bestens in den zurückliegenden Jahren, viel hat sich eingespielt, manche aus dem Leitungskreis sind von Anfang an mit dabei, sie wissen, an welchen Strippen sie ziehen müssen. Und sie können sich auf die Hilfe vieler Menschen verlassen. Wie etwa auf die Bäcker und Metzger, die wieder Brot, Brötchen, Kuchen, Wurst und Käse spenden werden. „Wir bräuchten aber auch wieder Kuchen von Privatleuten“, wirft Jutta Kuhk ein. „Und wir haben eigens vier Fahrer, die jeden Tag ab 8 Uhr starten und die Lebensmittelspenden abholen“, erläutert Traudl Stengel. Das warme Essen wird wie gewohnt von der Bruderhaus-Diakonie angeliefert, „wichtig ist dabei, dass mittwochs schweinefleisch-frei ist“, so Stengel.

Andere Neuerungen? Die Vesperkirche bekam einen Tellerwarmhalte-Behälter gespendet. Die Kaffeemaschinen mussten überholt werden, wie Bruno Eitl betont. Zusammen mit Gisela Braun ist er für die Technik zuständig. „Neu ist auch, dass wir jetzt einen Stromverteiler haben, der hoffentlich verhindert, dass künftig die Sicherungen rausfliegen, wenn alle Warmhaltetheken eingeschaltet werden“, erläutert Braun. Ebenfalls neu ist das kleine Podest neben dem Kircheneingang – das wurde notwendig, um die Essensanlieferung nach der Umgestaltung des Vorplatzes der Nikolaikirche zu gewährleisten.

Ansonsten kommen jeden Montag Frisöre, um die Menschen kostenlos zu verschönern, montags bis freitags beraten Ärzte um die Mittagszeit herum die Besucher, Sozialberatung gibt’s immer montags, mittwochs und freitags vom Diakonieverband. Und sonst? „Die Spenden sind im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen“, sagt „Finanzminister“ Siegfried Wienerroither. „Aber wir hoffen, dass wir mit den Einnahmen von den Solidaressern rauskommen.“ 5,50 Euro zahlen die Benannten für das Essen in der Vesperkirche, „gerne auch mehr“, weiß Wienerroither.

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