"Meine Sonne scheint mit Dir"

"I ka mit dr' Angelika mitheula. Du goscht jetzt in Rente. Meine Sonne scheint mit Dir": So beschreibt ein Behinderter die Stabübergabe beim Samstags-Treff von Dr. Gerhard Klein an die Familie Richter.

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Das Orchester des Samstagstreffs gestaltete den Gottesdienst mit.  Foto: 

Brot macht den Bauch satt, aber die Seele braucht mehr. Vor allem behinderte Menschen sind bereit, sehr viel zu geben. Die Stabübergabe im Pfullinger Samstagstreff von Gründervater Prof. Dr. Gerhard Klein an seine Nachfolger Claudia und Frank Richter im Rahmen des gemeinsamen Abendmahls in der Magdalenenkirche war vor allem eine große, emotionale Familienfeier. Mit Wegbegleitern der ersten Stunde und vielen Überzeugungstätern. "Was Sie in 35 Jahren aufgebaut und geleistet haben", betonte Pfarrer Martin Fetzer, "hat in Pfullingen ein Stück Kirchengeschichte geschrieben".

"Mit Kraft, Mut und Sinn für neues Leben" verschenkte die mit Gerhard Klein in die Jahre gekommene Jungschar vom Samstags-Treff eine Menge Lächeln. "Es ist einfach umwerfend", gestand Klein, der mit jedem persönlichen Gruß seiner Schützlinge eine Rose überreicht bekam, herzhaft in die Arme gedrückt wurde oder eine Träne kullern sah.

Dabei war es nicht mal ein Abschied, nur ein Stabwechsel. An Michael Dürr, dessen Vater den Stein vor 35 Jahren ins Rollen gebracht hatte, erinnerte sich Gerhard Klein als ehrgeizigen Fußballspieler und Schwimmer. "Heute hat er so viel gelacht wie schon lange nicht mehr", so Klein.

"Sie haben vor 35 Jahren eine Lücke in der Freizeit entdeckt und gefüllt", formulierte Inge Rominger für die Eltern in großer Dankbarkeit, "der Treff ist für viele unserer inzwischen erwachsenen Kinder zum unverzichtbaren Ritual geworden". Im Großen und Ganzen sei es ein Chaosclub, der gut funktioniere, umschrieb Betty Pasternacki, "danke, dass Du aus uns so ein wunderbares Team geformt hast. Denk an uns und bleib". Den "alten Neuen" gab sie mit auf den Weg: "Wir sind froh, dass Ihr's macht. Das ist mehr als man denkt".

Claudia und Frank Richter, die aus den eigenen Reihen in die Organisation des Samstags-Treffs hinein gewachsen sind, wollten bewusst nicht von "Abschied" reden: "Die extrem ordentliche und herausragende Arbeit und die vielen gemeinsamen Erlebnisse im Treff wollen wir in unserem Leben nicht mehr missen. Was sich über 35 Jahre bewährt hat, wollen wir beibehalten. Danke für dein großartiges Werk."

Dazu gab es ein eindeutiges Bekenntnis des neuen Pfullinger Bürgermeisters. Michael Schrenk steigt gerne in die Fußstapfen von Rudi Heß: "Ich möchte die Unterstützung der Stadt weiterführen. Ihr seid ein großes, gutes Team". Schrenk lobte die seinerzeit mutige Entscheidung Gerhard Kleins, sich für eine Minderheit einzusetzen: "Jeder braucht einen Platz in der Gesellschaft". Für dieses Engagement hatte Klein nicht nur die Pfullinger Bürgermedaille bekommen, so Schrenk, sondern auch das Bundesverdienstkreuz. Also könne es keine Kleinigkeit gewesen sein.

Beim Blick in die Runde erinnerte Gerhard Klein unter anderem an die gute Seele des Samstagstreffs, Ruth Losch: "Sie hatte 33 Jahre lang Prokura". Viele Ehemalige, tragende Säulen, Kooperationspartner und ein starkes Unterstützernetz waren in den vom Samstagstreff-Orchester gestalteten Gottesdienst gekommen. Darunter Dr. Siegfried Klöpfer, der bei den vielen Unternehmungen des Freizeittreffs für die Musik zuständig ist. Die Pfullinger Familie Fink, also die Herbergseltern von der VfL-Skihütte bis zum stellvertretenden Bürgermeister, war auch dabei.

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