"Fühle mich angekommen"

Im Januar 2010 trat der aus Göppingen stammende Peter Nußbaum sein Amt als Bürgermeister an. In der "sehr schönen Gemeinde" warten auf ihn noch viele Baustellen, die er maßgeblich selbst eröffnet hat.

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Halbzeit für Peter Nußbaum (44): Seit vier Jahren im Amt hat er, voller Elan, weiter jede Menge Ideen für die Zukunft der Gemeinde.  Foto: 

Ein Haus hat er am Reißenbach bereits gebaut, für Ehefrau Anja und die beiden Kleinen Simon (4) und Sophie (5). Und der Hausbau ist für Peter Nußbaum (44), Mitglied der Freien Wählervereinigung (FWV), ja wohl auch ein klares Bekenntnis, dass er in Lichtenstein bleiben will, natürlich als Bürgermeister. "Ich fühle mich angekommen, ebenso meine Familie", sagt Nußbaum.

Im Oktober 2010 berichteten wir über die Kandidaten und Nußbaums klare Ansage: "Wichtig für Peter Nußbaum ist es, einen Ortsentwicklungs-Plan zu erarbeiten, ebenso müsse ein 'Zukunftsleitbild' für die Gemeinde her. Und alle interessierten Bürger sollten an der Gestaltung auch beteiligt werden, verspricht Nußbaum".

Das ist nun schon über vier Jahre her, dann war die Wahl: Am 24. Oktober 2010 holte sich Nußbaum mit 62,1 Prozent der Stimmen den Bürgermeistersessel im ersten Wahlgang. Der amtierende Helmut Knorr, der wieder angetreten war, fiel mit nur mageren 26,7 Prozent in ein tiefes Loch.

Und heute? Da haben Nußbaum, sein Team im Rathaus und der Gemeinderat genau das auf den Weg gebracht, was Nußbaum bei der Kandidatenvorstellung noch als "Leitbild für die Gemeinde" apostrophierte. Herausgekommen ist ein umfassendes, von der Bürgerschaft mit erarbeitetes Gemeindeentwicklungskonzept.

Der Ausgangspunkt dabei war: Wie kann und wie könnte Lichtenstein im Jahr 2030 aussehen? Und was muss hierfür alles getan werden? Mittlerweile gibt es Handlungsempfehlungen, mit denen sich der Gemeinderat als Beschlussorgan demnächst befassen wird.

"Der Bürgermeister gehört unter die Leute, so Nußbaums Verständnis von bürgernaher Kommunalpolitik", das hatte Peter Nußbaum 2010 auch gesagt. Und in der Realität? "Man muss die Bevölkerung begeistern", sagt der Rathauschef. Und das ist ihm mit dem Gemeinde-Entwicklungskonzept sehr wohl gelungen. Menschen aus allen drei Ortsteilen, Holzelfingen, Honau und Unterhausen, beteiligten sich rege in Workshops und brachten zu Papier, wie sie sich ihre Heimat bis zum Jahr 2030 vorstellen.

"Da gibt es natürlich den Finanzierungsvorbehalt", sagt der gebürtige Sindelfinger heute. Doch bevor sich die Bürgerschaft ans Werk machte, sprach er das nicht so offen aus, um die Fantasie und die Visionen nicht schon vorab auszubremsen. Und umso zufriedener ist Nußbaum nun, dass die Bürger in der Tat und von sich aus keine Luftschlösser bauten.

Gut, über das Mammutprojekt "Begegnungszentrum Holzelfingen" samt Kinderhaus müsse noch im Detail gesprochen werden, indes: "Es besteht durchaus die Möglichkeit, einige Starterprojekte bald schon auf den Weg zu bringen", so Nußbaum, der hier unter anderem an die angeregte, bessere Barrierefreiheit für Menschen mit Handicap nennt. Und das "Blaue Band Echaz" als attraktives Naherholungsziel zwischen Honau und BSU sei wohl auch ohne riesigen Finanzaufwand realisierbar.

Nachgedacht würde auch über die künftige Gestaltung des ehemaligen Friedhofs Oberhausen, dem südlichen Ortsteil von Unterhausen. Zu den Starterprojekten gehöre natürlich auch, die Idee eines innerörtlichen Bürgerbusses.

Nußbaum denkt in seinem Amtszimmer, das er nicht verändern will, "bis auch alle anderen neue Möbel bekommen", natürlich stets auch an das Riesenproblem mit dem Verkehr auf der innerörtlichen Bundesstraße 312. Bis zu 24 000 Fahrzeuge, davon viele Lastwagen, fahren täglich durch Unterhausen, ein Verkehr, der nachweislich krank macht. So wurde unter der Ägide von Nußbaum auch ein Lärmaktionsplan initiiert.

In den nächsten Wochen will das Regierungspräsidium Tübingen konkrete Maßnahmen nennen, zum Beispiel Tempo 30 in Unterhausen oder Flüsterasphalt-Belag für die Fahrbahn. Nur mit dem neuen Albaufstieg wird es auf wohl absehbare Zeit nichts. Aber hier sind Peter Nußbaum und seine Gemeinderäte längst in Habtachtstellung. Sobald sich in Berlin Nennenswertes mit dem Bundesverkehrswegeplan 2015 tue, wollen Nußbaum und seine Delegation an die Spree reisen, um Dampf zu machen.

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